Microsoft Windows 10

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Windows 10
Windows 10 Logo.svg
Bildschirmfoto
Windows10abstract.png
Basisdaten
Entwickler Microsoft
Aktuelle Version 1511 / Build 10586[1]
(12. November 2015)
Aktuelle Vorabversion Windows 10 Insider Preview Codename „Redstone“ (Build 14393)
(18. Juli 2016[2])
Abstammung Windows NT
Kernel Windows NT 10.0
Chronik
Architekturen x86, AMD64, ARM
Lizenz Microsoft-EULA (Proprietäre Software)
Website windows.microsoft.com

Microsoft Windows 10 (Codename: Threshold, engl. für Schwelle) ist ein Betriebssystem des US-amerikanischen Unternehmens Microsoft, das am 29. Juli 2015 veröffentlicht wurde. Es ist der Nachfolger von Windows 8.1 und wurde parallel zu Microsoft Windows Server 2016, dem Nachfolger von Microsoft Windows Server 2012, erstmals am 30. September 2014 vorgestellt.[3][4]

Seit dem 1. Oktober 2014 wurden „Technical Preview“, später „Windows Insider Preview“ genannte Vorabversionen von Windows 10 veröffentlicht.[5][6] Das Betriebssystem wird Benutzern der Vorgänger Windows 7 und Windows 8 für einen begrenzten Zeitraum bis zum 29. Juli 2016[7] als kostenloses Update angeboten, wenn es sich zuvor nicht um eine Volumenlizenz handelte.[8]

Das Pendant des Betriebssystems für mobile Geräte wie Smartphones wird als Windows 10 Mobile bezeichnet.

Neuerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windows 10 ist außer auf dem Desktop-Computer und auf Notebooks auch auf Tabletcomputern und Smartphones, Convertibles, Embedded Devices, dem Raspberry Pi 2[9] und der Xbox One lauffähig und stellt somit eine einheitliche Plattform für verschiedenste Geräteklassen dar. Dabei passt sich die grafische Benutzeroberfläche je nach Typ des Gerätes an dessen Eigenschaften an.

Bei Convertibles kann Windows 10 dank der neuen „Continuum“-Funktion automatisch erkennen, ob eine Tastatur angeschlossen ist oder nicht, und wechselt dann zwischen Touch- und Tastatur-Oberfläche.[10]

Neues Startmenü[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem in Windows 8 das Startmenü entfernt und stattdessen ein Kachelbildschirm angeboten wurde, enthält Windows 10 wieder ein Startmenü in einer überarbeiteten Version: In der linken Spalte werden wie gehabt oft benutzte Programme gezeigt. Im rechten Bereich lassen sich nun Kacheln hinzufügen. Auf diese Art wird die Funktion des Startbildschirms von Windows 8.1 in das Startmenü integriert. Das Startmenü kann auf mobilen Geräten bildschirmfüllend dargestellt werden und ersetzt dabei den Startbildschirm aus Windows 8.1.

Virtuelle Desktops[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Windows 10 gibt es virtuelle Desktops, mit denen mehrere Desktops für verschiedene Bereiche genutzt werden können.[11]

Personal Assistant „Cortana“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Cortana (Software)

Wie bereits bei Windows Phone 8.1 hielt der Personal Assistant Cortana auch in Windows 10 Einzug. Hierbei wird die aus Windows 8.1 bekannte Suchfunktion durch Cortana ergänzt. Diese lässt sich wahlweise über Tastatureingaben oder Spracheingaben steuern.[12] In Österreich und der Schweiz ist Cortana offiziell noch nicht verfügbar.[13]

Webbrowser Microsoft Edge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Microsoft Edge
Hauptartikel: Microsoft Edge

In Windows 10 ist ein neuer Webbrowser enthalten, der schneller, effizienter und personalisierbarer sein soll.[14][15] Drei neue Merkmale wurden von Microsoft im Vorfeld präsentiert: Webseiten können mit Notizen versehen werden und das so ähnlich einem Screenshot entstandene Dokument mit Freunden oder Kollegen zur Verfügung gestellt werden; ein „Lesemodus“ blendet den Lesefluss störende Elemente aus, und ein Instapaper ähnelnder Lesezeichen-Service ist in den Browser integriert.[16]

