Clifford Cocks

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Clifford Christopher Cocks, CB,[1] (* 28. Dezember 1950[2]) ist ein britischer Mathematiker und Kryptographer am GCHQ, der den weit verbreiteten Verschlüsselungsalgorithmus, der nun unter RSA bekannt ist, erfand; und das etwa drei Jahre bevor er unabhängig von Ronald Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman am MIT entwickelt wurde. Diese Errungenschaft wird ihm nicht allgemein anerkannt, da seine Arbeit per definitionem einer Geheimhaltungsstufe unterlag und deshalb damals nicht veröffentlicht wurde.

Leben[Bearbeiten]

Im Jahr 1968 gewann Cocks Silber bei der Internationalen Mathematik Olympiade während seiner Zeit an der Manchester Grammar School. Anschließend studierte er Mathematik am King's College in Cambridge und graduierte an der Universität Oxford, wo er sich in Zahlentheorie spezialisierte. Im September 1973 verließ er die Universität, und trat dem CESG, einem Zweig des GCHQ, bei.

Am GCHQ erfuhr Cocks von dem von James H. Ellis in den späten 1960ern entwickelten Konzept der „nicht-geheimen Verschlüsselung“. Cocks entwickelte 1973 als erste Umsetzung dieses Konzeptes ein Verfahren, das später als RSA-Verschlüsselung bekannt wurde. Das GCHQ hatte zwar keine Verwendung für das Verfahren, stufte es aber als geheim ein. Es wurde erst nach seiner Wiederentdeckung und Veröffentlichung durch Ronald L. Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman 1977 bekannt. Cocks’ frühere Urheberschaft wurde erst 1997 offenbar.

2001 entwickelte Cocks eines der ersten sicheren ID-basierten Verschlüsselungsschemata (IBE), ausgehend von Annahmen über quadratische Reste in zusammengesetzten Gruppen. Das Cocks IBE Schema ist aufgrund seines hohen Grades an ciphertext expansion (Zunahme der verschlüsselten Nachricht an Länge) in der Praxis nicht weit verbreitet. Es ist zurzeit eines der wenigen IBE-Schemata, welches keine bilinear pairings verwendet und sich aus Sicherheitsgründen auf mehrere gut untersuchte mathematische Probleme verlässt.

2003 wurde Clifford Cocks Chefmathematiker des GCHQ. 2008 wurde er zum Companion des Order of the Bath ernannt (die Quelle beschreibt ihn als „Counsellor, Foreign and Commonwealth Office“[1]), und erhielt einen Ehrentitel der Universität Bristol.[3]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b London Gazette (Supplement). Nr. 58557, HMSO, London, 28. Dezember 2007, ISSN 0374-3721, S. 2 (PDF, abgerufen am 7. März 2008, Englisch).
  2. Clifford Cocks Oration. Bristol University. Archiviert vom Original am November 2009. Abgerufen am 4. November 2008.
  3. Honorary degrees awarded. Bristol University. Abgerufen am 7. März 2008.

Schriften[Bearbeiten]

  • Clifford Cocks, An Identity Based Encryption Scheme Based on Quadratic Residues., Cryptography and Coding, 8th IMA International Conference, 2001, S. 360–363.
  • Clifford Cocks Mathematics and Cryptography in Timothy Gowers June Barrow-Green, Imre Leader (Herausgeber): The Princeton Companion to Mathematics, Princeton University Press 2008

Weblinks[Bearbeiten]