Lebenserwartung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Weltkarte, auf der die Lebenserwartung von Menschen zum Zeitpunkt der Geburt in den UN-Mitgliedstaaten farblich dargestellt wird (2006).
70 Jahre und höher
  • 82 Jahre und höher
  • 80–81 Jahre
  • 78–79 Jahre
  • 76–77 Jahre
  • 74–75 Jahre
  • 72–73 Jahre
  • 70–71 Jahre
  • nicht verfügbar
Unter 70 Jahren
  • 65–69 Jahre
  • 60–64 Jahre
  • 55–59 Jahre
  • 50–54 Jahre
  • 45–49 Jahre
  • 40–44 Jahre
  • 35–39 Jahre
  • unter 35 Jahren
Teile dieses Artikels scheinen seit 2006 nicht mehr aktuell zu sein.
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland 1960-2010

Die Lebenserwartung ist die im Durchschnitt zu erwartende Zeitspanne, die einem Lebewesen ab einem gegebenen Zeitpunkt bis zu seinem Tod verbleibt. Diese Spanne wird in der Regel mit Hilfe einer Sterbetafel ermittelt, die auf beobachteten Sterbehäufigkeiten der Vergangenheit und auf Modellannahmen für deren zukünftige Entwicklung basiert. Grundsätzlich kann der Zeitpunkt, ab dem die restliche Lebenserwartung ermittelt werden soll, beliebig gewählt werden. Im allgemeinen Fall ist es der Zeitraum vom biologischen Beginn der Entwicklung des Lebewesens aus gerechnet.

Berechnung der Lebenserwartung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am häufigsten wird die Lebenserwartung ab dem Zeitpunkt des Eintritts in das Leben berechnet – bei Menschen ab der Geburt. Die Lebenserwartung bei Geburt gibt das Alter an, das die Neugeborenen eines bestimmten Jahrgangs durchschnittlich erreichen würden, wenn die alterspezifischen Sterblichkeitsraten künftig konstant blieben. Häufig wird dabei nicht die Gesamtpopulation der Neugeborenen betrachtet, sondern eine nach gewissen Kriterien ausgewählte Teilpopulation (etwa nach Wohnort, Geschlecht). Interessant sind dabei Angaben über die statistische Streuung der Lebenserwartung. Der Begriff wurde in diesem Sinne für Dinge und Sachen, im Besonderen auf Produkte übertragen.

Menschliche Lebenserwartung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebenserwartung der Männer bei der Geburt 2006
Lebenserwartung der Frauen bei der Geburt 2006

Die menschliche Lebenserwartung wird von verschiedensten Einflussfaktoren bestimmt, insbesondere dem Alter bei der Berechnung.

Sofern Populationen nicht durch Kriege, Seuchen, Hungersnöte, Unfälle dezimiert werden, spielen die genetischen Anlagen der biologischen Lebenserwartung (Zellalterung), Qualität der medizinischen Versorgung, Stress, Ernährung und Bewegung wichtige Rollen.[1] Unter guten Rahmenbedingungen können Menschen 100 Jahre und älter werden. Die bisher ältesten Menschen erreichten ein Lebensalter von knapp über 120 Jahren (maximale Lebenserwartung). [2]

Die höchste Lebenserwartung haben die Menschen in Monaco mit 89,52 Jahren, die geringste Lebenserwartung im afrikanische Land Tschad mit 49,81 Jahren (Stand 2015).[3] 2007 hatten noch die höchste Lebenserwartung die Menschen in Andorra mit 83,5 Jahren (2015: 82,72), die geringste Lebenserwartung im afrikanische Land Swasiland mit 34,1 Jahren (2015: 51,05).[4]

Lebenserwartung ist eine wichtige sozioökonomische Messgröße. Je höher sie für eine bestimmte Gruppe ist, desto höher ist deren Lebensstandard, beispielsweise medizinische Versorgung, Hygiene, Trinkwasserqualität und Ernährungslage. Unterschieden wird die Lebenserwartung häufig nach Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Berufszugehörigkeit oder nach speziell ausgewiesener Risikogruppe. Während die Statistiken, die sich auf Staaten oder Regionen beziehen, vorwiegend volkswirtschaftliche Indikatoren ausweisen, wird die Unterscheidung nach bestimmten Bevölkerungsgruppen, insbesondere in der Versicherungswirtschaft, zur Berechnung von Risiken und der Bemessung von Prämien oder Renten herangezogen.

Die Berechnung der Lebenserwartung erfolgt anhand von Sterbetafeln, welche die genaue Zahl der Überlebenden und Gestorbenen pro 100.000 Einwohner früherer Jahrgänge nach dem durchschnittlichen Lebens- bzw. Sterbealter in Jahren ausweisen.[5]

Beispiel Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung neugeborener Jungen 77 Jahre und 9 Monate (2010: 77 Jahre und 4 Monate). Die entsprechende Zahl für neugeborene Mädchen lautet 82 Jahre und 10 Monate (2010: 82 Jahre und 6 Monate).[6] Die so berechnete durchschnittliche Lebenserwartung ist eine ungenaue Prognose, die im Wesentlichen den jetzigen Trend extrapoliert. Dieser könnte einerseits durch Kriege oder Seuchen abrupt gestoppt oder sogar ins Gegenteil gekehrt werden, aber auch beispielsweise durch unerwartete medizinische Durchbrüche verstärkt werden.

Dagegen ist die weitere oder durchschnittliche weitere Lebenserwartung relativ genau. Sie gibt an, wie viele weitere Lebensjahre Menschen eines bestimmten Alters nach den in der aktuellen Berichtsperiode geltenden Sterblichkeitsverhältnissen durchschnittlich noch weiterleben.[7]

Im Jahr 2007 hatten Jungen in den alten Bundesländern bei ihrer Geburt eine Lebenserwartung von 76,9 Jahren, in den neuen Bundesländern (ohne Berlin) eine von 75,5 Jahren. Der Ost-West-Unterschied betrug 1,4 Jahre. Bei den neugeborenen Mädchen betrug der Abstand zugunsten der im Westen geborenen Mädchen 0,3 Jahre.[8]

Die Lebenserwartung hat sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verlängert.[9] Faktoren wie Friedenszeit, gestiegenes Einkommen, höherer Lebensstandard, bessere Ernährungslage etc. spielen dabei eine wesentlich größere Rolle als Medizinfortschritt oder Änderung des Zigarettenkonsums in der Gesamtbevölkerung.

Risikofaktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genetische Faktoren, unzureichende Ernährung, mangelnde Hygiene, unsauberes Trinkwasser, Stress sowie mangelnde ärztliche Versorgung begrenzen in der Hauptsache die Lebenserwartung. Das galt für die vorindustrielle Zeit und gilt noch für viele Entwicklungsländer.[10] Dort, wo diese Verhältnisse auf einem akzeptablen Niveau sind, gelten nachstehende fünf Schlüsselfaktoren als bedeutsam.[11]

  1. Rauchen
  2. Adipositas (Fettleibigkeit)
  3. Bluthochdruck
  4. Diabetes
  5. Bewegungsmangel

Bezüglich krankheitsbedingter Sterblichkeit wurden als Schlüsselfaktoren erkannt: übertragbare und geburtsbedingte Erkrankungen, die sich in der Kindheit auswirken.[12] Die Ergebnisse der Studie sind global zutreffend, da alle übrigen wichtigen Mortalitätsrisikofaktoren (Mangelernährung, ungenügende Wasserversorgung, bauliche, persönliche und häusliche Hygienebedingungen, ungeschützter Geschlechtsverkehr, Tabaknutzung, Alkohol, Arbeitssicherheit, Bluthochdruck, Bewegungsarmut, Drogenverwendung und Luftverschmutzung) in jeder der 107 Weltregionen getrennt statistisch berücksichtigt wurden.

Über 20 % der weltweit 56 Millionen Verstorbenen 2001 betrafen Kinder unter fünf Jahren.[13] So liegt die Wahrscheinlichkeit einer 70-jährigen Person, 90 Jahre alt zu werden, zwischen 5 % und 54 %, je nachdem wie günstig oder ungünstig vorstehende Faktoren gegeben sind.[14] Alkoholkonsum und Cholesterinspiegel wurden vor dieser Untersuchung als ebenfalls bestimmende Faktoren betrachtet, ihr Einfluss wurde im Vergleich als wesentlich geringfügiger erkannt.

Weltweiter Vergleich Männer und Frauen, The World Factbook 2011

Einfluss des Geschlechts auf die Lebenserwartung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zusammenhang zwischen der Lebenserwartung und dem Geschlecht einer Person ist für Deutschland eindeutig belegt. Eine Untersuchung der Deutschen Aktuarvereinigung e. V. (DAV) aus dem Jahre 2008 belegt für die letzten 130 Jahre, dass die Sterblichkeit von Frauen im Altersbereich von 20 bis 70 nur etwa halb so groß ist wie von Männern.[15] Frauen erreichen in den meisten Industrieländern eine um vier bis acht Jahre höhere Lebenserwartung (Westdeutschland fünf Jahre, Ostdeutschland sechs Jahre).

Gesundheitsbewusstsein und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ursache für die unterschiedliche Lebenserwartung wird von Wissenschaftlern das geringere Gesundheitsbewusstsein von Männern genannt, das sich unter anderem dadurch äußert, dass Männer mehr rauchen und mehr Alkohol trinken, sowie bei Krankheitssymptomen seltener einen Arzt aufsuchen. Eine 2011 veröffentlichte Studie, die Daten aus 30 europäischen Ländern untersuchte, kam zu dem Schluss, dass zwischen 40 und 60 Prozent des Geschlechterunterschieds in der Lebenserwartung auf das Rauchen von Tabak zurückzuführen seien. 10 bis 30 Prozent können dem Genuss von Alkohol zugeschrieben werden.[16] Aber auch die höhere Risikobereitschaft und die potenziell höhere Morbiditätsrate in typischen Männerberufen, die häufig mit gefahrgeneigter Arbeit und körperlich schädigenden oder stressbehafteten Tätigkeiten verbunden sind, werden als Ursachen angeführt. Weitere Ursachen finden sich in den Artikeln Schwerarbeit und Frauenanteil in der Privatwirtschaft.

Die Klosterstudie ergab im Vergleich der Lebenserwartung zwischen Ordensmitgliedern und Allgemeinbevölkerung, dass bei Ordensmitgliedern signifikant geringere Unterschiede bei der geschlechtsspezifischen Lebenserwartung vorliegen. Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ist die Lebenserwartung von Mönchen um rund 4,5 Jahre signifikant höher als die der männlichen Allgemeinbevölkerung, während solche Unterschiede zwischen den weiblichen Vergleichsgruppen nicht zu verzeichnen sind. Die Ursachen liegen neben dem höheren Tabakkonsum in der ungleichen Verteilung von Stressoren zwischen Frauen und Männern, der ungleichen Selektion durch beide Weltkriege und deren langfristigen Spätfolgen, der geringeren Teilnahme von Frauen am Erwerbsleben und Hausfrauentätigkeit in Kombination mit Mutterschaft. Damit können biologische Ursachen bei der Übersterblichkeit von Männern zu einem wesentlichen Teil ausgeschlossen werden.[17][18][19][20] Insgesamt wird der Beitrag biologischer Ursachen für die männliche Übersterblichkeit auf 0 bis 2 verlorene Lebensjahre geschätzt.[21] Zusammenfassend lässt sich sagen,[22]

„dass Frauen zwar etwas länger leben, aber vor allem die Männer früher sterben“

Marc Luy 2006 in „Leben Frauen länger oder sterben Männer früher?“

Es scheinen nur bestimmte Gruppen der männlichen Bevölkerung für die geringere Lebenserwartung von Männern verantwortlich zu sein. Paola Di Giulio vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR in Rostock) identifizierte die Gruppen der „Active Bon-Vivants“ (häufig übergewichtige Vielarbeiter und Raucher; überwiegend Männer) und der „Nihilists“ (korpulente Nichtsportler und Gesundheitsvorsorge-Vermeider – in dieser Gruppe zu gleichen Teilen Männer und Frauen). Auf der anderen Seite finden sich in der Gruppe der „Interventionists“ (Nicht-Raucher, Nicht-Trinker mit gesunder Ernährung und ohne Stress-Job) hauptsächlich Frauen.[23]