Edge nutzt anstatt der bisher im Internet Explorer verwendeten HTML-Rendering-Engine Trident die neue Engine EdgeHTML.[17]

Windows Holographic[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Windows Holographic

Windows Holographic ist eine Plattform für Anwendungen im Bereich erweiterte Realität. Die dazugehörige Datenbrille wurde unter der Bezeichnung HoloLens eingeführt.

Sicherheitsfunktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windows 10 unterstützt den Standard 2.0 der FIDO-Allianz für die Authentifizierung im Internet.[18] Dazu sind sowohl der Standard U2F für die universelle Zwei-Faktor-Authentifizierung als auch der Standard UAF für die universelle Authentifikation ohne Passwort implementiert worden.[19] In diesem Rahmen wurde die Möglichkeit einer biometrischen Authentifizierung von Benutzern unter dem Begriff „Microsoft Hello“ eingeführt.[20]

Multimedia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Media Player von Windows 10 ist standardmäßig in der Lage, Videodaten mit High Efficiency Video Coding (HEVC) abzuspielen sowie Dateien im Containerformat Matroska zu öffnen.[21]

In Windows 10 ist DirectX 12 integriert,[22] das die Leistung durch hardwarenahe Programmierung verbessern soll.

Apps[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Windows 10 gibt es nicht mehr unterschiedliche Versionen des Windows-Store (für Windows Phone einerseits und für andere Versionen andererseits), sondern einen einheitlichen Store für alle Versionen.[23] Apps aus dem Windows-Store, die in der Vergangenheit nur bildschirmfüllend verwendet werden konnten, werden nun auf Wunsch in Fenstern geöffnet.[24] Eine Reihe an Apps wird direkt mit dem Betriebssystem ausgeliefert, dazu gehört neben Microsoft Edge auch Microsoft Office.[25] OneDrive nimmt für die Synchronisation zwischen verschiedenen Microsoft-Geräten eine zentrale Rolle ein. So sollen auch in der neuen Xbox-App alle Spiele angezeigt werden, die der Anwender auf seinen Geräten installiert hat, und diese plattformübergreifend gespielt werden können. Bei der Präsentation demonstrierte man etwa ein auf der Xbox One gestartetes Multiplayer-Spiel, dem eine auf einem PC spielende zweite Person beitrat.[22]

Anwendungen für Windows 10 basieren auf der Universal Windows Platform (auch: UWP), mit der sie sich für verschiedene Geräte mit derselben Codebasis entwickeln lassen.

Neues Release-Modell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Microsoft sieht Windows 10 als letzte Windows-Version nach dem klassischen Versionierungsmuster an. In Zukunft wolle man keine neuen Versionen mehr veröffentlichen; stattdessen sehe man „Windows as a service“: Nutzer von Windows 10 erhalten nicht nur Bugfixes, sondern auch neue Funktionen, auch solche, die zum Zeitpunkt der ursprünglichen Installation noch gar nicht enthalten waren.[26]

Datenübertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den Standardeinstellungen, wie sie Windows 10 bei der Expressinstallation vorschlägt, überträgt Windows 10 eine Vielzahl von Daten an Microsoft. Für den Sprachassistenten Cortana nutzt Microsoft z. B. den Kommunikationsverlauf und die Inhalte von Nachrichten. Außerdem werden unter anderem folgende Informationen verwendet: Standortinformationen und -verlauf des Geräts, Kontakte, Spracheingaben, Suchverlauf, Kalenderinformationen. Diese Informationen werden auf einem Microsoft-Server im Internet gespeichert. Die übertragenen Daten umfassen außerdem eine appübergreifende Werbe-ID, mit der es möglich ist, einen Benutzer bei der Benutzung unterschiedlicher Apps eindeutig zu identifizieren und ihm personalisierte Werbung anzuzeigen. Übertragen werden außerdem nicht näher benannte Informationen zum Schreibverhalten und Informationen zur Standortbestimmung (z. B. über WLANs in der Umgebung). Außerdem gewährt Windows 10 Apps standardmäßig Zugriff auf Webcam und Mikrofon.[27]

