Daouda Sow (Boxer)

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Daouda Sow (* 19. Januar 1983 in Roubaix) ist ein französischer Profiboxer. Er gewann bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking die Silbermedaille im Leichtgewicht.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amateurkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daouda Sow wurde als Sohn westafrikanischer Einwanderer in Roubaix geboren. Im Alter von 15 Jahren begann er in Hem, wohin seine Familie inzwischen verzogen war beim Boxing Club Hemois mit dem Boxen. Sein Trainer wurde Abdelhakim Zehrir. Obwohl er relativ rasch wuchs, war er immer sehr schlank und konnte in den niedrigen Gewichtsklassen starten. 1999 und 2000 wurde er französischer Juniorenmeister im Fliegengewicht bzw. im Bantamgewicht (bis 51 kg bzw. 54 kg Körpergewicht).

In den Jahren 2001 biw 2003 widmete er sich hauptsächlich seiner Berufsausbildung und trat mit dem Boxen kürzer. Im Jahre 2004 wurde er bei einer Größe von 1,75 m im Bantamgewicht (bis 54 kg Körpergewicht) französischer Vizemeister, als er dem routinierten Ali Hallab im Finale nach Punkten unterlag (15:37). 2005 wurde Daouda Sow erneut französischer Vizemeister im Leichtgewicht (bis 60 kg Körpergewicht). Dabei unterlag er im Finale gegen Khedafi Djelkhir durch Abbruch in der dritten Runde. Im gleichen Jahr überzeugte er aber in zwei Länderkämpfen. In Sannois besiegte er in einem Länderkampf gegen Kuba Idel Torriente klar nach Punkten und in Lingolsheim schlug er in einem Länderkampf gegen Deutschland Artur Schmidt ebenfalls nach Punkten (25:15). Im gleichen Jahr startete er auch bei den Spielen der Frankophonie in Niamey, Niger, im Federgewicht (bis 57 kg Körpergewicht). Er besiegte dort Aboubakr Lbida aus Marokko nach Punkten (33:23) und Achille Apie aus Kamerun durch Abbruch in der zweiten Runde. Im Endkampf unterlag er gegen Yassin Yasngaber aus Ägypten nach Punkten (14:22).

Im Jahre 2006 arbeitete Daouda Sow als Erzieher in einem Heim zur Wiedereingliederung schwer erziehbarer Jugendlicher und hatte kaum Zeit zum Boxen. 2007 besann man sich jedoch beim französischen Box-Verband auf das große Talent Daouda Sow und förderte ihn dementsprechend. Dies hatte zur Folge, dass er 2007 mit einem Sieg über den Altmeister Dagnoko Boubacar erstmals französischer Meister im Leichtgewicht wurde. 2007 startete er auch beim Chemiepokalturnier in Halle (Saale). Dort siegte er über Kalojan Dimow aus Bulgarien nach Punkten (23:6), verlor aber im Endkampf gegen Artur Schmidt und belegte damit den zweiten Platz.

Bei der Meisterschaft der Europäischen Union 2007 in Dublin gelang ihm dann sein erster Titelgewinn. Er besiegte im Leichtgewicht Florentin Nicolescu aus Rumänien nach Punkten, Andrzej Liczik aus Polen durch Abbruch in der dritten Runde und Domenico Valentino aus Italien durch Abbruch in der zweiten Runde. Im Finale besiegte er den Deutschen Eugen Burhard und gewann damit dieses Turnier. Mit nicht geringen Erwartungen startete er dann im Oktober 2007 bei der Weltmeisterschaft in Chicago. Er verlor dort aber gleich seinen ersten Kampf gegen Romal Amanow aus Aserbaidschan und kam damit nicht unter die letzten 32 Boxer.

Nach dieser Enttäuschung musste sich Daouda Sow erst für die Olympischen Spiele 2008 in Peking qualifizieren. Im ersten Qualifikations-Turnier in Pescara gelang ihm das noch nicht, da er im Leichtgewicht nach Siegen über Alejandro Rodriguez aus Spanien und Alexandros Kirsanidis aus Griechenland gegen Oleksandr Kljutschko aus der Ukraine verlor (10:21), womit er auf den 5. Platz kam, der nicht zur Qualifikation ausreichte.

Er startete daraufhin im April 2008 in Athen beim letzten Qualifikationsturnier und schaffte dort die Qualifikation mit dem Turniersieg. Auf dem Weg dorthin schlug er Ljubomir Marjanovis aus Serbien, Artur Schmidt und Koba Pchakadse aus Georgien. Gegen Georgian Piopescu aus Rumänien siegte er kampflos.

Im Juni 2008 startete Daouda Sow in der französischen Nationalstaffel in Havanna bei einem Länderkampf gegen den kubanischen Weltmeister von 2005 Yordenis Ugás, dem er nur knapp nach Punkten unterlag.

Bei den Olympischen Spielen in Peking ging er wie alle französischen Boxer bestens vorbereitet an den Start. Im Leichtgewicht besiegte er in seinem ersten Kampf den Nordkoreaner Kim Song-guk, der in Chicago immerhin eine Bronzemedaille gewonnen hatte klar nach Punkten (13:3), dann siegte er gegen José Pedraza aus Puerto Rico, den Vize-Weltmeister von 2009, nach Punkten (13:9). In seinem dritten Kampf traf er auf den Chinesen Hu Qing. Er ließ sich von dem fanatischen chinesischen Publikum, das natürlich ihren Landsmann frenetisch anfeuerte, nicht beirren und siegte knapp aber sicher mit 9:6 Wertungspunkten. Im Halbfinale gelang Daouda Sow gegen Yordenis Ugás, den eigentlichen Favoriten im Leichtgewicht, ein sicherer Punktsieg (15:8). Im Finale stand er dann dem russischen Europameister von 2006 Alexei Tischtschenko gegenüber, gegen den er knapp nach Punkten (9:11) verlor.

2009 wurde Sow nochmals französischer Meister, bevor er ins Profigeschäft wechselte.

Profi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Profidebüt gewann er am 4. Juli 2009 gegen den Österreicher Ömer Yılmaz. Im Juli 2011 gewann er die französische Meisterschaft im Leichtgewicht gegen Affif Hamdani und verteidigte den Titel gegen Brahim Bariz. Im März 2016 verlor er knapp nach Punkten gegen Renald Garrido und im April 2017 einstimmig gegen Yazid Amghar.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Box Sport aus den Jahren 2000 bis 2008,
  • Website "amateur-boxing.strefa.pl",
  • Website "results.beijing2008.cn"

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biographische Daten von Daouda Sow (Memento vom 16. März 2009 im Internet Archive)