Hormonelle Faktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die risikogeneigtere Lebensweise und das geringere Gesundheitsbewusstsein von Männern sind nicht allein kulturelle Faktoren, sondern auch hormonelle und damit biologische Faktoren verantwortlich. Insbesondere bei jungen Männern bewirkt das Sexualhormon Testosteron eine höhere Risikobereitschaft, die zu einer höheren Sterblichkeit, insbesondere durch Unfälle führt. Testosteron fördert auch die Entstehung von Arteriosklerose und Thrombosen. Demgegenüber wirkt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen gesundheitsfördernd. Es sorgt für eine höhere Zahl von Antikörpern gegen Infektionen. Östrogene bewirken eine höhere Produktion des „guten“ HDL im Blutfett, verbessern entsprechend die Cholesterinwerte und schützen damit vor Herzinfarkten und Schlaganfällen.[24] Dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron wird hingegen teilweise eine lebensverkürzende Wirkung zugeschrieben. Testosteron schaltet mehr als 20 Gene an, die die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern.[25]

Genetische Faktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterhin relevant sind genetische Faktoren. Frauen haben in ihrem Erbgut zwei X-Chromosomen, Männer ein Y- und ein X-Chromosom. Das Y-Chromosom enthält lediglich die geschlechtsbestimmenden Informationen. Da wichtige Erbfaktoren der Immunabwehr auf dem X-Chromosom liegen, nutzen Frauen im Gegensatz zu Männern das immunologische Potential der X-Chromosomen beider Eltern. Während Erbkrankheiten, die sich auf einem einzigen X-Chromosom befinden, sich bei Männern immer auswirken, kann bei Frauen die Information in diesem Fall vom gesunden X-Chromosom abgelesen werden. Im Alter häufen sich Ablesefehler im Erbmaterial. Altersbedingte Veränderungen des aktiven X-Chromosoms können bei Frauen durch Reaktivierung des jeweils inaktiven zweiten X-Chromosoms kompensiert werden (X-chromosomale Reaktivierung), bei Männern nicht.[26] Tierstudien unterstützen die Bedeutung dieses Zusammenhangs. So verfügen bei Säugetieren immer die männlichen Tiere über die X-Y-Kombination und haben die kürzere Lebenserwartung. Bei Vögeln ist es umgekehrt. Hier weisen die weiblichen Vögel mit der W-Z-Kombination eine kürzere Lebenserwartung auf als die männlichen Vögel mit zwei Z-Chromosomen.[27]

Ereignisse wie Krieg und Umweltkatastrophen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Untersuchung anhand von 141 Ländern im Zeitraum von 1981 bis 2002 hat gezeigt, dass das Geschlecht die Sterberate bei Naturkatastrophen beeinflusst. Demnach senken Naturkatastrophen und ihre Nachwirkungen die Lebenserwartung von Mädchen und Frauen disproportional im Vergleich zur Lebenserwartung von Jungen und Männern. Biologische und physiologische Differenzen zwischen den Geschlechtern, soziale Normen, Rollenverhalten, Diskriminierung im Zugang zu Ressourcen und der Zusammenbruch der Ordnung, der Mädchen und Frauen stärker häuslicher und sexueller Gewalt ausliefert, und vor allem der im Durchschnitt niedrigere sozio-ökonomische Status von Frauen werden als Erklärungsmöglichkeiten angeführt.[28]

In Kriegen werden signifikant mehr Männer als Frauen getötet, was sich langfristig auf die Zahlen zur statistischen Lebenserwartung auswirkt. „Die bei der Volkszählung 1951 errechnete Geschlechterproportion von 866 Männern auf 1000 Frauen hat sich bis 2011 auf 950 Männer auf 1000 Frauen erhöht. Ein Grund für den damaligen Frauenüberschuss – die gefallenen Männer beider Weltkriege – hat kontinuierlich an Bedeutung verloren, da die meisten Kriegswitwen inzwischen verstorben sind.“[29]

Andere Erklärungsansätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei vielen Säugetierarten, zum Beispiel bei Labormäusen, leben die Weibchen im Durchschnitt länger als die Männchen. Dafür gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Männchen haben eine größere Körpergröße, und jeweils in einer Säugetierart leben die kleineren Exemplare im Durchschnitt länger als die großen. Kleine Hunderassen können 16 Jahre erreichen, während große Hunde meist schon nach neun Jahren sterben.[30] Kleine Menschen haben ebenfalls eine höhere Lebenserwartung als große.[31] Wenn die geringere Körpergröße allerdings nicht genetisch bedingt ist, sondern aus schlechter Ernährung resultiert, kehrt sich die Regel um: Dann haben größere Menschen die höhere Lebenserwartung.

Eine Studie aus dem Jahr 2005 kam zu der Erkenntnis, dass das Ausmaß der patriarchalen Orientierung einer Gesellschaft mit der Lebenserwartung von Männern zusammenhängt. Demnach leben Männer in egalitären Gesellschaften im Durchschnitt länger als Männer in patriarchalen Gesellschaften. Die Forscher argumentieren, dass das Patriarchat Männern zwar bestimmte Vorteile gewährt, gleichzeitig aber Geschlechtsstereotype fördert, die diesen schaden.[32]

Soziale Ungleichheit und Lebenserwartung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für viele Länder ist ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Länge des Lebens eines Menschen und seinem sozialen Status – gemessen über den Bildungsabschluss, den Berufsstatus oder das Einkommen – dokumentiert.[33] Diese Befunde waren der Ausgangspunkt, um auf europäischer Ebene eine eigene Strategie zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten zu fordern.[34] Für Deutschland weisen Analysen auf Basis des sozio-oekonomischen Panels (SOEP) deutliche Einkommensunterschiede in der Lebenserwartung aus.[35] So werden Männer durchschnittlich nur 70 und Frauen aus der Armutsrisikogruppe 77 Jahre alt, während Männer und Frauen mit sehr hohen Einkommen fast 10 Jahre länger leben (81 und 85 Jahre). Die Ergebnisse verweisen zudem darauf, dass der Anteil der in Gesundheit verbrachten Lebensjahre deutlich variiert.

