Cucuteni-Kultur

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Karte mit der Cucuteni-Kultur und ihrem geographischen Umfeld.

Die Cucuteni-Kultur (rumänischer Teil), Trypillja-Kultur (ukrainischer Teil), russisch und traditionell Tripolje-Kultur, gehört zu den südosteuropäischen Nachfolgekulturen der Linienbandkeramischen Kultur (LBK). Die frühesten Cucuteni-Siedlungen liegen zeitgleich mit oder über den LBK-Siedlungen.

Um ca. 5000 v. Chr. entstand in der Großen Walachei (im Gebiet um Bukarest) aus einer Verschmelzung von Vinca- und LBK die ungewöhnlich dynamische Boian-Kultur, die nur wenig später entscheidend an der Bildung der Petrești-Kultur und der Cucuteni-Kultur beteiligt war.[1]

Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cucuteni-Kultur ist seit dem Jahr 1884 bekannt. Der namengebende Ort liegt 60 km westlich von Iași. Im Jahr 1885 begannen die ersten Grabungen, bei denen man große Siedlungsreste freilegte. Die auf dem Gebiet der heutigen Ukraine liegende Tripolje-Kultur wurde um 1890 von Wikentij Chwoika bei Trypillja entdeckt.

Verbreitungsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungsgebiet in einem kleineren lokalem Ausschnitt

Die Cucuteni-Kultur wurde in Bessarabien, Rumänien und Moldawien im Gebiet zwischen Pruth und Dnister bis zum Dnepr-Gebiet lokalisiert. Die Tripolje-Kultur (A, B und C) ist östlich davon, in der Ukraine zu finden.

Siedlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlungen sind planmäßig in konzentrischen Ringen oder als von Gräben umgebene Häuser-Gruppen auf künstlichen Terrassen angelegt. Einige Cucuteni-Siedlungen erreichen beachtliche Größe und mit 2000 Häusern auf rund 350 ha fast stadtartiges Ausmaß. Die bis zu 20 m langen und bis zu 6 m breiten Häuser waren in drei oder vier Räume unterteilt. In der Spätzeit gab es in den Siedlungen auch einzelne, in größeren Siedlungen auch mehrere zweistöckige Häuser. Tonmodelle von Häusern könnten auf tempelartige Funktion deuten.

Materielle Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cucuteni-Keramik

Keramik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die schwarz-weiß-rote Keramik der Cucuteni-Kultur ist für diese Periode einmalig. Sie setzt mit ihren Spiralmotiven bandkeramische Formen fort. Typisch sind auch fernglasartige Doppelgefäße.

Idole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die plastische Kunst ist stark stilisiert. Sie stellt zumeist Frauen dar und ähnelt in der Spätphase etwas der Kykladen-Kunst. Über 30 % der Plastik besteht aus teils stark stilisierten zoomorphen (tierförmigen) Figuren.

Chronologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cucuteni Museum in Piatra Neamt

Die Cucuteni-Kultur beginnt um 4800 v. Chr. und dauert bis 3500 v. Chr. und gehört damit zu den ungewöhnlich beständigen Kulturen. Videiko (1994) unterscheidet Prä-Cucuteni I - III sowie ein mehrphasiges Cucuteni A und B.

Tripolje Cucuteni Datierung cal. BC Bulgarien
A Precucuteni I-III 4800–4500 Gumelnita
B1 A 4500–4200
B1-2 A/B 4200–4000
B2/C1 B 4000–3500
C2 - 3500–3200

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. V. Videiko, Tripolye-"Pastoral" contacts. Facts and character of the interactions: 4800–3200 BC. In: S. Kadrow et al. (Hrsg.), Nomadism and Pastoralism in the Circle of Baltic-Pontic early agrarian cultures. Baltic/Pontic studies 2, 1994, 5-29.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frühe protourbane Zentren im nordwestpontischen Raum? Untersuchung einer Cucuteni-Tripol´e-zeitlichen Großsiedlung. Deutsches Archäologisches Institut