Cosina

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Cosina

Rechtsform Kabushiki kaisha (Aktiengesellschaft)
Gründung 2. Mai 1959
Sitz Nakano, Japan
Leitung Hirobumi Kobayashi
Mitarbeiterzahl 580 (Stand: Geschäftsjahr Frühjahr 2009)
Website www.cosina.co.jp

Die Cosina CT-1 (1979), Basis für einige spätere analoge OEM-Modelle
Die Bessa 667 Mittelformatkamera (2009–2015)[1]
Nokton 1,4/ 58 mm

K.K. Cosina (japanisch 株式会社コシナ, Kabushiki kaisha Kosina, englisch Cosina Co., Ltd.) ist ein japanischer Hersteller von optischen Geräten und ein Familienunternehmen in derzeit zweiter Generation. Cosina wurde 1959 als K.K. Nikō (株式会社ニコー) gegründet und 1973 umbenannt.

Im Jahr 1966 begann Cosina mit der Instamatic N 284 die Produktion von Kameras.

Ende der 1960er Jahre wurde mit der Cosina of Europe in Amsterdam ein Ableger für den europäischen Markt gegründet.

Cosina-Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1974 wurde die Spiegelreflexkamera Cosina Hi-Lite EC unter eigenem Namen hergestellt; sie hatte den M42-Objektivanschluss.[2] Im selben Jahr stellte Cosina auch Super 8-Kameras her.[3] 1979 übernahm Cosina das Pentax-K-Bajonett in der CT-1, 1980 hielt mit der CS 3 auch Elektronik in den Cosina-Kameras Einzug[4] und im selben Jahr präsentierte Cosina die Kompaktkameras CX-1 und der CX-2, für die es später auch ein Unterwassergehäuse gab.[4] Cosina baute auch Objektive unter eigenem Namen.

Arbeit für andere Anbieter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daneben ist Cosina für andere Unternehmen tätig: 1982 begann Cosina mit der Herstellung von Wechselobjektiven für Spiegelreflexkameras verschiedener Hersteller; für Vivitar, Tamron und Exakta produzierte Cosina damals Wechselobjektive mit eigenem Autofokus-Modul zum Einsatz an Kameras ohne AF.[4]

Weiter findet sich leicht die CT-1 abgewandelt 1985[5] in der Konica TC-X und in den 1990er Jahren in der Nikon FM10/FE10, Canon T60 und Olympus OM-2000.[6] Auch Objektive werden für die OEMs hergestellt: Serien ZF, ZI, ZK, ZM für Zeiss, in den 1970ern auch für Ihagee, Contax (S2).

2005 begann die Carl Zeiss AG, der der Markenname Contax bis heute gehört, unter dem Namen Zeiss Ikon wieder Messsucherkameras mit hochwertigen Wechselobjektiven zu entwickeln;[7] dazu wurde ein Vertrag mit Cosina für die Entwicklung geschlossen.[8] Diese Kameras mit Leica M-Objektivanschluss stellte Cosina in Japan her.[7][9] 2012 beendeten Zeiss und Cosina die Entwicklung und Produktion der Zeiss-Ikon-Kameras.[7]

Fuji stellte 2008 und im September 2010 Mittelformatkameras GF670[10] und GF670W Professional vor; beide wurden von Cosina hergestellt.[11]

Arbeit für Voigtländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der länger währenden Arbeit für Zeiss umfasst das Produktportfolio seit 1999 die Fertigung von Messsucherkameras und -objektiven unter dem Markennamen Voigtländer in Kooperation mit Ringfoto, inzwischen United Imaging Group Verwaltungs-GmbH.[12][13] Dazu gehörten die Bessa-Messucherkameras, die auch auf der CT-1 aufbauten[6][14] (im Oktober 2015 eingestellt).[15] Voigtländer hatte 1951 auch das erste Nokton-Objektiv im Programm.[16] Mit dem Bau der Bessa L 1999 gab es bei Voigtländer die Classic Collection.[13]

2001 baute Cosina ein exzellentes Heliar-Objektiv als limited edition unter dem Namen Voigtländer; dies war bis dahin für Mittel- und Großformat-Kameras.[17]

Von 2003 bis 2007 bot Cosina eine Voigtländer Bessaflex auf Basis der CT-1 an, die äußerlich an das breite Prisma der Topcon RE-Super erinnerte. Das Normalobjektiv "Topcor" mit Lichtstärke 1,4 wurde nachgebaut.[18][19]

2009 startete Voigtländer die Bessa III im Mittelformat.[1]

Im August 2010 wurde bekannt gemacht, dass Cosina auch Objektive im Micro-Four-Thirds-Standard herstellt.[20] Damit waren auch die äußerst lichtstarken Nokton-Objektive, wie beispielsweise 25 mm f/0.95, in diesem System erhältlich.[21] Das Objektiv ist auch von Cosina entwickelt worden.[22] Die Fertigung von Objektiven mit K-Bajonett wurde 2010 eingestellt.[23]

