Christian Tschuggnall

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Christian Tschuggnall (* 1988 in Hall in Tirol) ist ein österreichischer Jazz-Schlagzeuger und Komponist.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschuggnall absolvierte von 2002 bis 2008 ein Vorbereitungsstudium am Tiroler Landeskonservatorium im Fach Schlagwerk, während er am Musikgymnasium Innsbruck zur Schule ging und dort 2007 die Matura absolvierte. Nach Beendigung des Zivildienstes in Innsbruck studierte er 2008–2009 ein Jahr an der Popakademie Baden-Württemberg bei Udo Dahmen, Benni Greb und Jost Nickel. Im Jahr 2009 zog er nach Berlin, um an der Universität der Künste Berlin zu studieren und erhielt dort 2015 den Titel Master of Music mit Auszeichnung im Hauptfach Schlagzeug und Komposition. Seine Professoren waren unter anderem John Hollenbeck, Greg Cohen, David Friedman, Volker Schlott und Kurt Rosenwinkel.[1]

Tätigkeit als Schlagzeuger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschuggnall kollaborierte als Schlagzeuger mit verschiedenen Künstlern und Bands, darunter The Cinematic Orchestra, BluatschinkJoey Baron, Frittenbude, The Next Step, Jocelyn B. Smith, Wolfgang Fiedler, Sun Dew, Shackleton, Robyn Schulkowsky, Jonathan Kluth, Percussive Mechanics, Magnetic Ghost Orchestra und Melt-Trio.[2][3][4][5]

Während des Studiums am Tiroler Landeskonservatorium gewann er 4-fach den ersten Preis des österreichischen Musikwettbewerbs Prima la musica im Bereich Klassisches Schlagwerk. Bereits mit 19 Jahren trat er als Solo-Schlagzeuger bei der Night Of Percussion in Graz auf. Im Mai 2012 wirkte er als Schlagzeuger auf der DVD Manuscripts von Manu Delago mit, u. a. mit dem London Symphony Orchestra.[6]

Tätigkeit als Komponist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kampagne #klangberlins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen internationalen Namen als Komponist machte sich Tschuggnall durch die 2017 veröffentlichte Branding-Kampagne #klangberlins für das Konzerthausorchester Berlin, die sich im Internet schon kurz nach der Veröffentlichung viral verbreitete. Weltweit wurden die Videos über 3 Millionen Mal angesehen. Nach bekannten Medien aus Berlin und Deutschland zeigten auch internationale Medien wie Le Monde, Courrier international, das japanische Fernsehen NHK, die argentinische Zeitung La Nación sowie australische, US-amerikanische und britische Blogs Videoclips der Reihe #klangberlins.[7][8]

Für die Kampagne schrieb Tschuggnall gemeinsam mit dem Komponisten Michael Edwards eine Partitur, mit der klassische Instrumente durch erweiterte Spieltechniken Alltagsgeräusche aus dem Berliner Stadtleben nachahmen können. Mit Michael Edwards betreibt Tschuggnall das Musikstudio unheard in Berlin.[9][10][11][12]

Die Kampagne wurde für mehrere Preise nominiert und ausgezeichnet, darunter der Golden Award of Montreux, der Deutsche Preis für Onlinekommunikation 2017 und der Cannes Corporate Media & TV Award.[13][14][15]

Bands und Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seiner selbst gegründeten Jazz- und New-Age-Band Snooze-On veröffentlichte Tschuggnall im Jahr 2013 das Debüt-Album Snooze-On. Im Dezember 2014 folgte das zweite Album Drawn. Eine weitere Zusammenarbeit besteht mit der US-amerikanischen Keyboarderin Liz Kosack, mit der Tschuggnall das Duo-Projekt aus Synthesizer und Schlagzeug Sunrise Over A Dystopic Future City (SOADFC) gründete.[16][17]

Christian Tschuggnall ist außerdem Gründungsmitglied des Kollektivs für Komponierte und Improvisierte Musik (KIM) in Berlin.[18]

Anderes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Tschuggnall ist der Bruder des Pop-Sängers Michael Tschuggnall, der 2003 Sieger der ORF-Castingshow Starmania und außerdem Teilnehmer bei Dancing Stars war.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Bandleader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: Snooze-On – Snooze-On[19]
  • 2016: Snooze-On – Drawn[20][21]
  • 2016: SOADFC – Dystopia