Gemäß Daten aus der privaten Rentenversicherung aus den Jahren 1995–2002 liegt die auf ein Jahr bezogene Sterbewahrscheinlichkeit für Bezieher hoher Renten um bis zu 20 % niedriger als für Bezieher geringer Renten. Aus Daten der gesetzlichen Rentenversicherung und des statistischen Bundesamtes geht hervor, dass die Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres zu sterben für einen 65-jährigen Mann unterschiedlich ist. Für Versicherte der damals eigenständigen Arbeiterrentenversicherung LVA war sie fast doppelt so hoch wie für Versicherte der damaligen Angestelltenversicherung BfA und für Beamte.[36]

Aktuelle Modelle zur Erklärung des Zusammenhangs gehen nicht von einem direkten Einfluss des sozialen Status auf die Gesundheit und Lebenserwartung aus.[33] Stattdessen wirkt der soziale Status indirekt, weil er ein wichtiger Bestimmungsfaktor für Unterschiede in gesundheitlich relevanten Faktoren – wie materielle und psychosoziale Ressourcen und Belastungen sowie das Gesundheitsverhalten – ist. Die Chancen und Risiken für ein gesundes und langes Leben werden bereits in der Kindheit und Jugend gelegt und verfestigen sich im Lebensverlauf durch Wechselwirkungen zwischen dem sozialen Status und dem Gesundheitszustand.

Soziale Unterschiede in der Lebenserwartung sind auch volkswirtschaftlich relevant. Karl Lauterbach zufolge führen die unterschiedlichen Rentenbezugsdauern von einkommensschwachen und einkommensstarken Rentnern zu einer Umverteilung von unten nach oben im System der gesetzlichen Rentenversicherung.[37]

Geschichtliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die durchschnittliche menschliche Lebenserwartung in vorhistorischer Zeit lässt sich nur schwer erfassen. Bemerkenswert ist aber, dass die Körpergröße zu Anfang des Neolithikums stark abnahm. Dies lässt Rückschlüsse auf den Ernährungsstatus zu.

Es wird angenommen, dass paläolithische Jäger und Sammler bei der Geburt eine durchschnittliche Lebenserwartung von rund 30 Jahren hatten, während neolithische Ackerbauern und Viehzüchter nur 20 Jahre alt wurden.[38] Bei diesen Werten spielt jedoch die Kindersterblichkeit eine enorme Rolle. Zieht man sie ab, liegt das Sterbealter erwachsener Wildbeuter zwischen 68 und 78 Jahren.[39] Der amerikanische Anthropologe Marshall Sahlins geht davon aus, dass solch hohe Werte auch für die Wildbeuter früherer Zeiten gelten, und bezeichnete sie als „ursprüngliche Wohlstandsgesellschaften“.

Nach der neolithischen Revolution erkrankten nachweislich wesentlich mehr Menschen als vorher – vor allem an Infektionen. Die meisten dürften durch häufigen engen Kontakt von Ackerbauern mit Vieh nach Einführung der Viehhaltung entstanden sein. Innerhalb größerer Populationen vermehren sich die Erreger und sterben nicht aus wie in kleinen Gruppen. Masern sollen so gesehen ihren Ursprung in der Rinderpest haben.[40]
Die Einführung von Ackerbau und Viehhaltung bedeutete für die Menschen zunächst eine schlechtere Gesundheit, mithin eine geringere Lebenserwartung. Dem gegenüber steht eine deutlich höhere Geburtenrate, die Lebenserwartung nahm jedoch nur sehr langsam wieder zu und erreichte wohl erst im 18. Jahrhundert wieder höhere Werte als vor der neolithischen Revolution.[41][42]

Seit dem 19. Jahrhundert stieg die Lebenserwartung immer schneller an.[43] Durch die verschieden ausgeprägten groß- und kleinräumigen Entwicklungen ist sie daher weltweit sehr unterschiedlich ausgeprägt. Während in den Staaten Subsahara-Afrikas, die von der AIDS-Pandemie am stärksten betroffen sind, die Lebenserwartung oft unter 40 Jahre gefallen ist, beträgt sie in Island und Japan derzeit etwa 80 Jahre. In Mitteleuropa ist sie seit 1840 etwa um 40 Jahre gestiegen. Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung spricht von drei Monaten, um die das Leben Jahr für Jahr länger geworden ist.

In Deutschland ist die Sterblichkeit seit 1871 im Mittel um 0,8 % jährlich zurückgegangen. In den Jahren von 1994 bis 2004 hat sich dieser Trend zur Erhöhung der Lebenserwartung verstärkt; in diesem Zeitraum sank die Sterblichkeit sogar um zwei Prozent jährlich.[36] Nach einer Berechnung der Linksfraktion im deutschen Bundestag auf Basis von Zahlen der Deutschen Rentenversicherung soll die Lebenserwartung für Geringverdiener in Deutschland von 2001 bis 2010 von 77,5 auf 75,5 Jahre gesunken sein.[44][45] Aus den Zahlen, auf die sich die Linksfraktion beruft, lässt sich die Sterblichkeit jedoch nicht berechnen. Diese führen die durchschnittliche Rentenbezugsdauer ab dem 65. Lebensjahr für bestimmte in den jeweiligen Jahren Verstorbene auf. Nach den Berechnungen der Linksfraktion wäre auch von 2001 bis 2006 die Lebenserwartung für Geringverdiener gesunken, für diesen Zeitraum liegt eine wissenschaftliche Untersuchung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung vor, in der die Lebenserwartung nach den wissenschaftlich üblichen Methoden berechnet wird und die das Gegenteil belegt. Dagegen vergrößerten sich die Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen verschiedenen Einkommensgruppen.[45][46] Demnach ist von 2001 bis 2006 für alle Einkommensstufen die Lebenserwartung gestiegen. Für den Zeitraum nach 2006 liegen nach Stand (1. Januar 2012) noch keine gesicherten, wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, es deutet nichts auf eine Abnahme der Lebenserwartung in irgendeiner Einkommensstufe hin.[45]

Lebenserwartung anderer Lebewesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Überlebenskurve für fünf unterschiedliche Lebewesen mit unterschiedlicher Fortpflanzungsstrategie.

