Cosmè Tura

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Cosmè Tura (1450–52)
Der Frühling (um 1460)

Cosmè Tura (Cosimo Tura; * um 1430 in Ferrara; † 1495 ebenda) war ein italienischer Maler der Renaissance. Er war Hofmaler bei den Este in Ferrara und der Begründer und Hauptvertreter der sogenannten Ferrareser Schule.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tura erhielt seine Ausbildung als Maler bei Francesco Squarcione in Padua, der auch der Ausbilder Andrea Mantegnas war. Von 1460 bis 1495 arbeitete er als Hofmaler in Ferrara unter den Herzögen Borso und Ercole I. d’Este. Als Hofmaler war er nicht nur mit der Produktion von Altarbildern für die Kirchen und Kapellen, mit mythologischen Bildern oder Fresken beschäftigt, sondern er war auch zuständig für die Organisation und Ausstattung der höfischen Feste und Turniere. Ebenso zuständig war er für das Kunsthandwerk in Ferrara, indem er Vorlagen für Teppiche, Gobelins und andere Textilien lieferte und Möbel und Räume mit Dekor ausstattete. Daneben werden ihm zwei Werke aus dem Dom von Ferrara (ca. 1458) zugeschrieben, die vermutlich von dem Bildhauer Paolo di Luca nach seinen Entwürfen in Marmor gehauen wurden[1]. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehören die Fresken aus dem Zyklus der Monatsbilder im Palazzo Schifanoia in Ferrara. Die großen Projekte Turas sind entweder zerstört oder aus ihrem ursprünglichen Kontext entfernt worden. So sind seine allegorischen Figuren (London, National Gallery; Gemäldegalerie Berlin) die einzigen Bestandteile, die von seinen Dekorationen des studiolo in Belfiore (1458–63) erhalten geblieben sind.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein rauer, aber dekorativer Stil kann als Aufnahme der internationalen gotischen Mode angesehen werden, wie sie ihm von Mantegna, Piero della Francesca und Andrea del Castagno vermittelt wurde.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich ein Werk von Cosmè Tura.
  • Stephen J. Campbell: Cosmè Tura of Ferrara. Style, Politics and the Renaissance City. 1450–1495. Yale University Press, New Haven CT 1998, ISBN 0-300-07219-8.
  • Molteni, Monica: Cosmè Tura, Mailand 1999.
  • Eberhard Ruhmer: Cosimo Tura = Tura. Paintings and Drawings. Complete edition. Phaidon Press, London 1958.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cosmè Tura – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richard Stemp: Two sculptures designed by Cosmè Tura. 1999, JSTOR:888275.