Zygote

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zygote (schematisch): Befruchtete menschliche Eizelle mit der Zona pellucida, die das Eindringen weiterer Spermien verhindert. Eine Einzelle kann dadurch nur von einem einzigen Spermium befruchtet werden. Deshalb enthält die Zygote genau zwei Chromosomensätze, einen mütterlichen und einen väterlichen. Dadurch können die anschließenden mitotischen Teilungen harmonisch ablaufen.

Eine Zygote ist eine eukaryotische diploide Zelle, die bei der geschlechtlichen Fortpflanzung durch Verschmelzung zweier haploider Geschlechtszellen (Gameten) entsteht – meistens aus einer Eizelle (weiblich) und einem Spermium (männlich). Diese Vereinigung der Geschlechtszellen, bei der auch die beiden Zellkerne miteinander verschmelzen (Karyogamie), bezeichnet man als Befruchtung. Aus der Zygote geht bei den weitaus meisten Lebewesen durch vielfache mitotische Zellteilungen der diploide Organismus hervor. Im weiteren Verlauf erfolgt dann bei diesem in denjenigen Geweben, in denen seine Geschlechtszellen entstehen, durch Meiose der Übergang vom diploiden zum haploiden Zustand, in dem schließlich wieder Gameten gebildet werden (siehe auch Keimbahn).

Entdeckung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bildung einer Zygote beobachtete erstmals Christian Gottfried Ehrenberg 1820 bei einem Schimmelpilz.[1]

Mensch und Tiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zygote entsteht beim Menschen und bei den Säugetieren durch die Befruchtung im Eileiter. Aus der Zygote entstehen die ersten Embryonalstadien, also das Zwei- und Vierzellstadium, daraus dann die Morula und die Blastula (Blastogenese), welche während ihrer Entwicklung durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter wandern. Die Blastozyste nistet sich dann in der Gebärmutter ein. Auch bei den Vögeln, den Reptilien und den meisten Schwanzlurchen findet die Befruchtung nach einer Begattung im Mutterleib statt; die Zygote wird dann aber als Ei ausgeschieden. Froschlurche und viele Fische geben dagegen schon die unbefruchteten Eizellen als Laich ins Wasser ab, und die Zygote entsteht dann dort durch eine äußere Befruchtung. Ebenso gibt es bei wirbellosen Tieren solche mit innerer (Insekten und Krebstiere) und solche mit äußerer Befruchtung (z.B. Hohltiere).

Pflanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Samenpflanzen befindet sich die Zygote in der Samenanlage. Sie entsteht, indem das haploide Pollenkorn nach der Bestäubung den Pollenschlauch bildet, dieser in die Samenanlage hineinwächst und dort die Eizelle befruchtet. Aus der Zygote entwickelt sich dann der Embryo als Teil des Samens. Bei den Farnen entsteht die Zygote in der Erde, wo die kleinen haploiden Prothallien Eizellen und Spermien-artige Spermatozoide ausbilden. Aus der Zygote geht dann die eigentliche Farnpflanze hervor. Bei den Moosen ist die eigentliche Pflanze haploid, und auf ihr sitzen die Geschlechtsorgane (Gametangien), die wie bei den Farnen Eizellen enthalten oder Spermatozoide freisetzen. Letztere gelangen durch Spritzwasser auf die weiblichen Geschlechtsorgane der Moospflanze (Archegonien) und damit zur Eizelle. Aus der Zygote entsteht dann ein relativ kleiner diploider Sporophyt, der (wie die diploide Farnpflanze) haploide Sporen bildet, welche der Vermehrung dienen.

Bei Pflanzen kann eine Zygote (und die daraus hervorgehende Tochterpflanze) auch polyploid sein, falls sie durch eine Befruchtung aus zwei nicht meiotisch reduzierten Gameten entstanden ist.

Pilze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine große Vielfalt der Verhältnisse und teils erhebliche Abweichungen von den übrigen Organismen zeigen die Pilze. So bilden die Ständerpilze, zu denen die meisten Speisepilze gehören, keine Geschlechtsorgane und keine Gameten. Bei ihnen verschmelzen gewöhnliche Zellen der fadenförmigen haploiden Myzele zu zweikernigen Tochterzellen, ohne dass es zunächst zu einer Verschmelzung der Zellkerne (Karyogamie) kommt. Dieses zweikernige (dikaryotische) Stadium kann über Jahre andauern, in denen das Myzel weiter wächst, bis es schließlich Fruchtkörper ausbildet. Erst in diesen findet dann die Karyogamie statt. Das Ergebnis dieser Verschmelzung der haploiden Kerne sind Zygoten bzw. Zygosporen. Anschließend erfolgt gleich die Meiose und die Bildung haploider Sporen. Bei anderen Pilzen erfolgen entweder noch mitotische Teilungen oder auch gleich danach die Meiose zur Bildung der Haplosporen, je nach dem Lebenszyklus der jeweiligen Spezies.

Einzeller und Fadenalgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zygote der fadenförmigen Grünalge Spirogyra sp. (in der Mitte des Bildes)

Die meisten Einzeller pflanzen sich nur ungeschlechtlich fort und bilden daher keine Zygoten. Ausnahmen sind die Wimpertierchen und Flagellaten. Bei einfach organisierten, fadenförmigen Algen differenzieren sich einzelne Zellen des Fadens zu Geschlechtsorganen aus, und die Zygote ist dann entsprechend eine Zelle des Algenfadens.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lexikon der Biologie: Zygote

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Zygote – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon der Biologie: Ehrenberg, Christian Gottfried.