Die Lebenserwartung kann auch für manche Tiere und Pflanzen ermittelt werden. Sie ist von vielen Faktoren abhängig, von der Spezies, von den Lebensbedingungen, von Krankheiten und Fressfeinden, und beispielsweise von der Temperatur, vom Sauerstoffumsatz und vom Grundumsatz.

Beispiele für besondere Kurzlebigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Arten von Bauchhärlingen leben nur etwa drei Tage und gehören damit zu den kurzlebigsten Vielzellern. Einzeller (zu denen die meisten Bakterien gehören) vermehren sich durch Zellteilung, was je nach Betrachtungsweise als extrem kurze Lebensdauer (im Bereich von Minuten oder Stunden) oder als praktisch unbegrenzte Lebensdauer angesehen werden kann.

Manche Insekten (beispielsweise Eintagsfliegen) können zwar insgesamt mehrere Jahre leben, aber als adulte Tiere verbringen sie oft nur Stunden, woraus sich ihr Name ableitet. Sie sind in diesem Stadium nicht einmal zur Nahrungsaufnahme befähigt und tragen keine funktionsfähigen Mundwerkzeuge.

Beispiele für besondere Langlebigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Langlebigkeit von Elefanten, Schildkröten, Papageien und Kieferngewächsen ist allgemein belegt. Es wurden Mammutbäume gefällt, für die anhand von Jahresringen (dendrologisch) ein Alter von gut 2000 Jahren bestimmt wurde. Von der Langlebigen Kiefer sind über 4000 Jahre alte Exemplare bekannt.

Als langlebigster Organismus war der Glasschwamm Anoxycalyx joubini betrachtet worden, ein antarktischer Riesenschwamm, für den sich eine Lebenserwartung von 10.000 Jahren errechnen ließ. Inzwischen wird für ihn aber eine Lebenserwartung unter 100 Jahren diskutiert.[47] Für einen fossilen Glasschwamm Monorhaphis chuni im Ostchinesischen Meer wurde ein Alter von 11.000 ± 3.000 Jahren anhand von ‚Jahresringen‘ seiner Siliziumoxidnadeln geschätzt.[48]

Bakterien können in Form von Sporen mehrere Jahrtausende überdauern. So wurden aus Salzlagerstätten Meeresbakterien in vermehrungsfähiger Form gewonnen. Aus den Sporen im Magen von in Bernstein fossilierten Bienen konnten sogar über 100 vermehrungsfähige Bakterienarten gewonnen und identifiziert werden, die 25 bis 40 Millionen Jahre überdauert hatten.[49] Diese Art der Überdauerung als Sporen hat nichts mit Lebenserwartung zu tun, da Sporen wesentliche Eigenschaften von Leben fehlen (Stoffwechsel).

Durch Knospung auseinander hervorgehende Organismen (Bakterien, Süßwasserpolypen) scheinen prinzipiell unsterblich, jedoch lässt diese Betrachtungsweise völlig außer Acht, dass mit jedem Knospungsereignis ein Generationswechsel erfolgt, damit ein Neubeginn eines Individuums.

Einfluss des Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tiere in Gefangenschaft, artgerecht gehalten und vor Fressfeinden, extremen Wetterverhältnissen und Nahrungsknappheit geschützt, erreichen oft ein sehr viel höheres Alter als in freier Wildbahn, Schlachttiere systembedingt ein wesentlich geringeres.

Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Menge der konsumierten Nahrung hat Einfluss auf die Lebensdauer. Bei einer Vielzahl von Tierarten konnte nachgewiesen werden, dass ein reduzierter Speiseplan, eine sogenannte Kalorienrestriktion, die Lebensspanne deutlich verlängern kann. In einer Studie konnten 115 Substanzen die Lebenserwartung von Fadenwürmern zwischen 30 % und 60 % verlängern. Eine der wirksamen Substanzen, die in der Struktur einem Antidepressivum ähnelt, wurde näher untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass sie die Reaktion auf den körpereigenen Botenstoff Serotonin beeinflusst, der beim Menschen für das Hungergefühl zuständig ist.[50] Nach der Nahrungsaufnahme wird das anabole Hormon Insulin ausgeschüttet, es wirkt stoffwechselanregend und fördert die Teilung mancher Zellen (etwa die Adipozyten). Bei karger Nahrung wird weniger Insulin ausgeschüttet, die Zellen leben länger.

Tabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Lebenserwartungen ausgesuchter Lebewesen
Lebewesen individuell nachgewiesenes Alter Lebenserwartung
Bauchhärlinge 3 Tage
Stubenfliege 16–24 Tage
Goldhamster 2–3 Jahre
Elefanten 86 Jahre ca. 60 Jahre
Gelbbrustara 104 Jahre[51] unbestimmt
Galápagos-Riesenschildkröte 176 Jahre unbestimmt
Grönlandwal 211 Jahre[52] unbestimmt
Islandmuschel 507 Jahre[53][54] unbestimmt
Grannenkiefer 2435 Jahre[55] 2500 Jahre
Riesenmammutbaum 2560 Jahre umweltabhängig (Mensch)
Langlebige Kiefer 5062 Jahre 4700 Jahre
Monorhaphis chuni
(ein fossiler Glasschwamm)
11.000 ± 3.000 Jahre[48]

Begriffsabgrenzung und Missverständnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die unterschiedliche Verwendung des Begriffes Lebenserwartung führt häufig zu unklaren Formulierungen und Missverständnissen. Diese liegen insbesondere darin begründet, dass die Lebenserwartung meist ein Schätzwert ist, der sich mit der Zeit verändert.

Eine wichtige Ursache ist, dass bei der Betrachtung der Lebenserwartung häufig übersehen wird, dass diese mit zunehmendem Alter der noch lebenden Individuen desselben Geburtsjahrgangs für diese steigt. Beispiel: Ein Jahrgang hat bei der Geburt eine Lebenserwartung von 75 Jahren. Nach 60 Jahren ist jedoch ein Teil bereits verstorben, der in der ursprünglichen Erwartung enthalten war. Die noch lebende Gruppe der 60-Jährigen hat nun noch eine Lebenserwartung von über 25 Jahren, womit sie im Durchschnitt ein Lebensalter von 85 Jahren erreichen wird. Allerdings verändert sich die durchschnittliche Lebenserwartung damit überhaupt nicht. Ein 80-Jähriger hat mit derselben Berechnung eine restliche Lebenserwartung, die insgesamt über 90 Jahren liegen kann. Bei demografischen Vorhersagen, beispielsweise zur Berechnung der Renten, ist das von entscheidender Bedeutung.

