Cobalt(II)-nitrat

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Strukturformel
Cobaltion Nitration
Allgemeines
Name Cobalt(II)-nitrat
Andere Namen
  • Cobaltnitrat
  • Kobalt(II)-nitrat
Summenformel Co(NO3)2
CAS-Nummer
  • 10141-05-6 (wasserfrei)
  • 10026-22-9 (Hexahydrat)
PubChem 25000
Kurzbeschreibung

rotbraune hygroskopische Kristalle (Hexahydrat)[1]

Eigenschaften
Molare Masse 291,04 g·mol−1 (Hexahydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 2,49 g·cm−3 (wasserfrei)[1]
  • 1,88 g·cm−3 (Hexahydrat)[1]
Schmelzpunkt

55 °C (Kristallwasserabgabe)[1]

Siedepunkt

100–105 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

sehr gut in Wasser (1030 g·l−1 bei 25 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP)[3], ggf. erweitert[1]
03 – Brandfördernd 07 – Achtung 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​302​‐​317​‐​334​‐​350i​‐​341​‐​360F​‐​410
P: 201​‐​210​‐​220​‐​280​‐​308+313​‐​370+378 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) [5]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 49​‐​60​‐​42/43​‐​68​‐​50/53
S: 53​‐​45​‐​60​‐​61
Zulassungs­verfahren nach REACH

besonders besorgnis­erregend[6]: krebs­erzeugend, fortpflanzungs­gefährdend (CMR)

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Cobaltnitrat ist ein Salz der Salpetersäure, gebildet aus dem Cobaltkation und dem Nitratanion. Das braunrote und hygroskopische Salz liegt in der Regel als Hexahydrat vor und bildet monokline Kristalle, die in Wasser, Ethanol und anderen organischen Lösemitteln gut löslich sind. Oberhalb von 55 °C geht das Hexahydrat unter Wasserabgabe schnell in das Trihydrat über. Bekannt ist auch ein Monohydrat, das kristallwasserfreie Salz ist blassrot und von pulvriger Konsistenz.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Probe: Cobalt(II)-nitrat-hexahydrat
Mit Kobaltnitrat beschriftete Tiegel

Es wird in der klassischen anorganischen analytischen Chemie zum qualitativen Nachweis von Zink als Rinmans Grün (ZnCo2O4) und Aluminium als Thénards Blau (CoAl2O4) auf der Magnesiarinne verwendet.

Es dient außerdem zur Herstellung von hochreinem Cobalt und wird als Buntpigment für Keramiken verwendet.

Des Weiteren werden Lösungen davon dazu verwendet Porzellantiegel dauerhaft zu beschriften.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cobalt(II)-nitrat wird durch Auflösen von Cobalt, Cobalt(II)-oxid oder Cobalt(II)-carbonat in verdünnter Salpetersäure hergestellt.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cobalt(II)-nitrat kristallisiert in Abhängigkeit vom Kristallwassergehalt in verschiedenen Kristallstrukturen, deren Eigenschaften in untenstehender Tabelle angeführt sind. Das Hexahydrat geht bei 106 °C in das Dihydrat über.[7]

Gitterparameter der verschiedenen Modifikationen von Cobalt(II)-nitrat
Formel Kristallsystem Raumgruppe  a [ Å  b [ Å ]   c [ Å ]   β    Z  
Co(NO3)2 · 6 H2O[8] monoklin C2/c (Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15 14,29 6,14 12,66 112,79° 4
Co(NO3)2 · 2 H2O[7] monoklin P21/n (Nr. 14, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/14.2 6,019 8,629 5,729 92,65° 2
Co(NO3)2[9] trigonal R3 (Nr. 148)Vorlage:Raumgruppe/148 10,50 12,84 12

Toxikologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cobalt(II)-nitrat ist krebserzeugend und erbgutverändernd und steht außerdem unter dem Verdacht, fruchtschädigend zu sein.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cobalt(III)-nitrat

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu Cobalt(II)-nitrat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2017 (JavaScript erforderlich).
  2. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Inorganic Compounds, S. 4-60.
  3. Eintrag zu Cobalt dinitrate im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  5. Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 10141-05-6 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  6. Eintrag zu CAS-Nr. 10141-05-6 in der SVHC-Liste der Europäischen Chemikalienagentur, abgerufen am 17. Juli 2014.
  7. a b B. Ribár, N. Milinski, R. Herak, I. Krstanovič, S. Djurič: "The crystal structure of cobalt nitrate dihydrate, Co(NO3)2 · 2 H2O" in Zeitschrift für Kristallographie 1976 144(1-6), S. 133–138. doi:10.1524/zkri.1976.144.1-6.133
  8. Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 3. Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale, Band 3. 4. Auflage, Springer, 1997, ISBN 978-3-540-60035-0, S. 386 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. G.A. Tikhomirov, K.O. Znamenkov, I.V. Morozov, E. Kemnitz, S.I. Troyanov: Anhydrous nitrates and nitrosonium nitratometallates of manganese and cobalt, M(NO3)2, NO(Mn(NO3)3), and (NO)2(Co(NO3)4): synthesis and crystal structure. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie, 628, 2002, S. 269–273, doi:10.1002/1521-3749(200201)628:1<269::AID-ZAAC269>3.0.CO;2-P.