Corps Bavaria Karlsruhe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Corps Bavaria

Wappen Zirkel
{{{WappenAltText}}} {{{ZirkelAltText}}}
Basisdaten
Hochschulort: Karlsruhe
Hochschule/n: Karlsruher Institut für Technologie
Gründung: 14. November 1847
Korporationsverband: verbandsfrei
WSC, 1863 bis 1965
Farbenstatus: farbentragend
Farben:
Fuchsenfarben:
Art des Bundes: Männerbund
Stellung zur Mensur: nichtschlagend
Wahlspruch: Amico pectus hosti frontem!
Waffenspruch: Gladius ultor noster
Mitglieder insgesamt: 145 (SS 2013)
Website: www.corps-bavaria.de

Das Corps Bavaria ist eine farbentragende, verbandsfreie, nichtschlagende Studentenverbindung mit Sitz in Karlsruhe. Es vereint Studenten und Alumni des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in einem lebenslangen Freundschaftsbund. Das Corps war Mitbegründer des Weinheimer Senioren-Convents (WSC) und ist Karlsruhes drittälteste Studentenverbindung. Die Corpsmitglieder werden Karlsruher Bavaren genannt.[1]

Couleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Corps Bavaria trägt die Farben blau-gold-rot mit goldener Perkussion. Die Burschenmütze ist blau, mit goldenem und rotem Farbstreifen. Die Farben des Fuxenbandes sind gold-rot.

Geschichte von der Gründung bis zum Austritt aus dem WSC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Corps Bavaria zu Karlsruhe wurde am 14. November 1847 gegründet. Stiftungssenior war Tobias Wolff, zuvor inaktiver Corpsbursche des Corps Nassovia. Mit neun ehemaligen Mitgliedern des Corps Franconia und M. Pauls, einem Fuxen der Nassovia, gründete er das Corps Bavaria. Unter dem WahlspruchAmico pectus hosti frontem“ – „Dem Freund die Brust, dem Feind die Stirn“ und mit den Farben blau-gold-rot, trat das Corps Bavaria mit 11 Aktiven dem Karlsruher Senioren-Convent (KSC) bei. Die erste Mensur wurde im Dezember 1847 mit dem Corps Nassovia geschlagen.

Bavaria war von Dezember 1852 bis zum 24. Juni 1854 und von Anfang 1862 bis 1863 durch die Schule suspendiert. Sie beteiligte sich am 7. April 1863 an der Gründung des Weinheimer Senioren-Convents und erarbeitete mit dem Karlsruher-Senioren-Convent den ersten WSC-Comment. [2] Sie war vom 25. November 1866 bis zum 29. August 1867 und vom 28. November 1882 bis zum 7. März 1883 wieder suspendiert, trat am 9. Mai 1883 aus dem WSC aus und beteiligte sich am 31. Mai 1884 an der Erneuerung des WSC, trat im Wintersemester 1885/86 aus dem WSC aus und wurde nach kurzer Zeit wieder aufgenommen. Der SC war wegen eines Streites mit einem Offiziersaspiranten vom 30. April bis zum 3. November 1886 durch die Hochschule suspendiert. Nach der Auflösung des WSC am 20. Oktober 1935 suspendierte Bavaria. Sie hatte keine Beziehung zu einer Kameradschaft. Der Altherrenverein wurde laut Bekanntmachung vom 30. März 1939 durch die Geheime Staatspolizei aufgelöst.[3]

Am 27. Juni 1950 wurde der Karlsruher Senioren Convent (KSC) durch Initiation von Bavaria wieder gegründet und Bavaria wurde somit das präsidierende Corps im KSC. Bavaria sollte die Vorbereitungen der Rekonstitution des WSC am 23. Juli 1950 in Weinheim leiten, trat allerdings kurz zuvor aus dem KSC aus. Nach der Rekonstitution des WSC wurde Bavaria am 11. Februar 1953 in den WSC aufgenommen. In den Folgejahren wurde im WSC um die Wiedereinführung der Corpshatz und die Anzahl der Pflichtmensuren gestritten. Letztendlich wurde die Corpshatz nicht wieder eingeführt und die Pflichtmensuren und deren Anzahl konnten festgeschrieben werden.[4] Aufgrund der anhaltenden Diskussionen um die Pflichtmensuren trat Bavaria am 27. November 1965 letztendlich aus dem WSC wieder aus.[3][5]

Zeit nach dem Austritt aus dem WSC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Austritt 1965 versuchte das Corps weiterhin die Paukverhältnisse zu den ehemals befreundeten Verbindungen in Karlsruhe und dem KSC aufrechtzuerhalten und ihre Form von nur zwei Pflichtmensuren weiterzuführen. Jedoch kündeten einige Verbindungen, die WSC-Corps, der SC zu Freiburg und der SC zu Heidelberg die Pauk- und Freundschaftsverhältnisse mit Bavaria, so dass der Fechtbetrieb nur spärlich mit wenigen Karlsruher Verbindungen, mittels Paukverträgen stattfand. So nahm das Corps Bavaria eine Außenseiterrolle unter den Karlsruher Verbindungen ein und stellte aufgrund der fehlenden Pauk- und Mensurpartner 1967 zum 121. Stiftungsfestes den Fechtbetrieb vollständig ein.