Ein ähnlicher Trugschluss kann bei der Lebenserwartung bestimmter Berufsgruppen auftreten. So ist die Lebenserwartung von Bischöfen deutlich höher als von Automechanikern. Das liegt in erster Linie nicht an der gesünderen Lebensweise, sondern daran, dass Bischöfe nicht mit 25 sterben können, da sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht Bischof sind.

Auf gleiche Weise kann die Kindersterblichkeit die Lebenserwartung ab Geburt unverhältnismäßig verzerren. So wird für den Großteil des Mittelalters eine Gesamtlebenserwartung der Bevölkerung von 30 Jahren und weniger angenommen. Dabei ist zu beachten, dass die Lebenserwartung aufgrund von Seuchen, Kriegen und Katastrophen keineswegs konstant verlief. Die Lebenserwartung der Frauen lag bei 24 bis 25 Jahren, die der Männer bei 28 bis 32 Jahren. Betrachtet man jedoch die Lebenserwartung derer, die das erste Lebensjahr überlebt haben, steigt diese sprunghaft an. Wenn die Kindheit überlebt wurde, konnte man durchschnittlich über 40 Jahre alt werden. In den Industrieländern liegt die Sterblichkeit im ersten Lebensjahr heute unter ein Prozent.[56]

Die im Vergleich zu Frauen niedrigere durchschnittliche Lebenserwartung der Männer wird auf gleiche Art durch die risikobehaftetere Lebensweise der jungen Männer während der Adoleszenz beeinflusst. So sterben viel mehr junge Männer als Frauen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren durch Verkehrsunfälle und andere Risikofaktoren dieser Altersgruppe, was sich auf die statistische Gesamtlebenserwartung auswirkt. Männer bis 65 Jahre sterben 3,6 Mal so häufig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Frauen. Gerade in den mittleren Jahren, also bis etwa 65 Jahre, sterben nahezu doppelt so viele Männer wie Frauen.

Ein Sonderfall ist die beobachtete Lebensspanne bei den Sterbetafeln. Hier wird nur zurückschauend festgestellt, wann von einem Geburtsjahrgang jeweils wie viele Personen verstorben sind. Im Extremfall wüsste man so erst 120 Jahre nach 1980 (also im Beispiel 2100) die exakte Sterblichkeit für 100 % dieses einen Jahrgangs.

Häufig werden zudem Lebenserwartung, Durchschnittsalter und Höchstalter begrifflich nicht getrennt. Beispielsweise gilt der Kaukasus als Heimat besonders vieler alter, 100 Jahre und älter werdender Menschen. Die durchschnittliche Lebenserwartung in diesen Ländern liegt jedoch signifikant unter dem Niveau westlicher Industrieländer.

Auf die Tier- und Pflanzenwelt bezogen werden häufig Rekordalter mit Durchschnittsalter verwechselt: Elefanten können beispielsweise ein Alter von 70 Jahren und mehr erreichen, sterben aber in freier Wildbahn oft bedeutend früher. Hier wird das Rekordalter häufig irrtümlich mit der Lebenserwartung gleichgesetzt (dazu obige Tabelle).

Lebenserwartung Neugeborener[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebenserwartung Neugeborener (Basis 2007–2009)[57]
Land/Gebiet
Jungen
Mädchen
Baden-WürttembergBaden-Württemberg Baden-Württemberg 78 Jahre und 9,3 Monate 83 Jahre und 6,8 Monate
BayernBayern Bayern 77 Jahre und 4,6 Monate 82 Jahre und 10,1 Monate
BerlinBerlin Berlin 77 Jahre und 5,2 Monate 82 Jahre und 5,3 Monate
BrandenburgBrandenburg Brandenburg 76 Jahre und 6,9 Monate 82 Jahre und 5,4 Monate
BremenBremen Bremen 76 Jahre und 4,4 Monate 81 Jahre und 10,2 Monate
HamburgHamburg Hamburg 77 Jahre und 7,5 Monate 82 Jahre und 6 Monate
HessenHessen Hessen 77 Jahre und 10,4 Monate 82 Jahre und 8,6 Monate
Mecklenburg-VorpommernMecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern 75 Jahre und 5,9 Monate 81 Jahre und 10,6 Monate
NiedersachsenNiedersachsen Niedersachsen 76 Jahre und 10,8 Monate 82 Jahre und 5,6 Monate
Nordrhein-WestfalenNordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen 76 Jahre und 10,3 Monate 81 Jahre und 10,7 Monate
Rheinland-PfalzRheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz 77 Jahre und 5,6 Monate 82 Jahre und 5,1 Monate
SachsenSachsen Sachsen 76 Jahre und 10,6 Monate 82 Jahre und 10,2 Monate
Schleswig-HolsteinSchleswig-Holstein Schleswig-Holstein 77 Jahre und 5,1 Monate 82 Jahre und 4,4 Monate
SaarlandSaarland Saarland 75 Jahre und 10,9 Monate 81 Jahre und 5,9 Monate
Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt 75 Jahre und 5,8 Monate 81 Jahre und 8,1 Monate
ThüringenThüringen Thüringen 75 Jahre und 5,2 Monate 82 Jahre und 4,1 Monate
alte Bundesländer 77 Jahre und 8,1 Monate 82 Jahre und 8 Monate
neue Bundesländer 76 Jahre und 5,9 Monate 82 Jahre und 6,6 Monate
DeutschlandDeutschland Deutschland 77 Jahre und 6,3 Monate 82 Jahre und 7,7 Monate

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lebenserwartung in Österreich beträgt für das Jahr 2010 für Männer 77,7 und für Frauen 83,16 Jahre bei der Geburt. Die höchste Lebenserwartung haben Neugeborene in Vorarlberg (78,85 / 84,15 Jahre). Eine Ursache für den etwas größeren Geschlechterunterschied ist abgesehen von den statistischen Unschärfen in der höheren alkoholabhängigen Sterblichkeit[58] österreichischer Männer im Vergleich zu Deutschland zu sehen.

