Hanau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für weitere Bedeutungen siehe Hanau (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hanau
Hanau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hanau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 8′ N, 8° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Kinzig-Kreis
Höhe: 104 m ü. NHN
Fläche: 76,49 km²
Einwohner: 90.934 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1189 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 63450, 63452, 63454, 63456, 63457
Vorwahl: 06181
Kfz-Kennzeichen: HU
Gemeindeschlüssel: 06 4 35 014
Stadtgliederung: 10 Stadtteile[2]
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 14–18
63450 Hanau
Webpräsenz: www.hanau.de
Oberbürgermeister: Claus Kaminsky (SPD)
Lage der Stadt Hanau im Main-Kinzig-Kreis
Niederdorfelden Schöneck (Hessen) Nidderau Maintal Hanau Großkrotzenburg Rodenbach (bei Hanau) Erlensee Bruchköbel Hammersbach Neuberg (Hessen) Ronneburg (Hessen) Langenselbold Hasselroth Freigericht (Hessen) Gründau Gelnhausen Linsengericht (Hessen) Biebergemünd Flörsbachtal Jossgrund Bad Orb Wächtersbach Brachttal Schlüchtern Birstein Sinntal Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Steinau an der Straße Steinau an der Straße Bad Soden-Salmünster Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Bayern Landkreis Offenbach Offenbach am Main Frankfurt am Main Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Gießen Wetteraukreis HochtaunuskreisKarte
Über dieses Bild

Hanau ist eine Stadt im Osten des Rhein-Main-Gebiets an der Mündung der Kinzig in den Main. Sie ist eines der zehn Oberzentren des Landes Hessen, Sonderstatusstadt des Main-Kinzig-Kreises mit etwa 90.000 Einwohnern[3] und die sechstgrößte Stadt Hessens.[4]

Die ehemalige Residenzstadt der Herren und Grafen von Hanau wurde durch Luftangriffe 1945 vollständig zerstört. Nach Wiederaufbau in völlig veränderter Form ist Hanau wieder wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Region Main-Kinzig und ein bedeutender Verkehrs-, Industrie- und Technologiestandort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanau liegt in der Untermainebene und hier in einer Senke zwischen Wetterau und Vorspessart am nördlichen Rand des Oberrheinischen Tieflands. Es wird von einem ausgedehnten Waldgürtel, der Bulau, umschlossen. Die Stadt bildet den Schnittpunkt bedeutender Verkehrswege am Eingang zum Kinzigtal.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanau grenzt an zehn Städte bzw. Gemeinden:

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanauer Rathaus am Marktplatz

Hanau ist in zehn Stadtteile aufgeteilt. Die Stadtteile sind wiederum in Stadtbezirke aufgegliedert (in Klammern). Die Stadtteile sind:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Hanau

Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wasserburg Hanau wird erstmals 1143 erwähnt. Um die Burg herum entwickelte sich in der Folgezeit eine Siedlung. Am 2. Februar 1303 verlieh König Albrecht I. der Siedlung Hanau das Markt- und Stadtrecht. Damit war das Recht verbunden, Märkte abzuhalten und einen Rat mit zwei Bürgermeistern an der Spitze zu wählen, sowie die Freiheit von Leibeigenschaft („Stadtluft macht frei“). In dieser Zeit wurde mit dem Bau der ersten Stadtmauer begonnen.

Im 15. Jahrhundert war die Stadtbevölkerung gewachsen und die Stadt wurde wesentlich erweitert. Es entstand eine Vorstadt im Westen, außerhalb des ersten Mauerrings. 1470 erhielt diese Vorstadt eine eigene Umwehrung. Unter Graf Philipp II. von Hanau-Münzenberg wurde 1528 eine Stadtbefestigung nach dem technischen Standard der Renaissance begonnen, welche die beiden im Mittelalter entstandenen Mauersysteme umschloss.

Den größten und wesentlichen Wachstumsimpuls erhielt die Stadt, als Graf Philipp Ludwig II. am 1. Juni 1597 einen Vertrag mit wallonischen und niederländischen calvinistischen Flüchtlingen aus Frankreich und den Spanischen Niederlanden [5] schloss. Mit den Hugenotten kam viel Kapital und Fachwissen aus dem handwerklichen Bereich in die Stadt. Gegen die Zusicherung der freien Religionsausübung verpflichteten sich die Flüchtlinge, in Hanau wirtschaftlich tätig zu werden. Sie gründeten die Hanauer Neustadt, in der Fläche das Dreifache der Altstadt, und brachten einen eigenen Baustil nach Hanau. Sie bauten ihr Wohnhaus an die Straße und hinten im Garten ihre Manufaktur. Neben den Goldschmieden eröffneten auch Tuchmacher, Weber und Seidenweber sowie Hutmacher Werkstätten und Manufakturen. Mit dem Zuzug der Wallonen und Niederländer begann der Aufstieg Hanaus zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort. Die Neustadt hatte bis 1821 ein eigenes, selbständiges Gemeinwesen, unabhängig von der Altstadt.

Philipp Ludwig II. siedelte außerdem Juden in Hanau an; ab 1604 gab es wieder eine jüdische Gemeinde. Die Schlacht bei Hanau am 30. und 31. Oktober 1813 gewannen Napoleons Truppen; sie besetzten Hanau einen Tag lang.

