Datei-Manager (Windows)

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Der Datei-Manager

Der Datei-Manager war der standardmäßig installierte Dateimanager der 16-Bit-Betriebssysteme der Windows-3.x-Reihe sowie der 32-Bit-Betriebssysteme Windows NT 3.1 und Windows NT 3.51. Mit der Veröffentlichung von Windows 95 wurde er durch den Windows-Explorer abgelöst, war aber unter dem Dateinamen „WINFILE.EXE“ noch über Jahre Bestandteil des Systems. 2018 wurde der Quellcode unter der MIT-Lizenz auf GitHub veröffentlicht.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Datei-Manager wurde mit Microsoft Windows 3.0 eingeführt, es ersetzte das vorher verwendete MS-DOS Executive (im deutschsprachigem Windows: MS-DOS). Er war in allen Windows 3.x-Versionen der Standard-Dateimanager von Windows. Windows 95 bietet in der ursprünglichen A-Version während des Setups die Möglichkeit, statt des neuen Windows-Explorer weiterhin die alte Kombination aus Programm-Manager und Datei-Manager zu verwenden. Der Datei-Manager dieser Windows-Betriebssysteme ist nicht Jahr-2000-kompatibel, es ist aber ein Patch von Microsoft verfügbar, der dieses Problem behebt.[2]

Mit der Veröffentlichung von Windows NT 3.1, welches dieselbe Benutzeroberfläche wie Windows 3.1 verwendete, wurde eine 32-Bit-Version des Datei-Managers eingeführt. Mit Windows NT 4.0 wurde der Datei-Manager auch in dieser Betriebssystemreihe durch den Windows-Explorer abgelöst. Als alternativer Dateimanager ist er in der 16-Bit-Version noch bis Windows Me enthalten und die 32-Bit-Version in NT 4.0, wobei die ausführbare Datei bis Windows XP (Home) offenbar vollkommen kompatibel ist.[3]

Am 6. April 2018 veröffentlichte Microsoft den Quellcode und für Windows 10 kompilierte Versionen des Datei-Managers auf GitHub unter der MIT-Lizenz (Open-Source).[1]

Funktionsumfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm ist als Verknüpfung über die Hauptgruppe des Programm-Managers aufrufbar. Das Fenster des Datei-Managers ist unterteilt in ein Drop-Down-Menü zum Wechseln zwischen Laufwerken am oberen Rand, einer Ordneransicht (die wesentliche Neuerung im Vergleich zum sonst ähnlichen MS-DOS-Fenster) auf der linken sowie eine Dateiansicht auf der rechten Seite. Neben dem Verwalten von Dateien und Ordnern erlaubte der Datei-Manager das Formatieren von Laufwerken, das Verbinden eines Netzlaufwerks sowie die Zuordnung von Dateierweiterungen.

Unter Windows NT konnten die erweiterten Möglichkeiten des NTFS-Dateisystems verwaltet werden, also Zugriffsrechte und Datenkompression. Diese stehen mit der 32-Bit-Variante auch unter der Home-Edition von Windows XP zur Verfügung, die im Windows-Explorer ausgeblendet werden.[3][4] Außerdem ist Winfile weniger anfällig gegen verschiedene Schutzverletzungen oder ausgeblendete Dateien und Laufwerke und eignet sich deshalb als grafisches Werkzeug bei bestimmten Reparaturzwecken.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hajo Schulz: Windows: Der klassische Datei-Manager ist zurück – als Open Source. In: heise online. Abgerufen am 18. April 2018 (deutsch).
  2. File Manager Shows Garbled Date for Year 2000 or Later - Microsoft Knowledge Base
  3. a b Nachgerüstet: Editor für Benutzerrechte unter XP Home. pcwelt.de
  4. Berechtigungen in der Windows XP Home Edition. winfaq.de
  5. Beispiele sind (jeweils abgerufen am 11. Dezember 2016):