Corps Montania Clausthal

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Basisdaten
Wappen
Wappen
Hochschule: Technische Universität Clausthal
Gründung: 11. Juli 1868 in Clausthal[1]
Verband: Weinheimer Senioren-Convent
Zirkel:
Corps Montania Clausthal - Zirkel.svg
Burschenfarben: blau-weiß-rot mit silberner Perkussion
Fuchsenfarben: blau-weiß mit roter Perkussion
Wahlspruch: E pluribus unum!
Waffenspruch: Honos vita carior!
Adresse: Erzstraße 45, 38678 Clausthal-Zellerfeld
Website: www.corps-montania.de
Corpshaus der Montania
Chargierte der Montania zu Pferd, um 1900

Das Corps Montania Clausthal ist ein pflichtschlagendes und farbentragendes Corps (Studentenverbindung) im Weinheimer Senioren-Convent (WSC). Es vereint Studenten und ehemalige Studenten der Technischen Universität Clausthal.

Couleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montania führt die Farben blau-weiß-rot mit silberner Perkussion. Die Fuchsenfarben sind blau-weiß mit roter Perkussion. Dazu wird eine weiße Mütze und Bergkittel getragen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montania wurde 1868 als Verbindung "Montana" mit den Farben schwarz-grün-gold durch die Studenten James Wayne, Carl Alberts, Julius Grillo und Robert Bunsen gegründet. Hervorgegangen ist sie aus dem im Mai 1867 unter dem Einfluss des Gießener Hessen Adolf Hess und des Marburger Teutonen Jaeger gegründeten "Verein zum lustigen Arschleder", der erstmals corpsstudentische Traditionen und einen an den Universitätscorps orientierten Comment nach Clausthal brachte. Ungewöhnlich war in den Anfangsjahren die für die damalige Zeit große Zahl an Mitgliedern aus den Vereinigten Staaten und aus Südamerika. Infolge des Deutsch-Französischen Krieges musste Montana bereits zwei Jahre später suspendieren. Die in Clausthal verbliebenen südamerikanischen Mitglieder gründeten ein Corps mit dem Namen "America" und den Farben blau-weiß-rot, das am 1. Januar 1872 in das Corps "America-Montana" (ab 1873: Americo-Montana) als Nachfolger beider Verbindungen umgewandelt wurde. Gemeinsam mit dem Corps Hercynia gründete es 1872 den Clausthaler Senioren-Convent, der 1874 in den Weinheimer Senioren-Convent (WSC) aufgenommen wurde. 1883 wurde der Name in Montania geändert.

Als Ende Mai 1883 in Weinheim ein Antrag scheiterte, die SC zu Freiberg und Clausthal aus dem WSC auszuschließen, verließen die meisten Senioren-Convente den Verband. Mit dem Austritt bzw. Ausschluss der SC zu Dresden und Darmstadt 1884 bestand er nur noch aus den SC zu Freiberg und Clausthal. Noch im gleichen Jahr erstand der WSC ohne die Corps an den Bergakademien neu. Im November 1888 trat der Clausthaler SC auch aus dem Verbund mit den Corps an der Bergakademie Freiberg aus. Der Clausthaler SC wurde am 6. Juni 1905 zu den gleichen Bedingungen wie zuvor bereits der SC zu Freiberg (ohne Renoncieren) wieder in den WSC aufgenommen.

Bereits 1887 gründeten die Alten Herren des Corps eine Hauskasse für den Bau eines eigenen Corpshauses. Sie bildete auch die Grundlage für die 1892 erfolgte Gründung des AH-Bundes des Corps Montania. Das heutige Corpshaus wurde am 31. Januar 1903 eingeweiht.

Nach der Auflösung des WSC am 20. Oktober 1935 beschloss das Corps am 2. November ebenfalls seine Auflösung. Der AH-Bund blieb bestehen. Mitglieder der drei Clausthaler Corps gründeten die Kameradschaft III, die nach Kurt Elliesen, einem 1921 in Oberschlesien gefallenen Angehörigen des Corps Hercynia benannt wurde. Ehemalige Mitglieder bildeten 1946 nach ihrer Rückkehr aus dem Weltkrieg den Bergakademischen Verein (BAV). Aus ihm heraus konstituierte sich am 15. Juli 1950 der Akademische Verein Montania, der sich am 11. November 1950 wieder in das Corps Montania umwandelte und im Sommersemester 1951 durch die Bergakademie offiziell zugelassen wurde. Da das Corpshaus noch beschlagnahmt war, fand das Corps vorübergehend in der "Goldenen Krone" eine neue Heimstätte. Erst im Juni 1953 wurde das Corpshaus an den AH-Bund des Corps zurückgegeben.

