Claudia Rankine

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Claudia Rankine (2014)

Claudia Rankine (geboren 1. Januar 1963 in Kingston, Jamaika[1][2]) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claudia Rankines Eltern kamen 1970 als Migranten nach New York City, wo sie in der Bronx als ungelernte Krankenhaushelfer arbeiteten. Sie besuchte die Cardinal Spellman High School, das Williams College und schloss das Studium an der Columbia University mit einem MFA ab. Rankine arbeitete neun Jahre als Dozentin am Pomona College in Claremont, Kalifornien. Im Jahr 2005 wurde sie in die Academy of American Poets aufgenommen. Sie hielt 2016 die Poetikprofessur an der Yale University.

Ihre Gedichte erscheinen seit 1993 in Literaturzeitschriften und brachten ihr verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, 1994 erschien ihr erster Gedichtband. 2002 gab sie gemeinsam mit Juliana Spahr eine Anthologie amerikanischer Gegenwartslyrik von Frauen heraus.

In dem 2004 gedruckten Gedichtband Don’t Let Me Be Lonely schrieb sie auch über den 1998 im Staat Texas ermordeten James Byrd und über den Gouverneur George W. Bush, den das Geschehen kaltließ.

2014 veröffentlichte sie das Langgedicht Citizen: An American Lyric; das Buch enthält auch eine Namensliste der black bodies – Afroamerikaner, die durch rassistische Polizeigewalt getötet wurden –, die zwischen den Auflagen aktualisiert wird. Das Buch gewann 2014 den Los Angeles Times Book Prize und den National Book Critics Circle Award in Poetry sowie 2015 den Forward Poetry Prize (Best Collection) und erhielt weitere Auszeichnungen; so war es 2014 auf der Shortlist des National Book Award.[3]

2016 erhielt Rankine eine MacArthur Fellowship; das 625.000-USD-Preisgeld stiftete sie für den Start des Racial Imaginery Institute. Dessen erste Aufgabe sei es, den Rassismus in den Vereinigten Staaten nach seinem Konzept der „Whiteness“ zu hinterfragen.[4]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anthologien
  • mit Juliana Spahr (Hrsg.): American Women Poets in the 21st Century: Where Lyric Meets Language. Wesleyan University Press, 2002.
  • mit Lisa Sewell (Hrsg.): American Women Poets in the 21st Century: The New Poetics. Wesleyan University Press, 2005.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorsia Smith Silva: Claudia Rankine, in: The Greenwood encyclopedia of American poets and poetry. 4. M - R. Westport, Conn. : Greenwood Press, 2006 ISBN 0-313-33012-3, S. 1342f.
  • Neil Munshi: “All those white women marching – part of me felt: where were you?”. Interview, in: Financial Times, 25. Februar 2017, S. 3.
  • Christopher Nealon: The Matter of Capital. Poetry and Crisis in the American Century. Cambridge, Mass. : Harvard University Press, 2011, darin: Kapitel Sadness and Securitization: Claudia Rankine, S. 146–153, kommentierter Auszug.
  • Cole Swensen; David St. John (Hrsg.): American hybrid. New York, N.Y. : Norton, 2009 ISBN 978-0-393-33375-6, S. 337–342.
  • Paul Hoover (Hrsg.): Postmodern American poetry : a Norton anthology. 2. Ausgabe. New York, N.Y. : Norton, 2013 ISBN 978-0-393-34186-7, S. 739–743.
  • Dorothy Barrisi: Baby Boom Poetry and the New Zeitgeist. in: The Prairie Schooner, Herbst 2009, S. 191–193, Auszug.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claudia Rankine auf britannica.com, abgerufen am 26. April 2017
  2. Claudia Rankine auf modernamericanpoetry.org, abgerufen am 26. April 2017
  3. Adam Fitzgerald: ‘That’s not poetry; it’s sociology!’ – in defence of Claudia Rankine’s Citizen, in: The Guardian, 23. Oktober 2015
  4. Steven W Thrasher: Claudia Rankine: why I’m spending $625,000 to study whiteness, in: The Guardian, 19. Oktober 2016