Blick über den Freiheitsplatz auf das Forum Hanau

Im 19. Jahrhundert war Hanau ein Zentrum der demokratischen Bewegung in Deutschland. 1830 und 1848 gingen von hier wichtige revolutionäre Impulse aus. Zur zwangsweisen Durchsetzung der Konterrevolution in Kurhessen wurde Hanau am 1. November 1850 von Bundesinterventionstruppen aus Bayern und Österreich besetzt; diese sogenannten Strafbayern wurden erst im Sommer 1851 wieder abgezogen.

1933 wurde bald nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten (→ Regierung Hitler) die demokratische Stadtverwaltung beendet. Vor und während des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Menschen, vor allem solche „jüdischer Abstammung“ deportiert und ermordet (siehe auch Deportation von Juden aus Deutschland und Holocaust). Bei guten Verbindungen in die Berliner Partei- und Führungsspitze dieser Zeit wurde am 18. Oktober 1942 das Deutsche Goldschmiedehaus im Gebäude des alten Rathauses begründet. Die Herkunft der auf den Anfang des 17. Jahrhunderts zurückreichenden Tradition des Goldschmiede-Handwerks wurde nun verschwiegen.

Schloss Philippsruhe vom Mainufer aus gesehen

Bei den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt nach Angriffen im Juli 1944 und am 12. Dezember 1944 in den letzten Kriegsmonaten zum Ziel zweier vernichtender Großangriffe. Bei dem Luftangriff vom 6. Januar 1945 schlugen britische Bomber eine breite Schneise durch die Alt- und Neustadt von Hanau. 90 Todesopfer waren zu beklagen. Viele Einwohner verließen danach die Stadt, nur 15.000 blieben. Acht Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner brachte der Luftangriff am 19. März 1945 des britischen RAF Bomber Command als „Hanauer Schicksalstag“ schließlich die völlige Zerstörung der Stadt.[6] Bei einem Nachtangriff mit über 230 Flugzeugen wurden 1200 Tonnen Spreng- und Brandbomben mit der Folge eines Feuersturms abgeworfen. In der Altstadt standen nur noch sieben von vormals 450 Häusern. Doch auch die Neustadt wurde ein Opfer des Bombardements. Insgesamt verlor die Stadt 80 % ihrer Bausubstanz. Etwa 2500 Menschen starben bei diesem Angriff. Die Einwohnerzahl, 1938 waren es noch 40.000 Menschen (darunter 300 Juden),[7] sank auf unter 10.000 Personen. Zerstört wurden: die Ev.-reformierte Kirche, die Ev.-Lutherische Johanniskirche, die Katholische Pfarrkirche, die Reformierte Niederländische und Wallonische Kirche, das Stadtschloss, das Altstädter Rathaus, das Neustädter Rathaus und das Frankfurter Tor der Neustadt. Totalverluste ohne Wiederaufbau: Spital, Gymnasium (ehemalige Hohe Landesschule), Stadttheater, Neues Zeughaus, Brunnen am Neustädter Markt und viele architektonisch wertvolle Bürgerhäuser der Alt- und Neustadt. Noch 1939 war mit der Freilegung von Fachwerk unter Putz und der farblichen Gestaltung von Altstadthäusern begonnen worden.[8]

Goldschmiedehaus (Altstädter Rathaus)

Nach Artillerie-Beschuss und heftigen Häuserkämpfen in der Ruinenstadt nahm die US-Armee Hanau am 28. März 1945 ein.

Wie in vielen westdeutschen Städten vollzog sich im Wiederaufbau nach dem Kriege die endgültige Zerstörung des ehemals mittelalterlichen Stadtbildes. Die Ruinen des Stadtschlosses, des Zeughauses und des Stadttheaters wurden abgerissen – gegen den Protest von Teilen der Bevölkerung und des Hanauer Geschichtsvereins –, um einer zeitgemäßen Bebauung Platz zu machen. Dasselbe Schicksal erlitten Teile der bis dahin noch erhaltenen Stadtmauer und Befestigungsanlagen sowie große Teile der Wohnbebauung in der Alt- und Neustadt, darunter viele denkmalgeschützte Gebäude wie das Edelsheimsche Palais.

Mit der Gründung des Landes Groß-Hessen am 19. September 1945 durch die Proklamation Nr. 2 der amerikanischen Militärregierung wurde das zuvor zum Freistaat Preußen gehörende Hanau Teil von Hessen.

Hanau gehörte zur amerikanischen Besatzungszone und wurde einer der größten Stützpunkte der US Army in Europa. Die amerikanische Militärgemeinde des Standortes Hanau mit dem Stadtteil Wolfgang und dem nahe gelegenen Hanau Army Airfield umfasste zum Höhepunkt des Kalten Krieges (siehe auch Fulda Gap) rund 30.000 Soldaten und Zivilpersonen. Am 8. August 2008 wurde die komplette Garnison endgültig geschlossen. Es blieb eine etwa 350 ha große Konversionsfläche (Siehe auch: ausländische Militärbasen in Deutschland). Bald begann dort der Bau neuer Wohngebiete und Gewerbegebiete.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hanauer Stadtbild hat sich durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und die anschließende Aufbauphase radikal gewandelt. In naher Zukunft soll das Stadtbild weiter verändert werden: So wurde der Freiheitsplatz, ehemals der Paradeplatz und die Esplanade, seit 2013 zu großen Teilen mit einem neuen Einkaufszentrum mit ca. 22.500 m² Einzelhandelsfläche, neuer Stadtbibliothek und Tiefgarage von der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) bebaut. Gleichzeitig wurde auch der Busbahnhof verändert. Auch der Marktplatz und einige andere Straßen/Wege wurden modernisiert und umgebaut. Seit Herbst 2015 sind die Umbauarbeiten - insbesondere das Einkaufszentrum "Forum Hanau" - fertiggestellt.

