MF Doom

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MF DOOM (2008)
MF DOOM (2008)
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[1]
Born Like This
  US 52 11.04.2009 (4 Wo.)
Nehruviandoom (als Nehruviandoom)
  UK 65 18.10.2014 (1 Wo.)
  US 59 25.10.2014 (1 Wo.)
Czarface Meets Metal Face (mit Czarface)
  US 134 14.04.2018 (1 Wo.)
MM..Food
  DE 32 18.06.2021 (3 Wo.)
  US 199 27.03.2021 (1 Wo.)
Vaudeville Villain (als Viktor Vaughn aka MF Doom)
  US 133 02.07.2022 (…Template:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufig/2022 Wo.)

MF Doom (* 13. Juli 1971 in London, England; † 31. Oktober 2020[2]), Eigenschreibweise MF DOOM, bürgerlich Daniel Dumile, war ein britischer Rapper.[3] Er trat unter vielen verschiedenen Alter Egos in Erscheinung. Sein Markenzeichen war seine metallene Gesichtsmaske. Das Kürzel „MF“ kann wahlweise für „Metal Face“, „Metal Fingers“ (Dumiles Produzentenalias), „Multi Faced“, „Mic Fiend“ oder auch, wie bei seinem ehemals engen Freund MF Grimm, für „Mad Flows“ stehen.

Kurz nach seiner Geburt wanderte seine Familie in die USA aus. Er lebte die meiste Zeit seines Lebens in Long Island, New York, erlangte allerdings nie die US-amerikanische Staatsangehörigkeit. 2010 wurde ihm die Wiedereinreise nach einer Europa-Tournee verweigert. Bis zu seinem Tod lebte er daher in England. 2020 starb er im Alter von 49 Jahren an den Nebenwirkungen der Einnahme eines Blutdruckmedikaments.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1980er bis 1994[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1980er gründete Dumile, damals nannte er sich noch Zev Love X, zusammen mit seinem jüngeren Bruder DJ Subroc und Onyx the Birthstone Kid die Gruppe KMD (Kausing Much Damage oder A positive Kause in a Much Damaged society). Erstmals in Erscheinung trat er 1989 auf The Gas Face von 3rd Bass. 1991 erschien mit Mr. Hood das Debütalbum von KMD auf dem Label Elektra Records.

Am 23. April 1993 kam sein Bruder Subroc im Alter von 19 Jahren ums Leben, als er versuchte den Long Island Expressway zu Fuß zu überqueren und dabei von einem Auto erfasst wurde.[4][5]

Dennoch stellte die Gruppe 1994 ihr zweites Album Black Bastards fertig. Elektra Records weigerte sich allerdings es zu veröffentlichen, weil das Cover nach Meinung der Plattenfirma rassistisch war. Thema des Albums war die Überwindung stereotyper Darstellung von „Rassen“ (ethnischen Gruppen), welche auf dem Cover mehrdeutig durch eine am Galgen hängende Sambo-Figur symbolisiert wurde. Über Bootlegs erfuhr das Album dennoch große Verbreitung, bis es schließlich im August 2000 offiziell auf Dumiles Label Metal Face Records erschien.

Dumile, der immer noch den Tod seines Bruders zu verarbeiten hatte, war desillusioniert und hatte mit Depressionen zu kämpfen. Er wandte sich von der Hip-Hop-Szene ab und zog mit seiner Familie von New York nach Atlanta, um dort die Ereignisse besser verarbeiten zu können und sich um seinen Sohn zu kümmern.

1997 bis 2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1997 begann Dumile im New Yorker Nuyorican Poets Café wieder aufzutreten, zunächst anonym. Er trug bei seinen Auftritten eine Maske, weshalb nur wenige Eingeweihte wussten, welcher MC sich darunter verbarg. Inspiriert durch den Marvel-Comics-Bösewicht Dr. Doom gab er sich den Namen MF DOOM. Die lange Zeit seit Black Bastards nutzte Dumile, um sein Solodebüt Operation Doomsday aufzunehmen und schließlich 1999 auf dem Indie-Label Fondle 'Em Records zu veröffentlichen.

Das Album Operation Doomsday wurde im Jahr 2000 unter Mithilfe von MF Grimm erneut veröffentlicht. Aus der Kollaboration entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den beiden und das Album The Downfall of Ibliys: A Ghetto Opera entstand.