Lebenserwartung Neugeborener (2010)[59]
Bundesland
Jungen
Mädchen
BurgenlandBurgenland Burgenland 77,55 Jahre 83,16 Jahre
KarntenKärnten Kärnten 77,67 Jahre 83,56 Jahre
NiederosterreichNiederösterreich Niederösterreich 77,56 Jahre 83,03 Jahre
OberosterreichOberösterreich Oberösterreich 77,99 Jahre 83,44 Jahre
SalzburgLand Salzburg Salzburg 78,62 Jahre 83,87 Jahre
SteiermarkSteiermark Steiermark 77,78 Jahre 83,53 Jahre
TirolTirol (Bundesland) Tirol 79,05 Jahre 84,03 Jahre
VorarlbergVorarlberg Vorarlberg 78,85 Jahre 84,15 Jahre
WienWien Wien 76,6 Jahre 81,94 Jahre
OsterreichÖsterreich Österreich 77,7 Jahre 83,16 Jahre

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lebenserwartung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Lebenserwartungsrechner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. K. Christensen, J. W. Vaupel: Determinants of longevity: genetic, environmental and medical factors In: J. General and Internal Medicine, Band 240, Ausgabe 6, 1996, S. 333–341, doi:10.1046/j.1365-2796.1996.d01-2853.x.
  2. Die Zeitspanne der maximalen Lebenserwartung von 120 Jahren, wurde bereits in der Bibel erstmals erwähnt: „Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für immer im Menschen bleiben, weil er auch Fleisch ist; daher soll seine Lebenszeit hundertzwanzig Jahre betragen.“ (1 Mos 6,3 EU).
  3. The World Factbook: Country Comparison :: Life Expectancy At Birth, 2. Januar 2016.
  4. Lebenserwartung in Jordanien höher als in USA (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive), netzeitung.de, 15. August 2007.
  5. Statistisches Bundesamt Deutschland: Aktuelle Sterbetafeln für Deutschland (xls-Datei).
  6. Statistisches Bundesamt Wiesbaden
  7. Durchschnittliche weitere Lebenserwartung nach Altersgruppen in Jahren, statista.com (benötigt Flash-Player) (Die Seite ist anmelde-/kostenpflichtig).
  8. Statistisches Bundesamt Deutschland: Lebenserwartung der Menschen in Deutschland nimmt weiter zu, Pressemitteilung destatis Nr. 336 vom 27. August 2007.
  9. Statistisches Bundesamt Deutschland: Lebenserwartung in Deutschland steigt weiter an, Pressemitteilung destatis Nr. 364 vom 24. September 2009.
  10. T. B. Gage: Are modern environments really bad for us?: Revisiting the demographic and epidemiologic transitions. In: American Journal of Physical Anthropology. Band 128, 2005, S. 96–117. doi:10.1002/ajpa.20353.
  11. ddp: Forscher finden Schlüsselfaktoren für ein langes Leben. In: Aachener Zeitung. 11. Februar 2008.
  12. Christopher J. L. Murray, Alan D. Lopez: Global mortality, disability, and the contribution of risk factors: Global Burden of Disease Study. In: The Lancet. Volume 349, Issue 9063, S. 1436–1442, doi:10.1016/S0140-6736(96)07495-8.
  13. A. J. Valleron: Mortality and morbidity worldwide, now and tomorrow: what is known? (Original in französisch). In: C R Biol. Band 331, Nr. 12, 2008, S. 991–1006 PMID 19027701.
  14. Laurel Yates u. a. (Brigham and Women’s Hospital, Boston), Archives of Internal Medicine, Band 168, S. 284. In: www.wissenschaft.de/wissenschaft.
  15. Berücksichtigung des Geschlechts als Faktor der Risikobewertung bei der Kalkulation von Lebensversicherungstarifen. Deutsche Aktuarvereinigung e. V., Januar 2008 (PDF; 128 kB).
  16. Contribution of smoking-related and alcohol-related deaths to the gender gap in mortality: evidence from 30 European countries (PDF; 158 kB) In: Gerry McCartney, Lamia Mahmood, Alastair H Leyland, et al.. 12. Januar 2011. Abgerufen am 21. Januar 2011.
  17. Marc Luy: Warum Frauen länger leben. Erkenntnisse aus einem Vergleich von Kloster- und Allgemeinbevölkerung. In: Materialien zur Bevölkerungswissenschaft. Nr. 106. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2002, ISSN 0178-918X, DNB 965668789 (PDF; 1,5 MB [abgerufen am 6. Dezember 2015]).
  18. Marc Luy: Insa Cassens, Marc Luy, Rembrandt Scholz (Hrsg.): Die Bevölkerung in Ost- und Westdeutschland. Demografische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen seit der Wende. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8350-7022-6, Die geschlechtsspezifischen Sterblichkeitsunterschiede in West- und Ostdeutschland unter besonderer Berücksichtigung der kriegsbedingten Langzeitfolgen auf die Kohortenmortalität, S. 169–198 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  19. Marc Luy: Hella Ehlers, Heike Kahlert, Gabriele Linke, Dorit Raffel, Beate Rudlof, Heike Trappe (Hrsg.): Geschlechterdifferenz – und kein Ende? Sozial- und geisteswissenschaftliche Beiträge zur Genderforschung. 1. Auflage. Bd. 8. LIT Verlag, Berlin/Münster 2009, ISBN 978-3-8258-1647-6, 10 Jahre Klosterstudie – gewonnene Erkenntnisse und offene Fragen zu den Ursachen für die unterschiedliche Lebenserwartung von Frauen und Männern, S. 251–273 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  20. Deutsch-Österreichische Klosterstudie. Österreichische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 2. März 2012 (HEMOX, ERC Project No. 262663).
  21. Reiner H. Dinkel, Marc Luy: Natur oder Verhalten? Ein Beitrag zur Erklärung der männlichen Übersterblichkeit durch einen Vergleich von Kloster- und Allgemeinbevölkerung. In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft. Jg. 24, 2/1999, S. 105–132. http://www.marc-luy.de/pub/ml001.pdf (PDF).