Windows Spotlight[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Windows Spotlight

Verschiedene Bilder, die von der Suchmaschine Bing bereitgestellt werden, erscheinen auf dem Sperrbildschirm. Der Nutzer kann diese Bilder bewerten. Zudem kann der Nutzer entscheiden, ob er ähnliche Bilder in Zukunft sehen möchte oder nicht.

Editionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windows 10 ist in 14 unterschiedlichen Versionen erhältlich:[28][29][30]

Verfügbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Windows 10 schafft Microsoft Windows Phone und Windows RT ab und verwendet auf allen Plattformen den einheitlichen Namen „Windows 10“. Windows 10 wird als Update auf aktuellen Windows-Phone-Smartphones angeboten. Für Geräte mit Windows RT gibt es allerdings keine Umstiegsmöglichkeit auf Windows 10.[32]

Die Windows Technical Preview war seit Anfang Oktober 2014 als 32- und 64-Bit-Version zunächst in den Sprachen Englisch (USA), Englisch (UK), Chinesisch und Portugiesisch (BR) zum Herunterladen (rund 4 GB) verfügbar.[33][34] Die automatische Update-Funktion war für die Preview-Versionen nicht deaktivierbar, und Microsoft behielt sich eine Erfassung von Nutzungsdaten in der Vorabversion vor.[35]

Im November 2014 hatte Microsoft die Versionsnummer des Kernels intern von 6.4 auf 10.0 erhöht und kündigte deren Übernahme in die nächste Veröffentlichung an.[36]

Seit Ende Januar 2015 (Build 9926) waren neben der deutschen Version über 20 weitere Sprachen als ISO-Image zum Herunterladen nach einer Registrierung im Rahmen des Windows Insider Program oder auf entsprechenden Kanälen wie MSDN oder TechNet verfügbar.[37] Als Paket zum Herunterladen wurde die deutschsprachige Preview-Version sowohl als 32-Bit- (≈ 3 GB) als auch als 64-Bit-Version (≈ 4 GB) bereitgestellt.

Seit Ende April 2015 (Build 10074) hießen die Vorabversionen Windows Insider Preview.[38]

Ab 29. Juli 2015 wurde die fertige Version verteilt (Build 10240), wobei die finale Version mit dem bereits am 15. Juli[39] verteilten Insider-Preview-Build mit derselben Build-Nummer identisch ist. Somit nutzten die etwa fünf Millionen Teilnehmer des Windows-Insider-Programms die Finale Version bereits vor dem Tag der Veröffentlichung (“release day”). Windows-Benutzer, die ein Upgrade reserviert hatten, erhielten Windows 10 in mehreren Schritten in den folgenden Tagen und Wochen.[40]

Systemanforderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windows 10 hat grundsätzlich ähnliche Anforderungen an die Hardware wie die Vorgängerversionen Windows 7 oder Windows 8(.1).[41][42][43] Im Gegensatz zu Windows 8 wird zum Starten von Apps keine Mindest-Bildschirmauflösung von 1024 x 768 Pixeln benötigt.[42]

Mindestanforderungen für Hardware für Windows 10
Komponente Architektur
32-Bit 64-Bit
Prozessor 1-GHz-Prozessor oder -SoC 1-GHz-Prozessor oder -SoC
Arbeitsspeicher 1 GB (bis Version 1511)
2 GB (ab Version 1607)[44]
2 GB
Grafikkarte DirectX 9+ mit WDDM 1.0 Treiber
Display Auflösung von 800 × 600 Pixeln
benötigter freier Speicherplatz 16 GB 20 GB