Ab Anfang 2002 veröffentlichte Dumile unter dem Namen Metal Fingers einige Instrumental-Alben, die Special Herbs-Reihe. 2003 entwickelte er weitere alter Egos, etwa King Geedorah, ein dreiköpfiges Monster aus dem Weltraum, sowie den Schurken Viktor Vaughn, woraus zwei weitere Alben entstanden. Ende 2003 veröffentlichte er Nastradoomus, ein Remix von Nas’ Album Nastradamus.

Ab 2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 veröffentlichte Dumile gemeinsam mit dem Produzenten Madlib, diesmal unter dem Alias Madvillain, das Album Madvillainy, welches erstmals auch in kommerzieller Hinsicht ein Erfolg wurde. Im selben Jahr entstand mit Venomous Villain, auch bekannt als VV2, ein weiteres Album unter dem Alias Viktor Vaughn. Später im Jahr 2004 kam mit MM.. Food? ein Album bestehend aus zahlreichen Metaphern mit Bezug zu Nahrungsmitteln auf dem Underground-Label Rhymesayers Entertainment heraus.

2005 erschien ein Live-Album mit dem Titel Live from Planet X. Zudem ist MF Doom auf dem Gorillaz-Album Demon Days auf dem Song November Has Come zu hören. Ende des Jahres erschien dann das Album DangerDoom: The Mouse and the Mask mit DJ Danger Mouse über Epitaph Records. Inspiriert wurden die beiden dabei von den Adult Swim-Zeichentrickserien wie zum Beispiel Aqua Teen Hunger Force.

Ein neues KMD-Album mit dem Titel Mental Illness und auch ein Kollaborationsalbum The John Robinson Projekt mit Lil’ Sci waren geplant. Ebenfalls in Arbeit waren ein Album mit Ghostface Killah unter dem Titel Swift & Changeable und der zweite Teil von DangerDoom.

2012 veröffentlichte er mit dem Rapper Masta Ace zusammen das Kollaborationsalbum MA DOOM: Son of Yvonne, welches auf den Beats der Special Herbs-Serie beruht, die Dumile in den Jahren 2001 bis 2005 aufgenommen hatte.[6] Neben Damon Albarn erschien Dumile 2013 auf dem Debütalbum von The Child of Lov.[7]

Dumiles Tod am 31. Oktober 2020 wurde erst am 31. Dezember 2020 bekannt.

Die Maske[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dumile trug seine Maske, um nicht stereotypisch beurteilt zu werden. Mit ihr rückten Aussehen oder Herkunft ihres Trägers in den Hintergrund, dafür Inhalt und Musik in den Vordergrund. Außerdem erleichterte sie es, sich mit den einzelnen Charakteren zu identifizieren. Die ursprüngliche Maske war Dr. Doom aus dem Comic Die Fantastischen Vier nachempfunden. Die letzte Maske war dem Film Gladiator entlehnt und wurde vom Graffitikünstler Lord Scotch entworfen.

Ergänzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unübersehbar war er ein begeisterter Fan alter Comics, insbesondere der Fantastischen Vier und ihrer Kämpfe mit Dr. Doom. Dumiles Werk ist auch stark von japanischen Godzilla-Filmen beeinflusst. In seiner Rolle als King Geedorah (eine andere Schreibweise von Gidorah) gründete er mit den Underground-Rappern Kong, Rodan, Jet Jaguar und anderen einen Rap-Geheimbund namens Monsta Island Czars, wobei die wahre Identität der Rapper nicht bekannt ist.

Charakteristisch für Dumiles Produktionen sind die teilweise obskuren, häufig rau oder „schmutzig“ klingenden Samples. Er kombinierte oft Dialogfetzen aus verschiedenen älteren B-Filmen, um sie für seine Lieder in einen neuen Zusammenhang zu stellen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MF Doom live, 2011
Titel Erstveröffentlichung Details
Operation: Doomsday

20. April 1999

  • Label: Fondle 'Em
  • Format: CD, LP, Download
Take Me to Your Leader

17. Juni 2003

Vaudeville Villain

16. September 2003

  • als Viktor Vaughn
  • Wiederveröffentlichung: 17. Juni 2022
  • Label: Sound-Ink
  • Format: CD, LP, Download
Venomous Villain