Ehemalige Kuranlage Wilhelmsbad

In Hanau sind weltweit führende Unternehmen aus der Technologiebranche wie Heraeus, Umicore oder Vacuumschmelze und die Dunlop-Reifenwerke beheimatet. Bundesweit war Hanau in den 1980er Jahren als Standort der Nuklearindustrie und eines mittlerweile geschlossenen Brennelementewerks in die Schlagzeilen geraten. Auf dem ehemaligen Gelände der RWE Nukem ist ein Technopark unter der Schirmherrschaft von Siemens entstanden.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1907 wurde Kesselstadt zu Hanau eingemeindet. Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Mittelbuchen eingegliedert. Die Stadt Großauheim und die aus dem Landkreis Offenbach stammenden Gemeinden Klein-Auheim und Steinheim am Main (Stadt) folgten am 1. Juli 1974.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadthalle mit Congress Park

(jeweils zum 31. Dezember)[10]

Jahr nur Hauptwohnsitz Haupt- und Nebenwohnsitz
1998 87.716 91.657
1999 87.809 91.381
2000 88.294 91.944
2001 88.801 92.652
2002 89.185 93.277
2003 88.897 93.259
2004 88.487 93.302
2005 88.546 94.177
2006 88.402 94.065
2008 87.760 93.387
2009 88.023 93.610
2010 88.335 92.639
2011 89.384 93.694
2012 90.753 95.050
2014 90.934

Entwicklung der Wohnungsbestände[11]:

Datum Wohnungen
31.12.2003 43.013
31.12.2004 43.037
31.12.2005 42.440
31.12.2008 42.773
31.12.2013 43.654
Denkmal der Brüder Grimm in Hanau

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und Deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[12] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[13][14]

Sitzverteilung in der Stadtverordneten­versammlung 2016
        
Von 53 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaftenb 2016 2011 2006 2001 1997
Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 37,1 20 36,5 22 29,3 17 36,5 22 34,9 21
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 22,8 12 27,0 16 29,8 18 35,1 21 31,2 19
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE 9,8 5 15,1 9 8,3 5 9,2 5 10,6 6
Die Republikaner REP 9,6 5 4,2 2 6,6 4 7,0 4 14,1 9
Wählergemeinschaft Bürger für Hanau BfH 7,7 4 7,1 4 9,0 5 6,7 4 5,7 4
Freie Demokratische Partei FDP 7,6 4 4,7 3 11,9 7 4,9 3 3,0 0
Alternative Linke Liste Hanau ALL 4,4 2
Forum Gemeinsames Hanau FGH 1,0 1
Die Linke LINKE 5,3 3 5,2 3
prozentualer Anteil ungültiger Stimmabgaben 4,5 5,1 4,8 3,8 2,6
Sitze gesamt 53 59 59 59 59
Wahlbeteiligung 38,6 % 37,4 % 35,2 % 44,9 % 62,0 %
Von der Fahrstraße zum Freiheitsplatz
a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen
b In der Tabelle fehlen: 2001 Die Tierschutzpartei mit 0,5 % und 1997 PBC mit 0,5 %

Gewählt wurden die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung sowie die Ortsbeiräte der Stadt für die Legislaturperiode vom 1. April 2016 bis 31. März 2021. Von 65.005 Wahlberechtigten gingen 25.061 zur Wahl. Die Wahlbeteiligung stieg somit von 37,4 % im Jahr 2011 auf 38,6 % im Jahr 2016.

Die SPD hat mit der FDP, den Grünen und den „Bürgern für Hanau“ (BfH) nach der Kommunalwahl 2006 eine Koalition geschlossen, welche sie nach der Wahl 2011 fortführte. Im Dezember 2012 schied die FDP aus der Koalition aus.[15]

Mittlerweile haben sich zwei Grüne von ihrer Fraktion abgespalten und die Alternative Fraktion gegründet.[16]

Hanau war bis Juni 2005 Kreisstadt des Main-Kinzig-Kreises, bevor der Sitz der Kreisverwaltung nach Gelnhausen verlegt wurde.[17] Am 10. Oktober 2005 beauftragte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat, auf die bald mögliche Kreisfreiheit Hanaus hinzuwirken und hierzu entsprechende Verhandlungen mit dem Land Hessen und dem Main-Kinzig-Kreis aufzunehmen.[18]

Oberbürgermeister der Stadt Hanau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des NS-Regimes der Jahre 1933 bis 1945 wurden die Oberbürgermeister nicht mehr gewählt, sondern durch die NSDAP eingesetzt. Dem letzten demokratisch gewählten Stadtoberhaupt, Kurt Blaum, folgten die Nationalsozialisten:

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden bis zur ersten freien Kommunalwahl im Jahr 1946 vorübergehend Persönlichkeiten durch die amerikanische Besatzungsmacht kommissarisch mit der Wahrnehmung des Oberbürgermeisteramtes beauftragt.