Support und Aktualisierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für alle Windows-10-Varianten läuft der Mainstream Support (für Privat-/Endkunden) bis 13. Oktober 2020, der Extended Support (für Geschäfts-/Großkunden) ist bis 14. Oktober 2025 geplant; diese Daten gelten jedoch explizit für die im Juli 2015 veröffentlichten Ausgaben. Die Inanspruchnahme setzt voraus, dass bis dahin alle vorherigen Sicherheitsaktualisierungen installiert wurden.[45]

Microsoft veröffentlicht kontinuierlich Updates, mit denen Fehler behoben und neue Funktionen ergänzt werden (Rolling Release). Es erscheinen regelmäßig kumulative Updates, die die Windows-Plattform aktualisieren und sie um Funktionen aus den Insider Builds ergänzen.

Seit Build 10586 vom 12. November 2015 wird als Versionsnummer eine vierstellige Zahl, bestehend aus den zwei letzten Stellen der Jahreszahl und dem zweistelligen Monat, verwendet. Build 10586 ist somit Windows 10 1511, was für 2015, Monat 11, also November, steht.[46]

Versionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Build Version Codename Erscheinungsdatum Änderungen
Ältere Version; noch unterstützt: 10240 Ältere Version; noch unterstützt: Threshold1 29. Juli 2015 Erste finale Version von Windows 10. Nach Meinung einiger Autoren der Fachpresse ist Windows mit diesem Build allerdings noch nicht ganz fertig.[47][48] Um Windows 10 gratis aktivieren zu können, muss man aus einem bereits aktivierten Windows 7 oder 8/8.1 heraus ein Upgrade durchführen.
Aktuelle Version: 10586 Aktuelle Version: 1511 Threshold2 12. November 2015 Hauptsächlich Detailverbesserungen, wie vereinheitlichte Optik vieler weiterer Kontextmenüs. Erstmals kann man Windows 10 bei einer Neuinstallation innerhalb des von Microsoft angegebenen Zeitraums direkt mit einem Produktschlüssel von Windows 7 oder 8/8.1 gratis aktivieren.[1]
Vorabversion: 14390 Vorabversion: 1607 Redstone 15. Juli 2016 Vorabversion für 2. August 2016[49] geplante nächste stabile Version. Diese wird „Anniversary Update“ heißen und die Versionsnummer 1607 tragen. Die Systemanforderungen sind in der 32-Bit-Version von 1 auf 2 GB Arbeitsspeicher gestiegen.[44] Eine wesentliche Änderung ist der neue Windows-Kernel „OneCore“[50] sowie die Angleichung der Build-Nummern der Desktop-Version an die der mobilen Variante von Windows, was einen Sprung von Build 11102 auf 14251 innerhalb weniger Tage erklärt.[51] Seit Build 14361 lassen sich in einem Hyper-V-Container nun Abbilder mit Nano Server, der dem Windows Server 2016 in der Technical Preview 5 entspricht, betreiben und mit Docker verwalten. Neben zahlreichen kleineren Verbesserungen wurde auch an der Zeichenblockfunktion Windows Ink gearbeitet.[52]
Legende:
Ältere Version; nicht mehr unterstützt
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windows 10 folgt auf Windows 8.1 und wurde zunächst in vielen Artikeln und auch von Microsoft-Verantwortlichen als Windows 9 bezeichnet.[53] Laut Microsofts Marketing-Chef Tony Prophet wurde der Name Windows 9 übersprungen, um damit deutlich zu machen, dass die Änderung „keinen stufenweisen Schritt gegenüber Windows 8.1 [darstelle, sondern] ein grundlegender Schritt“ sei.[54]