2016 kam das Heliar 3,5/50 mm (Filtergröße ist 27 Millimeter) für Kameras mit Leica-M-Bajonett ins Programm;[24] im Spiegelreflexbereich legte Cosina ein Nokton 1,4/ 58 mm mit Nikon-Anschluss auf. Bei letzterem wurde wie 2003 auf den "Topcor"-Aufbau zurückgegriffen.[25]

2020 wurde ein weiterentwickeltes lichtstarkes Nokton 35 mm (VM-System)[12] und ein mit Lichtstärke 0,95 sehr lichtstarkes 60 mm-Nokton-Objektiv für das Micro Four Thirds-System vorgestellt.[26] Das Nokton 35 mm wurde auch bei Cosina entwickelt.[12] Am Ende des Jahres wurde die Produktion des extrem lichtstarken Objektivs Super Nokton 29 mm F0,8 angekündigt.[27]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Kadlubek, Voigtländer Classic Collection, Hillebrand 2002, ISBN 3-87496-544-9.
  • Harald Schwarzer: Cosina Kameras (Teil 2). Erfolgreich mit anderen. In: Photo Deal, 107, IV/2019, Seite 16–20.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Cosina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b fotomagazin.de, Archiv 2009: Praxistest der Mittelformatkamera Voigtländer Bessa III, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  2. kameramuseum.de, Cosina Hi-Lite EC, abgerufen am 23. Oktober 2020.
  3. kameramuseum.de, Cosina Super 8 SM-2000, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  4. a b c photoscala.de vom 10. August 2012, Schöne Geschichte: Cosina, abgerufen am 23. Oktober 2020.
  5. buhla.de, Konica TC-X 1985–1987, abgerufen am 23. Oktober 2020.
  6. a b knippsen.blogspot.com vom 13. November 2014, Cosina CT-1, die generische SLR, abgerufen am 23. Oktober 2020.
  7. a b c Markenlexikon, Contax, ZEISS-IKON (17. Oktober 2020), abgerufen am 23. Oktober 2020.
  8. photoscala.de vom 10. August 2012, Schöne Geschichte: Cosina, insbesondere letzter Absatz, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  9. spiegelberg.org vom 19. November 2012, Zeiss Ikon ZM – ein Erfahrungsbericht, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  10. dpreview.com vom 24. Januar 2017, Get 'em while you can: Fujifilm GF670 medium-format film cameras back on sale, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  11. spiegel.de vom 16. September 2010, Neue Spiegelreflexkameras protzen mit Luxusausstattung, abgerufen am 23. Oktober 2020.
  12. a b c fotointern.ch 2. März 2020, Nokton 35 mm jetzt kleiner und leichter, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  13. a b voigtlaender.de, Unsere beeindruckende Geschichte, 1980–1999, abgerufen am 27. Oktober 2020.
  14. oldcamera.blog vom 9. Februar 2017, Cosina CT1 (englisch), abgerufen am 24. Oktober 2020.
  15. Profifoto vom 2. Oktober 2015, Cosina meldet: Aus für Voigtländer Bessa Messsucherkameras, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  16. kamerakult.de 30. Mai 2020, Voigtländer 50mm/1.5 Nokton VM Test / Review, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  17. klassik-cameras.de, Voigtländer, Abschnitt Mittel- und Großformat-Objektive, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  18. Casual Collector März 2010, The Casual Collector Super Topcon! (englisch), abgerufen am 26. Oktober 2020.
  19. knippsen.blogspot.com vom 10. Februar 2015, Topcon RE-Super, abgerufen am 26. Oktober 2020.
  20. https://www.olympus-global.com/en/news/2010b/nr100826mfourthirdse.html (englisch), abgerufen am 23. Oktober 2020.
  21. cnet vom 24. Februar 2011, Voigtländer Nokton 25mm f/0.95 im Test: Nachtsichtgerät für Micro-Four-Thirds-Kameras, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  22. photoscala.de vom 26. August 2010, Voigtländer Nokton 0,95/25 mm MFT, abgerufen am 25. Oktober 2020.
  23. photoscala.de vom 26. November 2010, Cosina: Keine MF-Objektive mit K-Bajonett mehr, abgerufen am 23. Oktober 2020.
  24. heise.de vom 22. November 2016, Neues Objektiv: Voigtländer bringt Vintage-Normalbrennweite mit Leica-M-Bajonett, abgerufen am 27. Oktober 2020.
  25. heise.de/foto 8. November 2016, Voigtländer Nokton 1,4/ 58 mm SL II S mit Nikon-Bajonett, abgerufen am 25. Oktober 2020.
  26. d-pixx.de von Februar 2020, Cosina Nokton 60 mm für Micro Four Thirds vorgestellt, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  27. Super Nokton 29 mm F0,8, Cosina, Japan, abgerufen am 17. November 2020