Conrad Westermayr

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Conrad Westermayr
Porträt von Moritz Daniel Oppenheim 1817 (Kunstsammlungen zu Weimar)
Signatur von Conrad Westermayr

Conrad Westermayr (* 30. Januar 1765 in Hanau; † 5. Oktober 1834 ebenda) war ein deutscher Maler und Kupferstecher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westermayr war der Sohn von Daniel Jacob Westermayr (1734–1788). Von seinem Vater lernte er das Goldschmiedehandwerk und besuchte zudem die örtliche Zeichenakademie. Aus ökonomischen Gründen begann er, Porträts zu zeichnen. Erst 1788 nahm er an der Akademie in Kassel bei Jacob Heinrich Tischbein ein Studium auf. Seine ersten Ölmalereien waren Kopien anderer Meister.

1791 lernte er in Weimar bei Lips die Kupferstecherei. Er stach erfolgreich Nachbildungen von Werken anderer Künstler und war für den Verlag Industrie-Kontor von Bertuch tätig. 1795 ging er nach Dresden um sich in Landschafts- und Antikenmalerei weiterzubilden. 1800 war er wieder in Weimar und heiratete Christiane Henriette Dorothea Stötzer (1772–1834).

1806 wurde er Professor an der Akademie in Hanau. Dort wurde er nach einigen Jahren zum Direktor ernannt und lehrte erfolgreich bis zu seinem Lebensende. Er erlebte hier die Veränderungen der napoleonischen Zeit sowie die Schlacht bei Hanau, wobei er mehrere Gemälde und Kupferstiche vom Schlachtgeschehen anfertigte. In den Sammlungen des Historischen Museums Hanau/Hanauer Geschichtsverein findet sich eine Serie von Zeichnungen der Hanauer Stadttore, die seit 1806 abgerissen wurden.[1] 1808 wurde er Mitglied der Wetterauischen Gesellschaft, für die er Mineralien und andere Gegenstände zeichnete. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag aber in der Förderung seiner Schüler an der Zeichenakademie. Zu ihnen gehörte der Marburger Universitätszeichenlehrer Ludwig Christian Hach (1799–1873) und Moritz Daniel Oppenheim (1800–1882). Westermayr blieb kinderlos und starb 1834 in Hanau.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Grotefend: Westermayr, Konrad. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42, Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 189–191.
  • Norbert Nail: „Semper lustig. Nunquam traurig.“ Marburger Studenten im Stammbuch des Conrad Westermayr. In: alma mater philippina. Sommersemester 1994, S. 22–25.
  • Georg Kaspar Nagler: Westermayr, Conrad. In: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, etc. 3. Auflage. Band 24. Schwarzenberg & Schumann, Leipzig 1835 (books.google.cl).
  • Ina Schneider: Conrad und Henriette Westermayr – Leben und Arbeiten in Weimar und Hanau. In: Neues Magazin für Hanauische Geschichte. 1996, S. 2–34.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Conrad Westermayr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auflistung der Bestände in Michael Müller: „Heute sieht man da Kartoffeln wachsen, wo früher Kanonen aufgepflanzt waren.“ Veränderungen im Hanauer Stadtbild in der napoleonischen Zeit. In: Erhard Bus, Markus Häfner, Martin Hoppe (Red.): Hanau in der Epoche Napoleons. Herausgegeben vom Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. zur Erinnerung an die Schlacht bei Hanau am 30. und 31. Oktober 1813. Hanau 2014, ISBN 978-3-935395-21-3 (= Hanauer Geschichtsblätter 47), S. 187–201, bes. S. 190 f.