Die Namen des neuen Browsers Edge und der Sprachassistentin Cortana sowie der Arbeitstitel von Windows 10 „Threshold“ sind auf die Spieleserie Halo zurückzuführen.[55] Der Codename „Redstone“ für die zweite Hauptversion von Windows 10 geht auf das Spiel Minecraft zurück.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für starke Kritik sorgte die im Vergleich zu den Vorgängerbetriebssystemen ausgeweitete Übertragung von Daten an Microsoft. Das Unternehmen orientiere sich am Umfang der Datenerhebung an Apple, Facebook und Google.[56] In Anbetracht dessen warnen Verbraucherschützer[57] vor einer umfassenden Ausforschung des Nutzers – die Verbraucherzentrale schreibt, dass sich dadurch der „PC in eine Art private Abhöranlage verwandelt“. Windows 10 übermittle Nutzerdaten wie Name, Alter, Geschlecht, Standort, gekaufte Digitalgüter und teilweise auch aufgerufene Webseiten oder Suchbegriffe an Microsoft, das diese dann auswerte.[58] Das Sammeln von Nutzerdaten könne zum Teil eingeschränkt, nicht aber vollständig deaktiviert werden.[59] Die Übertragung von Diagnose- und Nutzungsdaten lasse sich nicht vollständig abschalten.[60][61]

Auch seien die Datenschutzbestimmungen nach Meinung der Verbraucherschützer unzureichend und würden den Nutzer nicht hinreichend über die Verwendung der erhobenen Daten informieren.[62]

Wechsel von Standardprogrammen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Browserhersteller Mozilla übt Kritik[63][64] an der Art, wie Windows mit Standardprogrammen umgeht: Egal welchen Browser der Benutzer vor einem Upgrade auf Windows 10 ausgewählt hatte, legt Windows automatisch den Edge-Browser als neuen Standard fest. Wegen Änderungen an der Benutzeroberfläche muss der Benutzer, um in Windows 10 ein Standardprogramm festzulegen, verglichen mit Windows 8 außerdem mehr als doppelt so viele Klicks ausführen. Wenn der Benutzer in einer App bestätigt, dass er diese als Standardanwendung nutzen möchte, setzt Windows 10 sie nicht als Standard, sondern öffnet lediglich ein Einstellungsfenster, in dem weiterhin die zuvor ausgewählte Standardanwendung eingestellt ist; der Benutzer muss hierin dann manuell die gewünschte Standardanwendung einstellen. Diese erhöhte Komplexität stehe der Entscheidungsfreiheit im Weg, so Mozillas CEO Chris Beard.

Kontroversen um die geänderte Update-Prozedur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis einschließlich Windows 8.1 war es möglich, einzelne Windows-Updates von der Installation auszuschließen (bzw. auf Updates gänzlich zu verzichten). Bei dem für Privatanwender konzipierten Windows 10 Home kann der Benutzer nur noch den Zeitpunkt des Neustarts nach einem Updatevorgang festlegen, nicht aber, ob ein Update überhaupt installiert werden soll oder nicht. Benutzer von Windows 10 Pro können die Installation zwar zeitlich aufschieben, aber nicht verhindern. Dies soll zum einen Sicherheitsrisiken minimieren, aber auch die Kompatibilität von Dritt-Anwendungen erhöhen bzw. die Pflege von Software vereinfachen.[65]

Für diese Änderung wurde Microsoft kritisiert, da es vorkommen kann, dass Updates die ordnungsgemäße Funktion des Computers stören. Zwar können einzelne Updates mit Hilfe eines von Microsoft zur Verfügung gestellten Workarounds ausgeblendet und dadurch an der Installation gehindert werden; in vielen Fällen ist dies jedoch erst nach der einmaligen Installation und anschließenden Deinstallation des betreffenden Updates möglich.[66][67][68] So wurde im August 2015 ein fehlerhaftes Update veröffentlicht, das unter bestimmten Umständen zu einer Installations-Endlosschleife führte, dessen Installation nicht verhindert werden konnte.[68]

Aber auch der damit einhergehende Kontrollverlust wird kritisiert, da die Installation von Funktions-Updates ebenfalls nicht verhindert werden kann. Zukünftige Updates könnten etwa die Bedienbarkeit beeinflussen, ohne dass dem Benutzer die Wahl gelassen wird, diese Änderung zu übernehmen oder nicht.[69] Der Kryptologe Rüdiger Weis zog durch den Zwang zur Installation der Updates sogar Parallelen zu einem Botnetz, da genauso wie bei selbigem „fremde Leute ohne Genehmigung auf meinem System Code ausführen können“.[70]