Statt der Pflichtmensur zur Reception und zur Inaktivierung sollte nun ein wissenschaftlicher Vortrag zur Charakter- und Persönlichkeitsbildung der Corpsmitglieder beitragen.

In der Folgezeit orientierte sich das Corps verstärkt wissenschaftlich. Es sorgt sich besonders um die Vermittlung humanistischer und corpsstudentischer Werte, wie Toleranz und Freundschaft. 2008 gründete sich die „Stiftung Akademie Bavaria“, welche den Corpsstudenten, aber auch anderen Studierenden durch Vorträge und Workshops das außeruniversitäre Erlernen von Fähigkeiten und die persönliche Weiterbildung ermöglicht.[6]

Corpshaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Corpshaus der Bavaria zu Karlsruhe 1887

Das Corpshaus der Bavaria zu Karlsruhe ist ein altes und geschichtsträchtiges Haus, dessen Erbauung auf das Jahr 1815 zurückreicht. Das Haus in der Waldhornstraße[7] 20 wurde vom berühmten Karlsruher Baumeister Friedrich Weinbrenner (1766–1826) nach dessen Stil gestaltet und erbaut.[8] Besonders war, dass das Haus zurückgesetzt gebaut wurde, sodass ein großer Vorgarten Platz fand, was für das Karlsruher Stadtbild untypisch war. Die im Vorgarten stehende, mindestens 110 Jahre alte Platane, steht heute unter Naturschutz.

Wie die meisten Verbindungen in ihrer Anfangszeit, hatte auch das Corps Bavaria zunächst kein eigenes Haus. Das Haus wurde 1886 von Bavaria erworben und ist seitdem in Corpsbesitz. Das Corpshaus wurde 1939 beschlagnahmt und sollte nationalsozialistischen Zwecken zugeführt werden. Jedoch gelang es der Bavaria das Haus in Besitz zu halten.

Während eines englischen Großangriffs am 27. September 1944 richteten 30 Brandbomben erhebliche Schäden im Hinterhaus an. Durch eine Luftmine der Amerikaner, wurden bei einem Angriff am 29. September 1944 Obergeschoss und Dach des Vorhauses zerstört. Einzig die Frontwand und der Keller blieben erhalten. So wurde das Haus nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Hilfe aller verbliebenen Corpsbrüdern und Alter Herren nach und nach wieder aufgebaut.

Heute besitzt das Corpshaus der Bavaria zwei Obergeschosse, Dachgeschoss und den im Original gehaltenen Weinbrenner-Gewölbekeller, welcher für Festlichkeiten genutzt wird. Nebst mehrerer Garagen und einem großen Innenhof, bietet das Haus Wohnraum für 12 Bewohner.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kneipsaal der Bavaria zu Karlsruhe um 1900

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 40-jährige Corps Chronik des Corps Bavaria zu Karlsruhe, Kgl. Universitätsdruckerei Würzburg 1887.
  • Hans Schüler: Weinheimer S.C.-Chronik, Darmstadt 1927, S. 178–275.
  • Michael Doeberl, Otto Scheel, Wilhelm Schlink, Hans Sperl, Eduard Spranger, Hans Bitter und Paul Frank (Hg.): Das akademische Deutschland, Bd. 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger, Berlin 1931, S. 881.
  • Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps: Ihre Darstellung in Einzelchroniken. WJK-Verlag, Hilden 2007, ISBN 978-3-933892-24-9, S. 202.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Peter Blank (Hrsg.): 150 Jahre Corps Saxonia Karlsruhe, Minden/Westf. 2007, S. 130
  2. Geschichte des WSC
  3. a b Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps: Ihre Darstellung in Einzelchroniken. WJK-Verlag, Hilden 2007. ISBN=978-3-933892-24-9, S. 202.
  4. Geschichte des Corps Bavaria
  5. Johann Peter Blank (Hrsg.): 150 Jahre Corps Saxonia Karlsruhe, Minden/Westf. 2007, S. 87, S. 89ff, S. 107
  6. Website der Stiftung Akademie Bavaria
  7. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 141.
  8. [1] Waldhornstraße im Stadtlexikon der Stadt Karlsruhe