Als Sideman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008: Bacchanal – The Next Step
  • 2012: Manuscripts - Manu Delago
  • 2013: Dinna Daussa – Bluatschink
  • 2014: Ophelia – Jonathan Kluth
  • 2015: My Way – Jocelyn B. Smith
  • 2016: Sun Dew
  • 2017: Tagtraum – Anna Marlene Bicking

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: 1. Preis Bundeswettbewerb Prima La Musica
  • 2005: 1. Preis Bundeswettbewerb Prima La Musica
  • 2006: 1. Preis Bundeswettbewerb Prima La Musica
  • 2007: 1. Preis Bundeswettbewerb Prima La Musica
  • 2014: Nominierung Neuer Deutscher Jazzpreis (Snooze-On)
  • 2017: Finalist Golden Award Of Montreux (#klangberlins)
  • 2017: ADC Peaks Bestes Youtube Video (#klangberlins)
  • 2017: Finalist Best Sounddesign Music and Sounds Awards (#klangberlins)
  • 2017: Cannes Corporate Award, Gold in der Kategorie Webisodes (#klangberlins)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biography | Christian Tschuggnall. Abgerufen am 22. September 2017 (deutsch).
  2. Jazzstar Jocelyn B. Smith feiert Tour-Abschlusskonzert in Siegen | wirSiegen – das Siegerland Portal. Abgerufen am 22. September 2017 (deutsch).
  3. TIM CASPAR BOEHME: Exzellente Trommelgruppe. In: Die Tageszeitung: taz. 29. April 2015, ISSN 0931-9085, S. 24 (taz.de [abgerufen am 22. September 2017]).
  4. Fusion – Deutsche Mugge. Abgerufen am 22. September 2017 (deutsch).
  5. The Cinematic Orchestra. Abgerufen am 22. September 2017.
  6. Manu Delago: Manu Delago – Manuscripts Documentary. 30. November 2013, abgerufen am 22. September 2017.
  7. LifePR (c) 2002–2017: Konzerthaus Berlin erhält für seine Clip-Reihe #klangberlins den Deutschen Preis für Onlinekommunikation – Konzerthaus Berlin – Pressemitteilung. Abgerufen am 22. September 2017.
  8. m.i.r. media – Digital Agency – www.mir.de: #klangberlins – Konzerthaus Berlin. Abgerufen am 22. September 2017.
  9. Orchester imitiert Berlin-Geräusche: Ketchup aus der Trompete – SPIEGEL ONLINE – Video. In: Spiegel Online. 28. Januar 2017 (spiegel.de [abgerufen am 22. September 2017]).
  10. Berliner Morgenpost – Berlin: Wie klingt eigentlich eine Currywurst? (morgenpost.de [abgerufen am 22. September 2017]).
  11. Currywurst, Trabbi, S-Bahn: Das Konzerthausorchester zeigt, wie Berlin klingt. In: Berliner Zeitung. (berliner-zeitung.de [abgerufen am 22. September 2017]).
  12. unheard – Composition | Production. Abgerufen am 22. September 2017 (britisches Englisch).
  13. Konzerthaus Berlin: Deutscher Preis für Onlinekommunikation – DER KULTUR BLOG. In: DER KULTUR BLOG. 13. Juni 2017 (der-kultur-blog.de [abgerufen am 22. September 2017]).
  14. Cannes Corporate Media & TV Awards: Preisträger 2017. Abgerufen am 2. Oktober 2017 (englisch).
  15. 2017 Finalists – Sound Design. Abgerufen am 2. Oktober 2017 (britisches Englisch).
  16. Sunrise Over A Dystopic Future City. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 10. Juli 2017; abgerufen am 22. September 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.soadfc.com
  17. Bernd Zimmermann: nrwjazz.net | Night of Surprise zog viel Publikum in den Stadtgarten. Abgerufen am 22. September 2017.
  18. kimcollective. Abgerufen am 22. September 2017 (amerikanisches Englisch).
  19. JAZZAffine.com: snooze-on. In: jazzaffine.com. 18. September 2013 (jazzaffine.com [abgerufen am 22. September 2017]).
  20. Verlag Axel Stinshoff, Köln: Snooze-On – Drawn. Drawn. In: Jazz thing & Blue Rhythm. (jazzthing.de [abgerufen am 22. September 2017]).
  21. Snooze-On – Drawn. (soultrainonline.de [abgerufen am 22. September 2017]).