Chlamydomonas

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Chlamydomonas
Chlamydomonas sp. Bei dieser REM-Aufnahme wird nur die Oberfläche des Objekts dargestellt.

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Systematik
ohne Rang: Chloroplastida
ohne Rang: Chlorophyta
ohne Rang: Chlorophyceae
Ordnung: Chlamydomonadales
Familie: Chlamydomonadaceae
Gattung: Chlamydomonas
Wissenschaftlicher Name
Chlamydomonas
Ehrenb.
Bau der Chlamydomonas
1. Geißeln 2. Vakuole 3. Zellwand 4. Augenfleck 5. Zellkern 6. becherförmiger Chloroplast

Chlamydomonas ist eine Gattung einzelliger Grünalgen, die vor allem in Süßwasser und feuchter Erde leben. Die Zellen sind meist ellipsoid und 10 bis 20 µm (Mikrometer) lang. Neben begeißelten Arten mit zwei gleichartigen (isokonten) Geißeln gibt es auch unbegeißelte. Jede Zelle enthält nur einen Chloroplasten. Aktuell (Mai 2018) umfasst die Gattung nahezu 600 bekannte Arten.[1] In der Forschung ist Chlamydomonas reinhardtii als sehr gut untersuchter Modellorganismus von Bedeutung.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vegetative Vermehrung erfolgt durch Bildung von begeißelten Zoosporen, indem sich eine Zelle innerhalb der Zellwand mehrfach längs teilt und dann die Tochterzellen freigesetzt werden. Ebenso können bei der sexuellen Fortpflanzung die Gameten zu mehreren innerhalb einer Zelle entstehen, die damit zum Gametangium wird, oder eine einzellige Alge wird als Ganzes zu einem Gameten. In beiden Fällen tritt sowohl Isogamie, Anisogamie als auch Oogamie auf, d. h. die Gameten beiderlei Geschlechts können äußerlich gleich sein, oder der weibliche Gamet ist wesentlich größer als der männliche, oder er ist eine unbegeißelte und damit unbewegliche Eizelle. Dabei ist die Isogamie am häufigsten. Nach der Vereinigung der Gameten zur Zygote erfolgt unmittelbar die Reduktionsteilung (Meiose); es handelt sich also um Haplonten, bei denen alle Zellen außer der Zygote haploid sind.

Blutschnee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige zu der Kryoflora zählende, also im Schnee der polaren Gebiete und der Gebirge lebende Arten (z. B. Chlamydomonas nivalis) verursachen durch rot gefärbte Zellen den Blutschnee. Die Färbung wird durch verschiedene Sekundärstoffe aus der Gruppe der Carotinoide, unter anderem durch das Astaxanthin (auch unter dem veralteten Namen Haematochrom bekannt) hervorgerufen. Diese Carotinoide werden unter ungünstigen Umweltbedingungen von der Alge zum Schutz produziert, z. B. bei starker UV-Strahlung, welche in großen Höhen vorherrscht oder in dem durch die Lichtreflexion des Schnees erzeugten starken Licht.[2] Auch Nährstoffmangel begünstigt die Astaxanthinbildung. [3] Carotinoide sind bekannt für ihre Funktion als Antioxidantien und Ozonfänger.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim W. Kadereit, Christian Körner, Benedikt Kost, Uwe Sonnewald: Strasburger Lehrbuch der Pflanzenwissenschaften. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2014, S. 593.
  • Rainer Bergfeld: Sexualität bei Pflanzen. Ulmer, Stuttgart 1977, S. 27.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chlamydomonas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. AlgaeBase Taxonomy Browser: Genus: Chlamydomonas, abgerufen am 7. Mai 2018.
  2. Gorton HL, Vogelmann TC (2003): Ultraviolet Radiation and the Snow Alga Chlamydomonas nivalis (Bauer) Wille. In: Photochemistry and Photobiology: Vol. 77, No. 6 pp. 608–615
  3. Franz-Christian Czygan: Blutregen und Blutschnee: Stickstoffmangel-Zellen von Haematococcus pluvialis und Chlamydomonas nivalis In: Archives of Microbiology Volume 74, Number 1 / März 1970