  22. Marc Luy: Leben Frauen länger oder sterben Männer früher? In: Public Health Forum. Band 14, Heft 50, 2006 (PDF; 3,1 MB).
  23. Marc Luy, Paola Di Giulio: The impact of health behaviors and life quality on gender differences in mortality. In: J. Geppert, J. Kühl (Hrsg.): Gender und Lebenserwartung. Gender kompetent – Beiträge aus dem GenderKompetenzZentrum. Band 2. Kleine, Bielefeld 2006, S. 113–147.
  24. Estelle R. Ramey: „How Female and Male Biology Differ“. Women’s Health Research: A Medical and Policy Primer, ed.
  25. Christina Hohmann: Warum Männer früher sterben. In: Pharmazeutische Zeitung. Band 12, 2007.
  26. T. Klotz: Der frühe Tod des starken Geschlechts. Göttingen 1998, S. 69 ff.
  27. V. A. Paevskii: Die Demographie der Vögel. (in Russisch). Nauka, Moskau 1985.
  28. Eric Neuymayer, Thomas Plümper: The gendered nature of natural disasters: the impact of catastrophic events on the gender gap in life expectancy, 1981–2002. (PDF; 450 kB). In: Annuals of the Association of American Geographers, Band 97, Nr. 3, 2007, S. 551–566.
  29. Bevölkerung nach demographischen Merkmalen. Statistik Austria, 14. Dezember 2015, abgerufen am 25. Dezember 2015.
  30. Die Spur zu neuer Energie. (PDF), Karsivan Halterbroschuere, Intervet Deutschland GmbH.
  31. Marco Bischof: Zunehmende Körpergröße erhöht Krankheitsanfälligkeit und verringert Lebenserwartung. In: Datadiwan. Nr. 1, März 1998.
  32. D. Stanistreet, C. Bambra, A. Scott-Samuel: Is patriarchy the source of men’s higher mortality? In: Journal of Epidemiology & Community Health. Band 59, Nr. 10, 2005, S. 873–876, doi:10.1136/jech.2004.030387.
  33. a b J. P. Mackenbach: Health Inequalities: Europe in profile. UK Presidency of the EU, Rotterdam 2006 Online als PDF.
  34. EU-Projekt „Closing the Gap“.
  35. T. Lampert, L. E. Kroll, A. Dunkelberg: Soziale Ungleichheit der Lebenserwartung APuZ 42/2007. 2007 Online als PDF Onlinelink.
  36. a b Deutsche Aktuarvereinigung e. V.: Herleitung der DAV-Sterbetafel 2004R für Rentenversicherungen. (PDF; 6 MB).
  37. K. Lauterbach, M. Lüngen, B. Stollenwerk, A. Gerber, G. Klever-Deichert: Zum Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung. In: Studien zu Gesundheit, Medizin und Gesellschaft. Band 1, 2006 (PDF).
  38. Isidor Wallimann u. Michael N. Dobkowski (Hrsg.): Das Zeitalter der Knappheit. Ressourcen, Konflikte, Lebenschancen. Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien 2003, S. 115.
  39. Michael Gurven, Hillard Kaplan: Longevity Among Hunter-Gatherers: A Cross-Cultural Examination. In: Population and Development Review. Band 33, Nr. 2, Juni 2007, S. 321–365, hier S. 349 (englisch; PDF; 1,4 MB; 46 Seiten auf anth.ucsb.edu).
  40. Spencer Wells: Die Wege der Menschheit. Eine Reise auf den Spuren der genetischen Evolution. Frankfurt am Main 2003, S. 234–237.
  41. Herrmann 1983, S. 60, Ehmer 1990, S. 202.
  42. Gregory Clark: A Farewell to Alms. Princeton University Press, 2007. Kapitel 3.
  43. Robin A. Weiss, Anthony J. McMichael: Social and environmental risk factors in the emergence of infectious diseases In: Nature Medicine. Band 10, 2004, S. 70–76. doi:10.1038/nm1150.
  44. Geringverdiener leben immer kürzer.
  45. a b c Lebenserwartung von Geringverdienern sinkt nicht.
  46. Rembrandt Scholz, Anne Schulz: Zum Trend der differentiellen Sterblichkeit der Rentner in Deutschland. (PDF; 391 kB).
  47. Michael League, PolarTREC, 18. Februar 2011.
  48. a b Klaus Peter Jochum u. a.: Siliceous deep-sea sponge Monorhaphis chuni: A potential paleoclimate archive in ancient animals. In: Chemical Geology. Band 300, 2012, S. 143–151, doi:10.1016/j.chemgeo.2012.01.009.
  49. Raul J. Cano, Monica K. Borucki: Revival and identification of bacterial spores in 25-to 40-million-year-old Dominican amber. In: Science. Band 268, Nr. 5213, 1995, S. 1060–1064.
  50. Werner Bartens: Lebenselixier für einen Wurm. auf: sueddeutsche.de, 22. November 2007.
  51. Winston’s obscene parrot lives on (engl.), 19. Januar 2004.
  52. Sabine Gmeinwieser: Grönlandwal mit 211 Jahren von Walfängern getötet. auf: Welt-online. 25. Mai 2007.
  53. Wie die Muschel „Ming“ mit 507 Jahren getötet wurde, Süddeutsche Zeitung, 15. November 2013
  54. New record: World’s oldest animal is 507 years old, ScienceNordic.com
  55. Beschreibung der Art bei The Gymnosperm Database http://www.conifers.org/pi/Pinus_aristata.php
  56. Maike Vogt-Lüerssen: Der Altag im Mittelalter. mit 156 Bildern. 2. überarb. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2006, ISBN 3-8334-4354-5 (online [abgerufen am 30. Mai 2013]).
  57. Quelle: Statistisches Bundesamt, 2010.
  58. G. McCartney, L. Mahmood, A. H. Leyland, G. D. Batty: Contribution of smoking-related and alcohol-related deaths to the gender gap in mortality: evidence from 30 European countries. (PDF; 158 kB) In: Tob Control online veröffentlicht, 12/01/2011.
  59. Statistik Austria, SDB – Statistische Datenbank (Bevölkerung-Demographische Maßzahlen-Demographische Indikatoren)[1]