3. August 2004

  • als Viktor Vaughn
  • Label: Insomniac, Inc.
  • Format: CD, LP, Download
Mm.. Food

16. November 2004

Born Like This

24. März 2009

  • als DOOM
  • Label: Lex Records
  • Format: CD, LP, Download

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Erstveröffentlichung Details
Live from Planet X

8. März 2005

  • Label: Nature Sounds
  • Format: DVD, CD, LP, Download
Expektoration

14. September 2010

Kollaboalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Erstveröffentlichung Details
Madvillainy

24. März 2004

Special Herbs + Spices Volume 1

11. Mai 2004

  • mit MF Grimm
  • Label: Day By Day Entertainment
  • Format: CD, LP
The Mouse and the Mask

10. Oktober 2005

Key to the Kuffs

20. August 2012

  • mit Jneiro Jarel als JJ Doom
  • Label: Lex Records
  • Format: CD, LP, Download
NehruvianDoom

7. Oktober 2014

  • mit Bishop Nehru als NehruvianDoom
  • Label: Lex Records
  • Format: CD, LP
Czarface Meets Metal Face

30. März 2018

  • mit Czarface
  • Label: 7L & Esoteric
  • Format: CD, Download

Mit KMD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Erstveröffentlichung Details
Mr. Hood

14. Mai 1991

Black Bastards

15. Mai 2000

  • Fertiggestellt: August 1993
  • Wiederveröffentlichung: 2001 (Sub Verse Music), 2008 (Metalface Records)
  • Label: ReadyRock
  • Format: CD, LP, Download

Kompilationsalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Erstveröffentlichung Details
Special Blends Volume 1 & 2

2004

  • Label: Metal Face
  • Format: Doppel-CD
Special Herbs: The Box Set Vol. 0-9

24. Januar 2006

  • Label: Nature Sounds
  • Format: Triple-CD, Download
Unexpected Guest

27. Oktober 2009

  • Label: Gold Dust Media
  • Format: Triple-CD, Download

Instrumentalalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Erstveröffentlichung Details
Special Herbs, Vol. 1

2001

  • Label: Female Fun
  • Format: CD
Special Herbs, Vol. 2

1. Januar 2002

Special Herbs, Vol. 3

2002

  • Label: Female Fun
  • Format: CD
Special Herbs, Vol. 4

23. September 2003

  • Label: Nature Sounds
  • Format: CD
Special Herbs, Vols. 4, 5 & 6

24. November 2003

  • Label: Shaman Works
  • Format: CD
Special Blends, Vols. 1 & 2

2004

  • Label: Metal Face Records
  • Format: CD
Special Herbs, Vols. 5 & 6

23. März 2004

  • Label: Nature Sounds
  • Format: CD
Special Herbs, Vols. 7 & 8

21. September 2004

  • Label: Shaman Works
  • Format: CD
Special Herbs, Vols. 9 & 0

12. Juli 2005

  • Label: Shaman Works
  • Format: CD
Special Herbs: The Box Set Vol. 0-9

24. Januar 2006

  • Label: Nature Sounds
  • Format: CD, Download

Singles (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: Doomsday (mit Pebbles The Invisible, UK: SilberSilber)[8]
  • 2020: Rapp Snitch Knishes (feat. Mr Fantastik, UK: SilberSilber)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chartquellen: DE US-Charthistorie UK
  2. Isha Thorpe: MF DOOM dies at age 49. Revolt, 31. Dezember 2020, abgerufen am 31. Dezember 2020.
  3. MF DOOM Says He’s Done With The United States. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. April 2019; abgerufen am 2. Juli 2017 (amerikanisches Englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/potholesinmyblog.com
  4. Brian Coleman: Check The Technique: The Birth of MF Doom. 10. April 2016, abgerufen am 9. März 2021 (englisch).
  5. Shadows of Tomorrow III: Long Live Kingilizwe. 9. Januar 2021, abgerufen am 9. März 2021 (amerikanisches Englisch).
  6. Masta Ace & MF DOOM's "MA DOOM: Son Of Yvonne" To Release In July. HipHopDX, 12. Mai 2012, abgerufen am 18. Juni 2012.
  7. Review The Child of Lov. allmusic, 2013, abgerufen am 20. Dezember 2013.
  8. Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK