Charles Dadant

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Charles Dadant

Charles Dadant (* 20. Mai 1817 in Vaux-sous-Aubigny im französischen Département Haute-Marne; † 26. Juli 1902 in Hamilton, Illinois, USA) war ein französischer Imker. Er gilt als einer der Pioniere der modernen Bienenzucht in den USA.

Lebenslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charles Dadant war bereits in seinem Heimatland Frankreich als Imker tätig, hatte damit aber keinen wirtschaftlichen Erfolg. Nach Amerika ausgewanderte Freunde luden ihn ein, ihnen zu folgen und in der Neuen Welt Weinbau und Bienenzucht zu betreiben. 1863 emigrierte Dadant im Alter von 46 Jahren in die USA, ohne ein Wort Englisch zu sprechen. Er erlernte es autodidaktisch mit Hilfe der Tageszeitung New York Tribune. Da der Weinbau sich als nicht profitabel erwies, konzentrierte er sich ausschließlich auf die Bienenhaltung. Nach dem Erwerb einer Farm begann er 1864 seine Imkerlaufbahn mit zwei eingefangenen Bienenschwärmen der damals üblichen schwarzen Biene. Der Ertrag seiner Bienenvölker reichte aus, um ihren Unterhalt und Erweiterungen des Betriebs zu finanzieren.

Gegen Ende des Sezessionskrieges 1865 besaß Dadant neun Bienenvölker. 1867 erschien sein erster Artikel im American Bee Journal. 1872 importierte Dadant als einer der ersten italienische Bienenköniginnen nach Amerika. Gemeinsam mit seinem jüngsten Sohn Camille Pierre (C.P.) Dadant begann er, jenseits des Mississippi Honig und Bienenwachs zu verkaufen.

Nachdem Dadant anfangs mit der europäischen Imkertechnik der Korbbeuten ohne Rähmchen gearbeitet hatte, wurde er durch einen Zeitschriftenartikel auf Moses Quinby und dessen Werk The Mysteries of Beekeeping und später auf Lorenzo Langstroths Werk On the Hive and the Honey-Bee aufmerksam und erkannte die Überlegenheit des in Rähmchen gefassten Wabenbaus und der Magazinbeute. Er probierte die Rähmchengrößen von Quinby und Langstroth aus und entwickelte daneben ein eigenes Rähmchenmaß in den Abmessungen 12" x 13" (30,5 × 33 cm), das er 1874 auch in einer französischsprachigen Broschüre, Petit Cours D'Apiculture, empfahl. Nachdem er lange Zeit parallel mit diesen Rähmchen sowie den Quinby- und Langstroth-Rähmchen gearbeitet hatte, entschied Dadant sich schließlich für das Quinby-Rähmchenmaß, wobei er das Fassungsvermögen der Beute von 8 auf 9–10 Rähmchen steigerte. Unter dem Namen „Dadantbeute“ ist sie noch heute der weltweit meistbenutzte Beutentyp.

1885 wurde Charles Dadant und C.P. Dadant die Neuauflage von Lorenzo Langstroths 1853 erschienenem Werk On the Hive and the Honey-Bee übertragen. Charles Dadant übersetzte dieses Buch auch ins Französische. Dadant veröffentlichte zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften. Schließlich übernahm er das American Bee Journal und gründete mit Dadant and Sons eines der ersten Unternehmen für Bienenzucht-Werkzeuge weltweit. Die Firma befindet sich bis heute im Familienbesitz; ebenso wird die Zeitschrift bis heute von Dadants Erben herausgegeben.

Dadant-Maß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charles Dadant verwendete das Quinby-Rähmchen mit den Wabenmaßen (ohne Ohren) von 480 × 285 mm. Sein Sohn Camille Pierre Dadant modifizierte um 1920 das Quinby-Dadant-Rähmchen, indem er den Oberträger auf die Länge des Langstrothrähmchen verkürzte.

Dieses modifizierte Dadant-Rähmchen hat sich in Amerika nie durchgesetzt; es wird heute vor allem im deutschsprachigen Raum im Zusammenhang mit der von Bruder Adam gezüchteten brutfreudigen Buckfastbiene verwendet.

Als Nachteil dieses großen Rähmchenmaßes kann allerdings die Notwendigkeit von getrennten Rähmchenmaßen für Brut- und Honigraum gesehen werden.

Dadant-Beute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dadant-Beute wurde von den Nachfahren von Charles Dadant weltweit verbreitet. Die Dadantbeute existiert in den Varianten mit maximal 10 oder 12 aufzunehmenden Rähmchen, die Brutraumgröße kann durch Trennschieds variiert werden. Die 12 Rähmchen fassende Variante kann sowohl in Warmbau- als auch in Kaltbauwabenanordnung verwendet werden, also mit einer Ausrichtung der Wabengassen orthogonal beziehungsweise parallel zur Beutenvorderseite.

Der große Vorteil der Haltungsweise in einem Brutraum ist, dass das Nest nicht auseinandergerissen wird, wie beispielsweise bei der zweizargigen Zander-Beute.

Die Dadant-Beute ist nicht zu verwechseln mit der Dadant-Blatt-Beute und deren Rähmchenabmessungen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]