DB-Baureihe 701

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
DB-Baureihe 701/702
Turmtriebwagen 701 im Bayerischen Eisenbahnmuseum Nördlingen
Turmtriebwagen 701 im Bayerischen Eisenbahnmuseum Nördlingen
Nummerierung: 701 001–170 mit Lücken;
702 (neu): 702 042, 049, 050, 055, 056, 115, 123–125, 129, 131–138, 148–150, 163, 164
Anzahl: 701: 104[1]
702: 20
Hersteller: MBB, Rathgeber
Baujahr(e): 1955–1974
Achsformel: 701: AA
702: A1
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 13.950 mm
Dienstmasse: 701: 24,6
702: 21,8 t
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Installierte Leistung: 701: 2 × 110 kW
702: 110 kW
Anzahl der Fahrmotoren: 701: 2
702: 1
Kupplungstyp: Schraubenkupplung

Die Baureihen 701 und 702 sind eine Serie von Bahndienstfahrzeugen der Deutschen Bundesbahn.

In den 1950er Jahren wurde das Netz der Deutschen Bundesbahn zunehmend elektrifiziert. Damit entstand ein Bedarf an Fahrzeugen zur Installation und Instandhaltung der Fahrleitung. Deshalb beschaffte die Deutsche Bundesbahn insgesamt 167 überwiegend zweimotorige moderne Wartungsfahrzeuge für diesen Zweck. Der VT 55 (ab 1968 Baureihe 701) entstand auf Basis des Schienenbusses VT 98 (ab 1968 Baureihe 798). Hersteller war die Waggon- und Maschinenbau GmbH Donauwörth beziehungsweise deren Nachfolger MBB[2].

Wagenkasten und Innenraum[Bearbeiten]

DB-Baureihe 701 in der ersten, purpurroten Lackierung

Die Triebwagen verfügten über einen geschweißten Stahlkastenaufbau. Zwischen den Führerständen befindet sich ein 26 m2 großer Aufenthaltsraum mit einer Werkstatt. Dort sind Regale, eine Werkbank sowie eine Sitz- und Waschgelegenheit montiert, auch der Zugang zur Kanzel zur Beobachtung der Fahrleitung befindet sich dort.

Dachausrüstung[Bearbeiten]

Auf dem Dach befindet sich ein Stromabnehmer zur Erdung und Prüfung der Fahrleitung. Das Dach wird fast vollständig von einer hydraulisch heb- und schwenkbaren Arbeitsbühne bedeckt. Die Arbeitsbühne kann mit bis zu 300 Kilogramm beladen werden. Sie lässt sich hydraulisch bis auf 5,14 m über Schienenoberkante ausfahren und bis 3,85 m von der Gleisachse wegschwenken. Auch eine Beobachtungskanzel und Suchscheinwerfer wurden auf dem Dach angebracht.

Einige 701 der DB Netz Instandhaltung wurden zu Oberleitungsmesswagen (Diagnose VT) umgerüstet und tragen statt der Arbeitsbühne einen zweiten Stromabnehmer auf dem Dach.

Bauart-Unterschiede[Bearbeiten]

Die vier einmotorigen Triebwagen, die ab 1968 als Baureihe 702 bezeichnet wurden, erhielten 1972 einen zweiten Motor und wurden zu 701 umgezeichnet. Ab 1973 wurden 23 Fahrzeuge für den Einsatz auf Steilstrecken mit einer hydrodynamischen Bremse und einer Magnetschienenbremse ausgestattet, diese erhielten dann die freigewordene Bezeichnung 702[3].

Diagnoseturmtriebwagen[Bearbeiten]

Mehrere Turmtriebwagen, darunter 702 148, 163 und 701 165, 167 bis 168, wurden zu Diagnoseturmtriebwagen (DVT) umgebaut. Unter anderem erhielten sie statt der Arbeitsbühne einen zweiten Stromabnehmer. Sie werden zur Inspektion der Oberleitung eingesetzt, sollen aber aufgrund der geringen Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h bis 2014 ausgemustert werden.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: DB-Baureihe 701 und 702 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Dostal: DB-Fahrzeuge: Lokomotiven und Triebwagen der DB AG. GeraMond-Verlag, München 2002, ISBN 3-7654-7175-5, S. 172
  2. Die Schienenbusse der DB – VT 95/98. EK-Special 16. EK Verlag, Freiburg 1990
  3. DB Fahrzeug-Lexikon. EK-Special 30. EK Verlag, Freiburg 1993
  4. Ralf Roman Rossberg: Prüfen, Testen, Erproben, Überwachen. In: eisenbahn-magazin 7/2012, S. 38