ClickandBuy

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ClickandBuy International Limited
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Rechtsform Limited
Gründung 1999
Sitz London, Großbritannien
Leitung Peter Vesco
Mitarbeiter 80
Website www.clickandbuy.com
Anfang 2010 abgelöstes Logo

Die ClickandBuy International Limited [ˈklɪkˌəndˈbaɪ] (engl. wörtlich „Klick’ und kauf’“) war ein E-Geld-Anbieter und eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. Am 30. April 2016 hat das Unternehmen den Betrieb eingestellt.[1][veraltet]

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Erstnutzung registrierten sich Internetkäufer und hinterlegten ihre Bankverbindung oder Kreditkartendaten bei ClickandBuy. Die Registrierung erfolgte einmalig und war kostenlos. Bei anschließenden Online-Käufen wurden zur Übertragung von E-Geldguthaben vom Käufer an den Verkäufer nur noch ClickandBuy-Benutzername und Passwort angegeben, die Zahlungsmittelinformationen lagen bei ClickandBuy. Die Bezahlabwicklung über ClickandBuy erfolgte per Lastschrift, Kreditkarte oder mit „aufgeladenem“ Prepaid-Guthaben. Über ein Ausgabelimit konnten Nutzer monatliche Maximalbeträge für Zahlungen per ClickandBuy festlegen. Die Verwaltung persönlicher Daten erfolgte über ein Online-Kundenkonto, über das die Nutzer auch ihren ClickandBuy-Kontostand und ihre getätigten Zahlungen einsehen konnten. Eröffnung und Führung eines ClickandBuy-Kontos sowie Zahlungen waren für Kunden grundsätzlich kostenlos. Einem Konto mit Guthaben wurden jedoch Bereitstellungsgebühren belastet, wenn ein Jahr lang keine Transaktion (Kauf oder Einzahlung) erfolgte. Für das Aufladen von Guthaben konnten Gebühren anfallen. Seit Mitte 2012 konnten ClickandBuy-Nutzer über die ClickandBuy-Mobile-App Online-Käufe über ihr Smartphone tätigen. Die App war kostenfrei für iOS- und Android-Geräte erhältlich.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 war der einzige relevante Onlineshop, in dem ClickandBuy genutzt werden konnte, der Apple iTunes Store / Apple App-Store.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung erfolgte 1999 in Köln, das Geschäftsmodell hatte die Firstgate Internet AG entwickelt.

2006 wurde das operative Geschäft auf ein in Großbritannien neu gegründetes Unternehmen übertragen (ClickandBuy International Limited) und von diesem auf der Grundlage einer britischen Lizenz zur Ausgabe und Verwaltung von E-Geld fortgeführt.

2010 wurde ClickandBuy eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG.

Am 3. Dezember 2015 meldete das Unternehmen, dass es zum 30. April 2016 den Betrieb einstellt.[1]

Datensicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ClickandBuy ist als geprüftes Zahlungssystem TÜV-zertifiziert sowie als E-Geldinstitut gemäß den Electronic Money Regulations 2011 autorisiert. Bereits mehrmals wurden Sicherheitslücken entdeckt, die allerdings nach Bekanntwerden umgehend geschlossen wurden.[2]

Käuferschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traf ein per ClickandBuy bezahlter Versandartikel nicht auf dem Postweg beim Käufer ein, vermittelte ClickandBuy zwischen Anbieter und Käufer und erstattete nach Prüfung des Käuferschutzantrags eventuell den Kaufpreis inklusive der Lieferkosten.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2000 enthüllten die Journalisten Tom Brankamp und Michael Tobias im Handelsblatt, dass das Bezahlsystem ClickandBuy Sicherheitslücken hat.[3] Die Autoren wiesen nach, dass sie die Sicherheitssysteme ganz leicht umgehen konnten und unbehelligt zu Lasten Dritter hätten über ClickandBuy einkaufen können. Die Sicherheitsarchitektur von ClickandBuy wurde nach Erscheinen des Artikels umgehend nachgebessert.

In der jüngsten Vergangenheit wiederholten sich Betrugsfälle mit iTunes-Accounts, die über ClickandBuy bezahlt wurden. Hierbei wurden von fremden Personen Käufe getätigt und teilweise erhebliche Beträge unauthorisiert über das ClickandBuy-Konto abgerechnet. Apple reagiert im Regelfall kulant. Auffallende Gemeinsamkeit aller Geschädigten ist, dass es sehr häufig In-App-Käufe sind. Eine Anzeige bei der deutschen Polizei ist im Regelfall wenig hilfreich, da die Beträge der einzelnen Geschädigten oft zu gering sind, um Ermittlungen im Ausland ernsthaft durchzuführen. Hilfreicher wäre eine Mitteilung an die britische Bankenaufsicht Financial Services Authority (FSA).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jens-Werner Hinrichs, Malte Krüger und Sebastian van Baal: Der Internet-Zahlungsverkehr aus Sicht der Händler: Ergebnisse der IZH4, Köln 2008, ISBN 978-3-935546-37-9.
  • Sebastian Konrad Nürnberg: Elektronische Bezahlsysteme im Internet: Eine Untersuchung am Beispiel von "Paybox", "Moxmo" und "Firstgate click & buy", ISBN 978-3-8300-1430-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ClickandBuy schließt – Telekom-Bezahldienst wird eingestellt. In: Handelsblatt. 3. Dezember 2015. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  2. http://www.heise.de/security/meldung/Erneut-Sicherheitsluecke-bei-ClickandBuy-1874953.html Abgerufen am 3. Juni 2014
  3. Handelsblatt Nr. 234 vom 4. Dezember 2000, Seite N02