Am Altstädter Markt

Die folgenden Personen wurden dann jeweils zum Oberbürgermeister gewählt:

Flagge der Stadt Hanau

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Der in Schwarz und Gold gespaltene Schild zeigt vorn einen goldenen nach links stehenden goldgekrönten und rot gezungten Löwen von sieben silbernen gemeinen Kreuzen begleitet, hinten drei rote Sparren. Auf dem goldgekrönten Spangenhelm liegt eine rot-goldene Helmdecke auf und als Kleinod ein wachsender flügelschlagender rotschnäbliger und ebenso gezungter silberner Schwan. Das Wappen der Stadt leitet sich ab von dem Wappen der Grafschaft Hanau.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Dartford, Vereinigtes Königreich
JapanJapan Tottori, Japan (seit 2001)
RusslandRussland Jaroslawl, Russland
FrankreichFrankreich Conflans-Sainte-Honorine, Frankreich
FrankreichFrankreich Francheville, Frankreich
China VolksrepublikVolksrepublik China Taizhou, Volksrepublik China (seit 2012)
TurkeiTürkei Nilüfer, Türkei (seit 2013)
Städtefreundschaften
DeutschlandDeutschland Waltershausen, Deutschland (Thüringen) seit 1990
FrankreichFrankreich Pays de Hanau, Frankreich

Zudem ist Hanau Mitglied des Bundes der europäischen Napoleonstädte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Sehenswürdigkeiten sind

Das Deutsche Goldschmiedehaus in der Altstadt

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hanau beginnt die Deutsche Märchenstraße, die in Bremen endet. Durch Hanau verläuft die Deutsche Limesstraße[20] und durch Steinheim die Deutsche Fachwerkstraße. Außerdem ist Steinheim der Ausgangspunkt der hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute. Weitere Radwege die durch Hanau führen sind:

Märkte und Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apfelweinfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immer am letzten Augustwochenende findet in der Steinheimer Altstadt im Schlosshof das Apfelweinfest statt.

Johannisfeuer und Altstadtfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den Congress Park Hanau am Schlossplatz

Am Vorabend des Namenstages des Steinheimer Schutzpatrons Johannes, dem 23. Juni, wird im Stadtteil Steinheim das Johannisfeuer angezündet. Seit Jahrzehnten wird das Ereignis unter der Leitung des Steinheimer Geschichtsvereins gefeiert. Seit einigen Jahren wird das Steinheimer Johannisfeuer zum Anlass genommen, das Altstadtfest zu feiern. Unter organisatorischer Leitung der „Interessengemeinschaft Steinheimer Vereine und Verbände“ (IGSV) bewirten die ortsansässigen Vereine in der gesamten Steinheimer Altstadt die Besucher.

Traditionell ist eine Ausnahme der Termingestaltung: So findet das Johannisfeuer niemals an einem Wochenende statt. Fällt der 23. Juni auf einen Samstag, so findet die Feier freitags statt; ist es ein Sonntag, wird das Feuer erst am Montag entzündet.

Wochenmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hanauer Wochenmarkt, der zweimal in der Woche stattfindet (mittwochs und samstags), beruht auf den Gründungsverträgen der Neustadt Hanau: Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg schloss am 1. Juni 1597 einen Vertrag mit calvinistischen Flüchtlingen aus Frankreich und den Spanischen Niederlanden, die Kapitulation der Neustadt Hanau, damit diese sich in der neu zu errichtenden Neustadt Hanau niederließen. Die Kapitulation wurde 1604 durch ein Transfix der Neustadt Hanau ergänzt. Diese Verträge sicherten den Bürgern auch das Recht zu Markt abzuhalten. Dieser findet bis heute auf dem Neustädter Marktplatz statt und wird heute vom Lebensmittelangebot dominiert, das meist von Landwirten aus der Umgebung stammt. Er ist einer der größten Märkte in Hessen mit ca. 100 Ständen. Während der Adventszeit findet hier der Weihnachtsmarkt statt.

Evangelische Marienkirche Hanau

Lamboyfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1635 bis 1636 wurde die Festung Hanau von kaiserlichen Truppen unter General Lamboy belagert. Hierbei bewährte sich das erst wenige Jahre zuvor errichtete, moderne Befestigungssystem. Tausende waren aus den umliegenden Ortschaften in die Stadt geflohen, es herrschten furchtbare Zustände. Im Juni 1636 beendete ein hessisch-schwedisches Entsatzheer unter Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel (1627–1637) die neunmonatige Belagerung. Wilhelm V. von Hessen-Kassel war mit einer Tochter von Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg, Amalie Elisabeth, verheiratet. Kurz danach wurden jährliche Dankgottesdienste eingeführt, aus denen sich ab 1800 das Lamboyfest entwickelte. Zunächst wurde es im Lamboywald gefeiert, der zum Teil das Gebiet einnahm, in dem sich heute das Lamboy-Viertel erstreckt. Seit einigen Jahren findet die Veranstaltung in der historischen Altstadt um das Goldschmiedehaus statt.[21][22]

Bürgerfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstanden 1958 auf Initiative des damaligen Hanauer Oberbürgermeisters Heinrich Fischer, um an die Aufbauleistung der Hanauer Bürger nach dem Zweiten Weltkrieg zu erinnern. Es wird seit einigen Jahren im September auf den Mainwiesen nahe Schloss Philippsruhe gefeiert. Der traditionelle Festplatz war bis in die neunziger Jahre der Schlosspark Philippsruhe, in dem die Zelte Hanauer Vereine aufgebaut wurden. Wegen erheblicher Schäden, die dabei jedes Jahr dem historischen Park, einem Kulturdenkmal, zugefügt wurden, ist das Festgelände verlegt worden. 2002 und 2003 fiel das Fest aus Kostengründen aus.[23]

Einkaufs- und Kulturzentrum Forum Hanau

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brüder Grimm Märchenfestspiele (1985–2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Brüder Grimm Festspiele (seit 2014)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brüder Grimm Märchenfestspiele finden jährlich in der Zeit von Mai bis Juli/August im an den Schlosspark von Schloss Philippsruhe angrenzenden „Amphitheater“ statt. In Erinnerung an die Brüder Grimm, Söhne der Stadt Hanau, werden hier verschiedene Märchen ihrer Sammlungen dramatisiert und in Szene gesetzt.[24]

Philippsruher Schlosskonzerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Fußgängerzone Nürnberger Straße

Die Philippsruher Schlosskonzerte sind eine seit 1987 jährlich durchgeführte klassische Musikveranstaltungsreihe mit dem Collegium Instrumentale Alois Kottmann, die sowohl in den Räumlichkeiten des Schlosses Philippsruhe als auch auf dem Gelände des Schlossparks, unter anderem auch auf der Bühne der Brüder-Grimm-Märchenfestspiele im „Amphitheater“ durchgeführt wird.

Auszeichnungen und Ehrenpreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul-Hindemith-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Erinnerung an den Sohn der Stadt Paul Hindemith verleiht die Stadt Hanau seit 2000 den Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau.

Brüder-Grimm-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Gedenken an die Brüder Grimm verleiht die Stadt seit 1983 den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau.

August-Gaul-Plakette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den in Großauheim geborenen August Gaul erinnert die August-Gaul-Plakette. Die Stadt Hanau vergibt sie an Institutionen und Persönlichkeiten, die sich auf kulturellem bzw. künstlerischem Gebiet in außerordentlichem Maß verdient gemacht haben.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hanau gibt es zahlreiche Museen und Sammlungen. Unter den Museen der Stadt Hanau ist das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe (mit Papiertheatermuseum) das bekannteste. Von der Stadt wird weiterhin das Museum Schloss Steinheim (Archäologie, regionale Vor- und Frühgeschichte, Steinheimer Orts- und Schlossgeschichte) sowie das Museum Großauheim (Industriegeschichte, Kunstsammlung mit Werken von August Gaul und August Peukert) betrieben.

Nicht in städtischer Trägerschaft befindet sich das Deutsche Goldschmiedehaus (Gesellschaft für Goldschmiedekunst mit Unterstützung durch die Stadt), das Heimatmuseum Mittelbuchen (Heimat- und Geschichtsverein mit Unterstützung durch die Stadt), die Burgruine Wilhelmsbad (Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen), das Hessische Puppenmuseum[25] (Förderverein mit Unterstützung durch Stadt und Land), das Hessische Forstmuseum am Wildpark „Alte Fasanerie“ (Hessen-Forst) sowie die Museumseisenbahn Hanau e. V.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Hauptfriedhof wurde 1962 ein Ehrenfeld für die Opfer des Zweiten Weltkriegs angelegt, mit mehreren Kreuzgruppen aus Basaltlava-Tuffgestein.

Dem Ehrenfeld vorgelagert ist ein Eingangshof, der dem besonderen Gedenken an den britischen Luftangriff auf Hanau am 19. März 1945 gewidmet ist. Auf Bronzeplatten sind die Namen der über 2.000 Opfer an diesem Tage verzeichnet.

Blick aus dem Einkaufszentrum Forum Hanau in die Fußgängerzone Hammerstraße

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2003 gehörten 27.492 Hanauer der Römisch-Katholischen und 24.410 der Evangelischen Kirche an. Acht Jahre später, am 31. Dezember 2011, gehörten deutlich weniger, nämlich 23.885 Hanauer der Römisch-Katholischen und 20.499 der Evangelischen Kirche an. „Sonstige“ waren 45.000 Einwohner. Damit sind katholische und evangelische Bürger zusammen eine Minderheit in der Stadt Hanau geworden.[26]

Hanau ist konfessionell geteilt. Während die Kernstadt, Mittelbuchen und Wolfgang überwiegend evangelisch sind, sind Steinheim, Groß- und Klein-Auheim katholisch geprägt.