Auswärtige Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montania schloss 1881 ein Kartell mit dem Corps Teutonia Freiberg (Kartell, jetzt Palaeo-Teutonia Aachen), seit Juli 1884 besteht ein Freundschaftsverhältnis mit dem Corps Teutonia Dresden. Zuvor bestanden 1883/84 kurzzeitig auch Beziehungen zum Corps Marcomannia Dresden.

Nachdem die Kontakte infolge des Ausscheidens aus dem WSC vorübergehend ruhten, wurden die Beziehungen zu den Corps Teutonia Freiberg und Teutonia Dresden 1906 als Dreibund erneuert und 1956 um ein Freundschaftsverhältnis mit Teutonia Stuttgart ergänzt. Montania, Teutonia Dresden, Palaeo-Teutonia und Teutonia Stuttgart bilden seit 1984 den Viererbund.

Im Sommersemester 2012 wurde ein Freundschaftsvertrag mit dem Corps Vitruvia zu München (WSC) unterzeichnet.[2]

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Lebensdaten Beruf Bild
Ottmar Aockerblom * 1890–n. 1930 Bergbau- und Energiemanager
Kurt Beißner * 1915–1989 Berghauptmann des Oberbergamts Clausthal
Alfredo Bensaúde * 1856–1941 Mineraloge, Direktor des Instituto Superior Técnico in Lissabon
Lothar Birckenbach * 1876–1962 Chemiker, Hochschullehrer und Rektor der Bergakademie Clausthal
Paul Dierichs * 1901–1996 Zeitungsverleger und Mäzen
Walter Eichholz * 1894–1953 Vorstandsvorsitzender der August-Thyssen-Hütte in Duisburg-Hamborn
Hermann Eichmeyer * 1864–1928 Generaldirektor der Berzelius AG
Eduard Ey-Steineck * 1849–1931 Generalmajor
Julius Grillo * 1849–1911 Vorstand der Grillo-Werke
Jürgen Großmann * 1954 Alleingesellschafter der Georgsmarienhütte Holding GmbH, Vorstandsvorsitzender der RWE AG
Fritz Harney * 1879–1953 Industrieller in der Zuckerindustrie
Willy Hartmann * 1866–1925 Generaldirektor der Oberschlesischen Chamotte- und Dinas-Werke
Franz Hellberg * 1894–1970 Vorstand von Rheinbraun
Carl Jaeger * 1874–1932 Direktor der Henrichshütte in Hattingen, Vorstand der Ruhrstahl AG
Karl Friedrich Jakob * 1951 Vorstandsvorsitzender des RWTÜV e. V.
Karl-Heinrich Jakob * 1924–2012 Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Bergbau
Max Rudolf Lehmann * 1886–1965 ord. Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg
Carl Malsch * 1864–1945 Berg- und Hütteningenieur, Professor an der Universität Santiago, Chile
Harry Pauling * 1875– Chemiker, Erfindungen auf dem Gebiet der Herstellung synthetischer Salpetersäure
Fritz Pfister * 1875- Generaldirektor, Vorstandsmitglied des Braunschweigischen Kohlenwerke in Helmstedt
Ferdinand Raab * 1878–1954 Generaldirektor der Anhaltischen Kohlenwerke
Ferdinand Raab, 1900
Alfred Reckmann * 1900–1974 Hüttendirektor, Vorstandsmitglied der Metallhüttenwerke Lübeck GmbH
August Schwemann * 1862–1945 Geh. Bergrat, Rektor der RWTH Aachen
Georg Sick * 1955 Vorstandsvorsitzender der Wacker Neuson AG

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Schüler: Weinheimer S.C.-Chronik, Darmstadt 1927, S. 592–619
  • Michael Doeberl u. a. (Hrsg.): Das akademische Deutschland, Band 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger, Berlin 1931, S. 714
  • Ein Jahrhundert Corps Montania zu Clausthal 1868–1968, Clausthal-Zellerfeld 1968
  • Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps: Ihre Darstellung in Einzelchroniken. 1. Auflage. WJK-Verlag, Hilden 2007, ISBN 978-3-933892-24-9, S. 253.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 152.
  2. "Corps - Deutsche Corpszeitung", Ausgabe 4/2012, S. 27

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]