DDR-Museum Zeitreise (Radebeul)

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DDR-Museum Zeitreise
DDR Museum Zeitreise Radebeul Außenansicht.jpg
Außenansicht
Daten
Ort Radebeul
Art Alltagsleben in der DDR
Eröffnung 1. Mai 2006
Besucheranzahl (jährlich) 40.000[1]
Leitung Hans-Joachim Stephan
Website www.ddr-museum-dresden.de
ISIL DE-MUS-790614

Das DDR-Museum Zeitreise war eine private Dauerausstellung zum Leben in der DDR. Das Museum befand sich in der sächsischen Stadt Radebeul, direkt an der Meißner Straße, jedoch unter der Adresse Wasastraße 50. Es bestand von 2006 bis 2016 und befand sich im ehemaligen Sitz des VEB Kraftwerksanlagenbau, einem Bau im Stil sozialistischer Architektur. Die Ausstellung erstreckte sich über vier Etagen mit über 3500 m². Zum Bestand gehörten 60.000[1] Ausstellungsartikel und 140 Fahrzeuge aus der DDR. Das Museum zeigte die größte museale Dauerausstellung zum Leben in der DDR.[2] Lange Zeit besuchten das Museum etwa 60.000 Gäste pro Jahr.[3] Im Jahr 2015 gingen die Besucherzahlen auf 40.000 zurück.[1]

Durch den Besucherrückgang und eine hohe Jahresmiete von 226.000 Euro musste das Museum am 7. April 2016 Insolvenz anmelden, das Regelinsolvenzverfahren läuft seit 1. Juli. Die Mietschulden betrugen zu diesem Zeitpunkt rund 60.000 Euro.[4][5]

Am 15. September 2016 wurde bekannt, dass der Einzelhandelsunternehmer Peter Simmel plant, 1.500 Quadratmeter im Hochhaus am Albertplatz für das Museum zur Verfügung zu stellen. Simmel betreibt dort ein Einkaufszentrum und vermietet Gewerbeflächen. Er hat dafür für 50.000 Euro die Ausstellungsstücke der DDR Museum Zeitreise Wasaparkausstellungsgesellschaft mbH gekauft.[6] Die Neueröffnung in Dresden als Die Welt der DDR mit 60.000 Exponaten fand am 29. Januar 2017 statt, ebenso gibt es einen DDR-Shop.

Das Gebäude in Radebeul überbaut das ehemalige Anwesen des um 1900 in Radebeul beheimateten Kammersängers Lorenzo Riese sowie die Mündung der nach ihm benannten Riesestraße in die Meißner Straße.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum will das Alltagsleben in der DDR ohne politische Wertung darstellen. Eckdaten und eine auf einzelne Exponate bezogene Industriegeschichte gehören ebenfalls zur Ausstellung. In 40 „Zeiträumen“ wird das Alltagsleben in der DDR mit Gebrauchsgegenständen, Einrichtungen und dessen Organisation präsentiert, darunter viele Leihgaben.

Ausgestellt werden im Erdgeschoss Autos und öffentliche Verkehrsmittel unter anderem der Marken Simson, MZ und IFA. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge aus dem früheren Automobilmuseum Dresden. In der zweiten Etage sind Exponate aus der Volkswirtschaft, Organisation der Betriebe und den Arbeitsbedingungen zu finden. Das dritte Stockwerk widmet sich dem Thema Wohnen, Freizeit, Sport und Kultur, in diesem Teil sind Objekte zum Thema WBS 70, Plattenbauten und Schrankwand zu sehen. In der vierten Etage befindet sich eine Ausstellung über das untergegangene Staatssystem der DDR.

Zusätzlich zu den vier Etagen der Ausstellung bietet ein Saal mit bis zu 400 Plätzen den Rahmen eines DDR-Kulturhauses für diverse Veranstaltungen. Eine Erlebnisgastronomie vermittelt ebenfalls Eindrücke aus dieser Zeit.[7]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 besuchte der Schauspieler Tom Hanks das Museum. Er weilte wegen Dreharbeiten zu "Cloud Atlas" in Sachsen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c DDR-Museum in Radebeul verbucht drastischen Besucherrückgang. In: Sächsische Zeitung. 11. März 2016 (online [abgerufen am 11. März 2016]).
  2. Das Museum bei focus.de
  3. Anna Hoben: Der Konservierer. In: Sächsische Zeitung. 2. Januar 2014 (kostenpflichtig online [abgerufen am 3. Januar 2014]).
  4. Peter Redlich: DDR-Museum geht in die Insolvenz. In: Sächsische Zeitung. 9. Juli 2016 (online [abgerufen am 13. Juli 2016]).
  5. Peter Redlich: Neue Galgenfrist fürs DDR-Museum. In: Sächsische Zeitung. 12. Juli 2016 (online [abgerufen am 13. Juli 2016]).
  6. Peter Redlich: DDR-Museum zieht nach Dresden. In: Sächsische Zeitung. 16. September 2016 (online [abgerufen am 16. September 2016]).
  7. Das Museum im Internetauftritt der Stadt Radebeul

Koordinaten: 51° 6′ 13″ N, 13° 40′ 11″ O