Wallonisch-Niederländische Kirche:

Die Gründerväter und -mütter der Wallonisch-Niederländische Kirche hatten sich den evangelischen Überzeugungen Zwinglis und Calvins angeschlossen. Sie entstammen den ehemaligen „Spanischen Niederlanden“. Heute sind das die Länder Belgien und die Niederlande sowie der nordöstliche Teil Frankreichs. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begann unter der Herrschaft Kaiser Karls V. in ihrer Heimat die Verfolgung protestantisch gesinnter Christen. Zuflucht fanden die Glaubensflüchtlinge schließlich in Hanau. Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg teilte ihre reformatorischen Überzeugungen. Er schloss am 1. Juni 1597 mit den Vertretern der Emigranten einen Vertrag.[27]

Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bait ul-Wahid Moschee der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft Hanau

Es gibt einige Moscheen:

  • Bosnisch-Islamische Gemeinschaft Hanau e. V.
  • DITIB Merkez Camii, Türkisch
  • Hanau Camii, Türkisch
  • Salahaddin-Moschee-Kurdistan, Kurdisch
  • Millî Görüş Moschee Hanau, Türkisch
  • Omar ibn al-Chattab Moschee, Arabisch
  • Badr Moschee, Arabisch

Judentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit einigen Jahren besteht wieder eine jüdische Gemeinde in Hanau. Die erste jüdische Gemeinde war im Mittelalter durch das Pestpogrom 1344 ermordet worden. Ab 1603 siedelten sich parallel mit den Hugenotten wieder Juden an. Der Bauplatz war das Getto, heute Nordstraße (Hanau). Am 28. Dezember 1605 erließ Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg dazu ein Privileg, die so genannte „Judenstättigkeit“. Die neue Gemeinde war direkt der gräflichen Verwaltung unterstellt, nicht einer der beiden Stadtverwaltungen von Alt- oder Neustadt Hanau, auch wenn ihre Bewohner gegenüber der Altstadt Kopfsteuer zahlen mussten. Die Synagoge wurde im Hof des heutigen Grundstückes Nordstraße 40–42 erbaut. Die Straße war an beiden Enden durch Tore verschließbar. Sonntags durften die Juden das Ghetto nicht verlassen. Das Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde Hanau stand in der Nürnberger Straße (Hanau) 3. Dieses erwarb die Gemeinde, nachdem das Hanauer Ghetto am Anfang des 19. Jahrhunderts von Napoleon geöffnet worden war. Hier befand sich seit 1890 die jüdische Gemeindeschule. Nachdem die Hanauer Nationalsozialisten am 9. November 1938 im Zuge des Novemberpogroms die Synagoge in Brand gesteckt und zugemauert hatten, hielt die Restgemeinde ihre Gottesdienste im Gemeindehaus, bevor 1942 auch die letzten 75 Hanauer Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden.[28] Nur sogenannte Halbjuden und Juden, die mit sogenannten Ariern verheiratet waren, blieben. Sie wurden im Februar 1945 nach Theresienstadt deportiert und konnten mehrheitlich überleben.[29]

Fußgängerzone Rosenstraße

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entfernung zum Frankfurter Flughafen beträgt vom Stadtzentrum aus nur etwa 30 Kilometer.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Empfangsgebäude des Haltepunktes Hanau-Wilhelmsbad aus dem Jahr 1848 von Julius Eugen Ruhl ist heute das älteste in Hanau

Hanau ist ein zentraler Knotenpunkt im Eisenbahnnetz, auf den sechs Strecken zulaufen:

Die Verbindungen der Kahlgrundbahn enden in Hanau, nutzen aber zwischen Kahl und Hanau die Main-Spessart-Bahn.

Historisch gab es darüber hinaus die Hanauer Kleinbahn nach Hüttengesäß und Langenselbold sowie die Hanauer Industriebahn.

In Hanau existieren neben dem Hauptbahnhof, der die vorgenannten Strecken verknüpft, noch die Haltepunkte Hanau West und Hanau-Wilhelmsbad an der Frankfurt-Hanauer Eisenbahn, der Haltepunkt Großauheim an der Main-Spessart-Bahn, der Bahnhof Wolfgang an der Kinzigtalbahn, der S-Bahn-Haltepunkt Steinheim (Main) der südmainischen S-Bahn, der Bahnhof Hanau Nord an der Hanau-Friedberger Bahn (ehemals endete dort auch die Hanauer Kleinbahn) und der Haltepunkt Bahnhof Hanau-Klein Auheim an der Odenwaldbahn. Das Bahnbetriebswerk Hanau ist heute Sitz einer Museumseisenbahn.

Blick in die Wilhelmstraße

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist an ein gut ausgebautes Fernstraßennetz angebunden, darunter an die Bundesautobahnen 3, 45 und 66, sowie die Bundesstraßen 8, 43, 43a und 45. Daneben führen weitere Land- und Kreisstraßen durch das Stadtgebiet.

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Nahverkehr in Hanau und Hanauer Straßenbahn

Der innerstädtische Nahverkehr wird in Hanau überwiegend von der Hanauer Straßenbahn GmbH geleistet.

Mainhafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hanauer Mainhafen ist einer der Häfen mit dem größten Güterumschlag an Main, Main-Donau-Kanal und Donau.

Hauptartikel: Mainhafen Hanau

Industrie und Handwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanau ist Sitz bedeutender Unternehmen, unter anderem der Material- und Werkstofftechnologie, der Medizin- und Dentaltechnik, der Chemie und des Anlagenbaus. Historisch beheimatete es die erste deutsche Fayence-Manufaktur und hat eine lange Tradition in der Goldschmiedekunst und Schmuckherstellung. Große Unternehmen mit Standorten in Hanau sind unter anderem Heraeus, Evonik Industries, Dunlop, Vacuumschmelze und Umicore. Viele Unternehmen der chemischen Industrie sind im Industriepark Wolfgang beheimatet.

