Dabei: Ein Clown

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Filmdaten
Deutscher TitelDabei: Ein Clown
OriginaltitelLarmar och gör sig till
ProduktionslandSchweden
Dänemark
Norwegen
Italien
Finnland
Deutschland
OriginalspracheSchwedisch
Erscheinungsjahr1997
Länge119 Minuten
Stab
RegieIngmar Bergman
DrehbuchIngmar Bergman
ProduktionMåns Reuterswärd
Pia Ehrnvall
KameraTony Forsberg
Per Norén
Raymond Wemmenlöv
Sven-Åke Visén
SchnittSylvia Ingemarsson
Besetzung

Dabei: Ein Clown (Originaltitel: Larmar och gör sig till) ist ein schwedisch-dänisch-norwegisch-italienisch-finnisch-deutscher Fernsehfilm von Ingmar Bergman aus dem Jahr 1997.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uppsala 1925: Carl Åkerblom sitzt in der Psychiatrie ein, nachdem er in einem Wutanfall seine Verlobte Pauline schwer verletzte. Sein neuer Mitpatient Osvald Vogler erzählt ihm vom Schicksal einer jungen Wiener Prostituierten, Mizzi Veith, die sich ertränkte. Nachts erscheint Carl der Tod in der Gestalt des Clowns Rigmor (= Rigor mortis). Carl und Vogler ersinnen gemeinsam einen Film, in dessen Mittelpunkt die fiktive Romanze zwischen Franz Schubert und Mizzi stehen soll. Carl will den „Freuden eines Freudenmädchens“ betitelten Film als Tonfilm herausbringen, indem ein zuvor produzierter Stummfilm mit Schauspielern und Musikern auf Tournee geht, die die Dialoge und Musik während der Aufführung einsprechen bzw. einspielen. Finanziert werden soll er aus dem Vermögen von Voglers wohlhabender junger Frau.

Einige Zeit später: Die Tournee ist in der Provinzstadt angekommen, in der Carl aufgewachsen ist. Die Besetzung ist aufgrund innerer Querelen auf Carl, Pauline und Vogler zusammengeschrumpft, begleitet von einem kranken Projektionisten. Die abendliche Aufführung, zu der sich nur eine Handvoll Neugieriger und Carls Halbschwester einfinden, muss wegen eines Brandes im Sicherungskasten abgebrochen werden. Die drei Darsteller beschließen, den Film stattdessen als improvisiertes Theaterstück aufzuführen. Während der Aufführung erscheint Carl erneut der Todesbote Rigmor. Im Finale wird Vogler abgeholt, dessen Frau seine Wiedereinweisung in die Psychiatrie veranlasst hat. Carl und Pauline schaffen es, die Vorstellung zu beenden. Später wendet sich Carl in einem neuerlichen Wutanfall erst gegen Pauline, dann gegen sich selbst, indem er sich die Pulsadern öffnet. Pauline kündigt an dass, falls er sterben sollte, sie ihm folgen werde.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktion und Filmstart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Drehbuch zu Dabei: Ein Clown basiert auf einem Theaterstück Ingmar Bergmans, das wie der Film den Titel Larmar och gör sig till trägt, aber nicht aufgeführt wurde.[1][2]

Der in internationaler Koproduktion entstandene Film wurde am 1. November 1997 im schwedischen und am 24. Mai 1998 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Ebenfalls im Mai 1998 lief Dabei: Ein Clown auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes im Rahmen der Reihe Un certain regard.[1][3]

Der Tod der Prostituierten Mizzi Veith ist ein authentischer Kriminalfall, den unter anderem der Dramatiker Arthur Schnitzler zu seinem Stück Komtesse Mizzi oder Der Familientag (1909) verarbeitete.

Position in Bergmans Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dabei: Ein Clown war Bergmans erste Filmarbeit seit Die Gesegneten (1986). Neben neueren regulären Ensemblemitgliedern Bergmans wie Börje Ahlstedt, Marie Richardson und Pernilla August versammelte der Film auch Veteranen wie seinen Stammschauspieler Erland Josephson, Inga Landgré, die Hauptdarstellerin seines Debütfilms Kris (1944), und Anita Björk aus Sehnsucht der Frauen (1952).

Die Figur des Carl Åkerblom tauchte bereits in Bergmans Fanny und Alexander (1982) sowie in den von ihm geschriebenen Filmen Die besten Absichten (1992, Regie: Bille August) und Die Sonntagskinder (Söndagsbarn) (1992, Regie: Daniel Bergman) auf.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ein fürs Fernsehen entstandenes Alterswerk von Ingmar Bergman, der sich ironisch und bitter mit Theater und Kino auseinandersetzt. [Die Geschichte] verdichtet sich zu einer zugleich ironischen und abgrundtief traurigen Hommage an Theater und Kino, jene beiden Weggefährten Bergmans, die sein Leben bestimmt haben.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Dabei: Ein Clown auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 30. September 2012.
  2. Birgitta Steene: Ingmar Bergman: A Reference Guide, Amsterdam University Press 2005, ISBN 9053564063, S. 800.
  3. a b Dabei: Ein Clown im Lexikon des internationalen Films.