Dörthe Jung

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Doerthe Jung

Dörthe Jung (* 2. April 1949) in Frankfurt am Main ist eine deutsche Autorin und Unternehmensberaterin, die sich mit zahlreichen Projekten und Publikationen für die Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft eingesetzt hat.

Politik und Frauenpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauenzentrum Frankfurt-Bockenheim 1975

Jung studierte Soziologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und engagierte sich seit 1968 in der Neuen Frauenbewegung. Sie gründete verschiedene Projekte der Frauenbewegung mit: 1977 das Frankfurter Frauenzentrum Bockenheim, 1979 den Verein „Sozialwissenschaftliche Forschung und Bildung“, 1982 die „Frankfurter Frauenschule“ [1] sowie 1984 die „Frauenbetriebe. Qualifikation für die berufliche Selbständigkeit von Frauen e.V.“ [2] 1983 beteiligte sich Jung an der Durchsetzung des Hessischen Aktionsprogramms für Frauen,[3] das zum ersten Gleichstellungsgesetz in Hessen führte, dem „Gesetz über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern und zum Abbau von Diskriminierung von Frauen in der öffentlichen Verwaltung (HGIG)“. [4]

Von 1989 bis 1990 gestaltete Jung als persönliche Referentin der ersten Frankfurter Frauendezernentin Margarethe Nimsch die kommunale Frauen- und Geschlechterpolitik mit und unterstützte in den Folgejahren mit Politikberatung die ersten Frauenministerinnen Prof. Dr. Heide Pfarr, Hessen und Waltraud Schoppe, Niedersachsen sowie Gleichstellungsbeauftragte bei der praktischen Umsetzung des Gleichstellungsgesetzes in der Bundesrepublik.

Seit 1990 berät Dörthe Jung in Deutschland und europaweit Organisationen, Verwaltungen und Wirtschaftsunternehmen dabei, Geschlechtergerechtigkeit und Diversity umzusetzen. Sie publizierte zahlreiche Gestaltungshilfen zu Gender-Mainstreaming und ist u.a. als Beraterin für transnationale EU-Projekte zu Gender und Diversity tätig. 2011 verlieh die Stadt Frankfurt ihr für ihr frauen- und gleichstellungspolitisches Engagement den Tony-Sender-Preis, verbunden mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Experiment Frauenbewegung - Strukturen der politischen Praxis von Frauen. In: Renate Rieger (Hrsg.), Der Widerspenstigen Lähmung? Frauenprojekte zwischen Autonomie und Anpassung, Campus Verlag Frankfurt, New York 1993
  • Der diskrete Eintritt in die Macht. In: Frauen Stadt Geschichte. Hessische Landeszentrale für politische Bildung und WEIBH (Hrsg.), Ulrike Helmer Verlag, Königstein 1995
  • Nachhaltiger Sozialstaat. Frauen als Pionierinnen neuer sozialer Umverteilung und gesellschaftlicher Solidarität, In: Helga Braun, Dörthe Jung (Hrsg.): Globale Gerechtigkeit, konkret Verlag, Hamburg 1997
  • Frauenpolitische Politikberatung. Feministische Think Tanks in den Vereinigten Staaten, In: femina politica. Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft, Heft 2/1997
  • Arbeitsorganisatorischer Wandel und Geschlechtergerechtigkeit, In: Margret Krannich (Hrsg.): Geschlechterdemokratie in Organisationen, Frankfurt a.M. 1997
  • Gender Mainstreaming als nachhaltige Veränderungsstrategie. Heinrich Böll Stiftung (Hrsg.): Geschlechterdemokratie wagen. Ulrike Helmer Verlag, Königstein 2003
  • Neue Führungskultur, Kundenorientierung, Flexibilisierung: die private Wirtschaft braucht Gender Mainstreaming, In: Michael Meuser/Claudia Neusüß; (Hrsg.): Gender Mainstreaming. Konzept-Handlungsfelder-Instrumente, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Barbara Rendtorff, Iris Nikulka, Barbara Köster, Dörthe Jung: Über weibliches Begehren und sexuelle Differenz und den Mangel im herrschenden Diskurs. Autonome Frauenbildungsarbeit am Beispiel der Frankfurter Frauenschule, Verein Sozialwissenschaftliche Forschung und Bildung für Frauen, Frankfurt am Main, 1990
  2. Publikationen der „Frauenbetriebe“ Frauenbetriebe. Qualifikation für die berufliche Selbständigkeit von Frauen e.V. ; Link zur Homepage der heutigen Frauenbetriebe (jumpp)
  3. Literatur über das Hessische Aktionsprogramm für Frauen „Hessische Aktionsprogramm für Frauen“
  4. Publikationen über das Hessische Gleichberechtigungsgesetz HGLG vom 21. Dezember 1993, geändert am 6. Juli 1999 "Gesetzes über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern und zum Abbau von Diskriminierung von Frauen in der öffentlichen Verwaltung (HGIG)"