Städtisches Versorgungsunternehmen sind die Stadtwerke Hanau GmbH. Die Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern hat ihren Sitz in Hanau.

Die Hanauer Seifenfabrik war ein Unternehmen, das Seifen- und Glycerinprodukte herstellte und vertrieb. Die Aktiengesellschaft wurde 1921 durch Übernahme der Firma Hanauer Seifenfabrik J. Gioth gegründet und erlitt bereits im September 1924 Insolvenz.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Hafeneinfahrt von der Steinheimer Brücke

Ende September 2007 lebten 29.298 Sozialversicherungsbeschäftigte in Hanau (am 30. Juni 2005: 28.462). Allerdings waren am 31. Dezember 2006 nur noch 41.894 (statt 42.013 am 30. Juni 2005) sozialversicherungsbeschäftigte Arbeitsstellen in Hanau bekannt.[30]

Arbeitslosigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeitslosenzahlen werden für den Arbeitsamtsbezirk Hanau erhoben. Die Arbeitslosenquote lag im April 2008 mit 5,6 % unter dem hessischen Durchschnitt, welcher 6,8 % betrug.

Behörden, Gerichte und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanau ist unter anderem Sitz des Landgerichts Hanau, der Staatsanwaltschaft Hanau sowie des Amtsgerichtes Hanau.

Gesundheitsvorsorge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hanau existiert neben dem städtischen Klinikum, welches ein akademisches Lehrkrankenhaus der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt ist, das St.-Vinzenz-Krankenhaus unter der Trägerschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul, Mutterhaus Fulda. Für die Altenpflege existieren in Hanau fünf Einrichtungen der unterschiedlichsten Träger.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schuljahr 2004/2005 wurden 19.113 Schüler in 868 verschiedenen Klassen der Hanauer Schulen unterrichtet. Der Ausländeranteil lag bei 22,9 Prozent. Die am häufigsten vorkommende Schulform ist die Grundschule mit 13 Einrichtungen. Sie sind in allen Stadtteilen, mit Ausnahme der beiden Stadtteile Hohe Tanne und Wilhelmsbad, vertreten.

In Hanau existieren insgesamt 15 Grundschulen. Die Grundschüler des Stadtteils Mittelbuchen besuchen gemeinsam mit den Kindern aus Wachenbuchen die Grundschule in Maintal-Wachenbuchen. An Haupt- und Realschulen existieren vier Schulen mit unterschiedlichen Bildungsschwerpunkten. Drei Gymnasien, die Hohe Landesschule, die Karl-Rehbein-Schule sowie das Gymnasium der privaten Paul-Gerhardt-Schule, und zwei Gesamtschulen, die Otto-Hahn-Schule sowie die Lindenauschule, bilden die Grundlage für die höhere allgemeinbildende Schulform.

An beruflichen Schulen befinden sich in Hanau insgesamt mehrere unterschiedliche Einrichtungen. Die Staatliche Zeichenakademie bietet unter anderem die Ausbildung zum Goldschmiedemeister an, die HGA - Gesundheitsakademie Hessen / Rettungsdienstschule Hessen die Ausbildungen für Rettungssanitäter, Pflegeassistenz und Erste Hilfe an.[31]

Insgesamt drei Förderschulen sind in Hanau vertreten. Das Bildungsangebot Hanaus runden eine Volkshochschule für die Erwachsenenbildung, eine Musikschule, eine Jugendkunstschule, eine Familienbildungsstätte, ein Jugendbildungswerk sowie das Umweltzentrum Kinzigaue ab.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brüder Grimm

Im Jahre 1933 erhielt Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde von Hanau. Diese wurde ihm in der ersten Sitzung eines frei gewählten Stadtrates im Jahre 1946 wieder aberkannt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

unter anderem:

Rudi Völler beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliederstärkster Verein des Main-Kinzig-Kreises ist die Turngemeinde 1837 Hanau a. V.[32]

Hanau ist außerdem Heimat des ältesten hessischen Fußballvereins,[33] des 1. Hanauer FC 1893 e. V. und des TSV Hanau 1860.

Im gleichen Jahr wie der TSV Hanau 1860 wurde auch der TV Kesselstadt gegründet.

In Hanau gibt es auch zwei American-Football-Teams, die Hanau Hornets und die Hanau Ravens.

Der 1. Hanauer THC hat über 1200 aktive Mitglieder.

Außerdem hat Hanau mit dem TFC 1869 Hanau einen der ältesten Fechtvereine Deutschlands.

Des Weiteren existieren in Hanau drei traditionsreiche Rudervereine: die Hanauer Rudergesellschaft 1879, der Hanauer Ruderclub Hassia sowie der Ruderclub Möve Großauheim. In Hanau findet daher in regelmäßigen Abständen der Landesentscheid „Jugend trainiert für Olympia“ im Rudern statt.