Im November 2015 kam es erneut zu einer Kontroverse, nachdem bei der Aktualisierung auf Version 1511 automatisch bestimmte Anwendungsprogramme und Gerätetreiber aus Kompatibilitätsgründen deinstalliert und einige Benutzereinstellungen auf den Standardwert zurückgesetzt worden waren, ohne dass dies verhindert werden konnte. Für Kritik sorgte auch der Umstand, dass der Benutzer nicht über die Änderungen am System informiert wurde.[71][72] Auch bestimmte Datenschutzeinstellungen waren anfangs davon betroffen und wurden durch die Installation des Updates wieder auf den Standardwert zurückgesetzt – hierbei handelte es sich jedoch laut Microsoft um einen Fehler, der mittlerweile korrigiert wurde.[73]

Aufdringliche Upgrade-Aufforderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immer wieder wurde Microsoft vorgeworfen, aufdringliche Werbeprogramme für das Upgrade auf Windows 10 als Updates für Windows 7 und 8.1 veröffentlicht zu haben, welche durch ungenaue Update-Beschreibungen mitunter ungewollt auf dem Rechner installiert worden waren.[74][75][76] Zusätzlich kam es durch die installierten Werbeprogramme zu einem ungefragten Download der Installationsdateien für Windows 10[75] (in der Presse vielfach als „Zwangsdownload“ aufgegriffen), was zu einer Abmahnung von Verbraucherschützern führte, die dies als „unzumutbare Belästigung“ eingestuft hatten.[77][78]

