Waltraud Schoppe

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Waltraud Schoppe geborene Sobanek (* 27. Juni 1942 in Bremen-Aumund) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie war von 1990 bis 1994 Frauenministerin des Landes Niedersachsen.

Leben und Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur absolvierte Waltraud Sobanek ein Studium der Germanistik und der Geschichte für das höhere Lehramt. Von 1985 bis 1987 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Grünen-Bundestagsfraktion. Waltraud Schoppe ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schoppe gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Partei Die Grünen. Sie wurde 1983 erstmals Mitglied des Deutschen Bundestages und gehörte damit der ersten Grünen-Bundestagsfraktion an. Von 1984 bis 1985 war sie eine der drei Sprecherinnen ihrer Fraktion. Aufgrund des Rotationsprinzips schied sie am 31. März 1985 aus dem Bundestag aus. Von 1987 bis 1990 gehörte sie erneut dem Deutschen Bundestag an und war in dieser Zeit von 1987 bis 1988 sowie im Jahr 1990 Sprecherin der Grünen-Fraktion, bis sie am 21. Juni 1990 aus dem Bundestag ausschied. Von 1994 bis 1998 war sie ein drittes Mal Mitglied des Deutschen Bundestages.

Am 5. Mai 1983 bewirkte sie mit ihrer ersten Rede zum § 218 Strafgesetzbuch im Bundestag, in der sie eine „Bestrafung bei Vergewaltigung in der Ehe“ forderte, eine Umwälzung der politischen Gesellschaftskultur.[1][2][3] Claudia Roth hebt hervor, dass die Kritik Schoppes auch 2020 noch aktuell sei, da Frauen weiterhin reproduktive Rechte verwehrt werden.[4]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1990 bis 1994 war sie niedersächsische Frauenministerin in der rot-grünen Koalition unter Ministerpräsident Gerhard Schröder (siehe auch Kabinett Schröder I (Niedersachsen)). Nachdem die SPD bei der Landtagswahl 1994 die absolute Mehrheit errungen hatte, schied sie aus diesem Amt aus.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waltraud Schoppe gehört der Jury Deutscher Filmpreis für das Drehbuch an.

Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Dokumentarfilm Die Unbeugsamen (2020) ist Waltraud Schoppe in historischen Aufnahmen zu sehen, darunter ein Teil ihrer Rede und die Reaktionen im Bonner Bundestag sowie Interviews, die sie nach ihrer Rede gegeben hat.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Waltraud Schoppe: Das Patriarchat muß fallen! In: EMMA, Heft 12, 21, 1985.
  • Waltraud Schoppe: Über § 218 und "fahrlässige Penetration": Rede im Deutschen Bundestag am 5. Mai 1983. In: Marielouise Janssen-Jurreit (Hrsg.): Frauen und Sexualmoral, Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1986, S. 400–405.
  • Waltraud Schoppe: Wie feministisch sind grüne Perspektiven? In: EMMA, Heft 6, 19, 1988.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ilse Lenz: Die Neue Frauenbewegung in Deutschland. Abschied vom kleinen Unterschied. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-14729-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Waltraud Schoppe: Ehe: Schutz für Vergewaltiger: Rede vor dem Bundestag. In: Courage: Berliner Frauenzeitung. 9 (1984), H. 1. Berlin, S. 11 - 13.
  2. Plenarprotokoll vom 05.05.1983. Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode, abgerufen am 23. Dezember 2017.(PDF)
  3. Rhetorik als Kunst - Historische Reden von Frauen. Abgerufen am 21. Oktober 2021 (deutsch).
  4. Grüne Generationen. Abgerufen am 21. Oktober 2021.