Computational Intelligence

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Computational Intelligence (CI) ist ein Gebiet der künstlichen Intelligenz. Es fasst drei biologisch motivierte Fachgebiete der Informationsverarbeitung zusammen. Es basiert auf Algorithmen der Fuzzylogik und künstlichen neuronalen Netzen sowie auf den Evolutionären Algorithmen. Der Begriff wurde in den 1990er-Jahren vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) geprägt. Teilweise wird er synonym mit dem Soft-Computing verwendet, zumindest bestehen weitgehende Überschneidungen.[1]

Allen drei Fachgebieten ist gemeinsam, dass sie Mechanismen biologischer Problemlösungsstrategien für mathematische oder Ingenieur-technische Fragestellungen nutzbar machen, ohne dabei die Ursprungssysteme selbst korrekt modellieren zu wollen. Diese dienen eher als Inspirationsquelle, frei nach dem Motto: „Erlaubt ist, was funktioniert“.

Zwischen den Fachgebieten gibt es häufig Synergien: So werden z. B. Evolutionäre Algorithmen häufig zum Entwurf von Künstlichen neuronalen Netzen und Fuzzy-Systemen verwendet. Ein weiteres Beispiel sind sogenannte Neuro-Fuzzy-Systeme, die sich ohne Informationsverlust entweder als Fuzzy-System oder Künstliches neuronales Netz darstellen lassen. Somit können sie einerseits als Fuzzy-System in verständlicher Form dargestellt werden, andererseits die leistungsstarken Lernverfahren der Künstlichen neuronalen Netze verwenden.

In Deutschland wird Computational Intelligence inzwischen an vielen Universitäten (z. B. Uni Bonn, TU Darmstadt, Dortmund, Erlangen, Karlsruhe, Magdeburg, Marburg, Siegen, Osnabrück) und Fachhochschulen (Mittweida, Südwestfalen, Köln Abt. Gummersbach, Bochum, Darmstadt) in Masterkursen gelehrt. Außerdem findet sich eine Vielzahl von Vorlesungen zu den einzelnen Teilgebieten. Mehrere wissenschaftliche Organisationen richten regelmäßig Veranstaltungen zu diesem Thema aus (z. B. die jährlichen Workshops Computational Intelligence im Haus Bommerholz bei Dortmund).

International ist die 2004 gegründete IEEE Computational Intelligence Society aktiv.

Zwischen 1997 und 2008 existierte an der Universität Dortmund ein Sonderforschungsbereich zur Computational Intelligence.[2][3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Computational Intelligence: Synergies of Fuzzy Logic, Neural Networks and Evolutionary Computing. 2013, John Wiley & Sons, ISBN 9781118337844
  • Computational Intelligence: Eine methodische Einführung von Kruse, Borgelt, Braune, Klawonn, Moewes, Steinbrecher, 2015, Springer, ISBN 9783658109035

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volker Nissen: Soft Computing. In: Enzyklopaedie der Wirtschaftsinformatik. Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, Universität Potsdam, abgerufen am 15. März 2019
  2. siehe Homepage des SFB 531, abgerufen 11. August 2015 (Memento2des Originals vom 6. Januar 2013 im Webarchiv archive.is) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/sfbci.cs.uni-dortmund.de
  3. siehe Normdaten des SFB unter GND 5261996-5