Ab Anfang 2016 wurde das Upgrade auf Windows 10 als „empfohlenes Update“ eingestuft, wodurch es auf manchen Systemen automatisch installiert wurde. Kritisiert wurde hierbei, dass der Benutzer nicht in allen Fällen ausreichend über das bevorstehende automatische Upgrade informiert wurde.[79] Im Mai 2016 kam es zu einer Kontroverse, nachdem Microsoft das Wegklicken eines Hinweisfensters per „Schließen“-Button als implizite Zustimmung zum Upgrade wertete, wodurch dieses zur automatischen Installation vorgemerkt wurde.[80] Microsoft wurde diesbezüglich vorgeworfen, auf aggressive Weise den Erfolg von Windows 10 erzwingen zu wollen.[81] Eine Nutzerin in Kalifornien hat Microsoft deswegen verklagt. Der Konzern zahlte ihr in einer außergerichtlichen Einigung 10.000 Dollar Einkommenseinbußen und entschärfte gleichzeitig das Hinweisfenster zum Upgrade, indem es eine eindeutige Option zum Ablehnen geben werde. Dies wurde seitens der Fachpresse als indirektes Eingeständnis von Microsoft interpretiert, dabei zu weit gegangen zu sein, den „Schließen“-Button als Zustimmung zu werten.[82]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Windows 10: Version 1511 ist da. heise online, 12. November 2015, abgerufen am 20. November 2015.
  2. Windows Blog: Announcing Windows 10 Insider Preview Build 14393 (englisch), Dona Sarkar; abgerufen am 21.Juli.2016
  3. Das nächste Windows heißt „Windows 10“. In: Heise Newsticker. 30. September 2014, abgerufen am 30. September 2014.
  4. Windows 10 is the official name for Microsoft’s next version of Windows. The Verge, 30. September 2014, abgerufen am 30. September 2014 (englisch).
  5. Windows Server and System Center Technical Previews also coming out today, abgerufen am 1. Oktober 2014
  6. Technical Previews of Next Windows Server and System Center Release Today, Too, WindowsITPro, abgerufen am 1. Oktober 2014
  7. Windows 10: kostenloses Upgrade endet in 90 Tagen. In: zdnet. 30. April 2016, abgerufen am 19. Mai 2016.
  8. http://windows.microsoft.com/en-us/windows-10/media-creation-tool-install
  9. Microsoft: Windows 10 erscheint auf dem Raspberry Pi 2. 24. Februar 2015, abgerufen am 24. Februar 2015.
  10. Dominik Brück: Windows 10 erscheint Ende 2015. Stern.de, 30. September 2014, abgerufen am 30. September 2014.
  11. [1], chip.de, 1. Oktober 2014, abgerufen am 17. Juni 2015
  12. winfuture.de
  13. http://windowsblog.at/2015/07/22/howto-cortana-fuer-oesterreich-oder-schweiz-aktivieren/
  14. golem.de
  15. winfuture.de
  16. Microsoft officially announces Project Spartan, its new web browser for Windows 10
  17. IE-Nachfolger: Spartan zeigt sich mit Chrome-Agent in Windows 10. Golem.de, 27. Januar 2015, abgerufen am 28. Januar 2015.
  18. Dustin Ingalls: Microsoft Announces FIDO Support Coming to Windows 10, windows.com, abgerufen am 15. Februar 2015
  19. Windows 10 erhält Anmeldestandard Fido, golem.de, 17. Februar 2015, abgerufen am 18. März 2015
  20. Windows Hello soll Passwörter ersetzen, golem.de, 18. März 2015, abgerufen am 18. März 2015
  21. Nico Ernst: Windows 10 unterstützt MKV und H.265, Golem.de, 3. November 2014, abgerufen am 10. März 2015
  22. a b Windows 10: Kostenloses Update, Riesentablets und Hologramme auf derStandard.at vom 22. Januar 2015.
  23. Live from Microsoft’s Windows 10 event. The Verge, 30. September 2014, abgerufen am 30. September 2014 (englisch).
  24. Windows 10: App im Fenster starten
  25. [2]
  26. Terry Myerson: The next generation of Windows: Windows 10. Microsoft Blogging Windows, 21. Januar 2015.
  27. http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2015-08/privatsphaere-windows-10-einstellungen-deaktivieren
  28. Introducing Windows 10 Editions, Windows Blog (englisch) vom 13. Mai 2015, Tony Prophet, abgerufen am 14. Mai 2015
  29. Es gibt weiterhin N-Editionen, Heise vom 10. Juli 2015, abgerufen am 11. Juli 2015
  30. Microsoft Partner Netzwerk (nur für Mitglieder), abgerufen am 11. August 2015
  31. a b Windows IoT – Get Started, auf GitHub, abgerufen am 17. Oktober 2015
  32. Rainer Schuldt: Zum Nachlesen: Der COMPUTER BILD-Live-Ticker zu Windows 10. 30. September 2014, abgerufen am 30. September 2014.