Der Golfplatz in Hanau an der Wilhelmsbader Kuranlage gehört zu den renommiertesten Anlagen in Deutschland.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Julius Zimmermann: Hanau, Stadt und Land : Kulturgeschichte u. Chronik e. fränk.-wetterauischen Stadt u. ehemal. Grafschaft; mit bes. Berücks. d. älteren Zeit. Peters, Hanau 1978, ISBN 3-87627-243-2.
  • Ludwig Neundörfer: Hanau: Bild einer Gewerbestadt. In: Die neue Stadt : Zeitschrift für die Gestaltung von Stadt und Land. Bd. 1.1947, 1, S. 10–16.
  • Karl-Heinz Ruth: Die Finanzwirtschaft der Stadt Hanau von 1936 bis 1954. Hanauer Geschichtsverein, Hanau 1997, ISBN 3-9805307-2-8. (Zugl.: Frankfurt am Main, Univ., Diss., 1997)
  • Fried Lübbecke: Hanau, Stadt und Grafschaft. Berühmte Kunststätten, Band 85, E. A. Seemann, Köln 1951.
  • Anja Zeller, Doris Schneider: Kleines Hanau-ABC, Husum-Verlag, Husum 2012, ISBN 978-3-89876-633-3
  • Richard Schaffer-Hartmann: Die Nacht, als Hanau unterging. 19. März 1945 (Deutsche Städte im Bombenkrieg). Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2004. ISBN 3-8313-1471-3
  • Leopold Löwenstein: Das Rabbinat in Hanau nebst Beiträgen zur Geschichte der dortigen Juden. Frankfurt am Main 1921. (PDF-Dokument, Digitalisat der Universität Frankfurt am Main)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hanau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hanau – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Stadt Hanau: Stadtteile/Stadtbezirke, Stand 31. Dezember 2014, abgerufen am 6. April 2016
  3. Frankfurter Rundschau vom 13. Juli 2012, abgerufen am 13. Juli 2012
  4. Modellregion Integration Main Kinzig Kreis und Stadt Hanau, vom 2. September 2009. Stadt Hanau, Der Magistrat. Abgerufen am 22. Februar 2013.
  5. Wallonisch-Niederländische Gemeinde
  6. Hugo Birkner: Die Zerstörung der Stadt Hanau am 19. März 1945. In: Hanau Stadt und Land. Ein Heimatbuch für Schule und Haus. Hanau 1954, S. 385–387.
  7. Geschichtliche Entwicklung Hanaus mit Stadtteilen auf www.hanau.de (PDF, 26 kB)
  8. Hartwig Beseler und Niels Gutschow:Kriegsschicksale Deutscher Architektur. Karl-Wachholtz-Verlag, Neumünster. Band 2, Süd. ISBN 3-926642-22-X. S. 847–855
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 345.
  10. Einwohnerzahlen auf Hanau.de
  11. Fortschreibung des Gebäude- und Wohnungsbestandes in Hanau
  12. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  13. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2011 und 2006
  14. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2001 und 1997
  15. "Die Basis der Koalition bleibt", vom 13. Dezember 2012. Pamela Dörhöfer, fr-online.de. Abgerufen am 22. Februar 2013.
  16. Doppel-Grün im Stadtparlament, vom 11. Februar 2012. op-online.de, Mediengruppe Offenbach-Post. Abgerufen am 22. Februar 2013.
  17. Schon im 17. Jahrhundert die Weichen gestellt, vom 15. August 2011. Main-Kinzig-Kreis. Abgerufen am 22. Februar 2013.
  18. Mehrheit der Kommunalpolitiker aus SPD und CDU will "kreisfreie Stadt", vom 11. Oktober 2005. Osthessen-News, medienkontor fulda. Abgerufen am 22. Februar 2013.
  19. Goldschmiedehaus
  20. Siehe Hanau - die Brüder-Grimm-Stadt, Eintrag von Hanau in limesstrasse.de
  21. Werner Kurz: Das Hanauer Lamboyfest. In: Hanauer Geschichtsverein: Der Dreißigjährige Krieg in Hanau und Umgebung. 2011, ISBN 978-3-935395-15-9, S. 321–334. (= Hanauer Geschichtsblätter 45)
  22. Eckhard Meise: Die Lamboybrücke und das Lamboyfest. In: Hanauer Geschichtsverein: Der Dreißigjährige Krieg in Hanau und Umgebung. 2011, ISBN 978-3-935395-15-9, S. 335–395. (= Hanauer Geschichtsblätter 45)
  23. Werner Kurz: Mit dem Bürgerfest ein Stück Hanauer Identität gestiftet. In: Hanauer Anzeiger. vom 30. August 2008, S. 33.
  24. Website der Brüder Grimm Märchenfestspiele auf hanau.de
  25. Puppenmuseum Hanau
  26. Statistisches Jahrbuch 2013 der Stadt Hanau
  27. Wallonisch-Niederländische Gemeinde
  28. Angelika Cipa u. a.: Hanauer Stadtführer. Dreißig Stätten demokratischer Geschichte und antifaschistischen Widerstandes. Frankfurt 1983, S. 38.
  29. Shmuel Spector, Geoffrey Wigoder (Hrsg.): The Encyclopedia of Jewish Life before and during the Holocaust. Bd. A–J, New York 2001, S. 494: Hanau.
  30. Veröffentlichung der Stadt Hanau
  31. HGA - Gesundheitsakademie Hessen. In: www.hga-hessen.de. Abgerufen am 19. Mai 2016.
  32. Tischtennis: Hanau statt Gönnern. In: Frankfurter Rundschau. 22. April 2009.
  33. Hanns Mattes: Von Kappen, Kickern und Pokalen. Ein Rundgang durch die Geschichte des ältesten hessischen Fußballvereins. Juli 2003.