  33. Windows 10 Technical Preview ist da. Golem, 1. Oktober 2014, abgerufen am 3. Oktober 2014.
  34. Windows 10 Technical Preview auf Deutsch. Computer Bild, 24. Januar 2015, abgerufen am 24. Januar 2015.
  35. Windows 10 Technical Preview: Datenschutzerklärung erlaubt Microsoft das Sammeln fast jeglicher Daten, abgerufen am 25. Oktober 2014
  36. Brad Sams: Microsoft confirms that Windows 10 kernel will be 10.0. Neowin LLC. 22. November 2014. Abgerufen am 30. November 2015.
  37. Windows 10 Vorabversion steht zum Download bereit, Heise.de, 26. Januar 2015
  38. Windows 10 Insider Preview löst die Technical Preview ab. Winfuture, 28. April 2015, abgerufen am 12. Juli 2015.
  39. Windows Experience Blog: Build 10240 now available for Windows Insiders in Fast and Slow rings (englisch), 15. Juli 2015, Gabe Aul, abgerufen am 1. Februar 2016
  40. http://www.golem.de/news/microsoft-viele-werden-windows-10-noch-nicht-am-29-juli-erhalten-1507-115019.html
  41. Windows 7 Systemanforderungen. Abgerufen am 29. Juli 2015.
  42. a b Windows 8 Systemanforderungen. Abgerufen am 29. Juli 2015.
  43. Windows 10 Systemanforderungen. Abgerufen am 29. Juli 2015.
  44. a b Heise online: Windows 10: Neue Systemvoraussetzungen als Risiko für Billig-Tablets, Jan Schüßler, 27. Mai 2016; abgerufen am 31. Mai 2016; Zitat: Das zugehörige Dokument beschreibt […], dass die Mindestvoraussetzung für die 32-Bit-Ausgabe mit dem Anniversary Update von 1 auf 2 GByte RAM steigt.
  45. Microsoft: Microsoft Support Lifecycle. Hilfe und Support. Microsoft, 22. Juni 2015, abgerufen am 16. August 2015 (HTML, deutsch).
  46. Heise online: "Version 1511": Windows 10 bekommt Versionsnummern à la Ubuntu, Jan Schüßler, 11. November 2015; abgerufen am 20. Januar 2016.
  47. Golem: Windows 10 im Test: Unfertiger, aber guter Windows-8.1-Bugfix, 29. Juli 2015, Andreas Sebayang; abgerufen am 20. Jänner 2016
  48. Heise online: Richtfest – Das bringt Windows 10 auf dem Desktop, Jo Bager u. a., 24. Juli 2015 (kostenpflichtiger Artikel aus c't 17/2015, S. 82; Zitat S. 87: Demgegenüber steht der Eindruck, dass Windows 10 in diversen Punkten noch unfertig ist.); abgerufen am 20. Januar 2016.
  49. Heise online: Windows 10: „Anniversary Update“ kommt am 2. August, Jan Schüßler, 29. Juni 2016; abgerufen am 29. Juni 2016.
  50. Heise online: Windows 10: Insider-Preview Build 11099 für PC ist da, Jan Schüßler, 14. Januar 2016; abgerufen am 20. Januar 2016.
  51. Heise online: Neue Windows-10-Vorabversion macht großen Versionssprung, Axel Vahldiek, 28. Januar 2016; abgerufen am 1. Februar 2016.
  52. Heise online: Windows 10 Insider Preview: Build 14361 veröffentlicht, Jan Schüßler, 9. Juni 2016; abgerufen am 9. Juni 2016.
  53. winfuture.de, abgerufen am 29. Oktober 2014
  54. winfuture.de, abgerufen am 29. Oktober 2014
  55. http://www.netzwelt.de/news/152061-microsoft-windows-10-nachfolger-redstone-bereits-arbeit.html
  56. http://www.computerbase.de/2015-08/windows-10-microsofts-datensammlung-sorgt-fuer-heftige-kritik/
  57. https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/windows-10---Ueberwachung-bis-zum-letzten-klick-1
  58. Verbraucherzentrale warnt: Windows 10 forscht Nutzer umfassend aus. 11. August 2015. Abgerufen am 12. August 2015.
  59. http://derstandard.at/2000020728132/Trotz-Privatsphaere-Einstellungen-Windows-10-telefoniert-weiter-nach-Hause
  60. Windows 10: Neue Datenschutzbestimmungen – Windows wird zur Datensammelstelle. 30. Juli 2015. Abgerufen am 11. August 2015.
  61. http://www.pcworld.com/article/2997213/privacy/microsoft-doesnt-see-windows-10s-mandatory-data-collection-as-a-privacy-risk.html
  62. Datenschutz bei Windows 10: Verbraucherschützer verklagen Microsoft. In: heise online. 29. Februar 2016, abgerufen am 1. März 2016.
  63. Chris Beard: An Open Letter to Microsoft’s CEO: Don’t Roll Back the Clock on Choice and Control. In: The Mozilla Blog. Mozilla Foundation, 31. Juli 2015, abgerufen am 16. August 2015 (englisch).
  64. Daniel Berger: Mozilla kritisiert Microsoft: Windows 10 erschwert Browser-Wahl. In: heise online. Heise Medien GmbH & Co. KG, 31. Juli 2015, abgerufen am 16. August 2015.
  65. Windows 10: Lizenzvertrag bestätigt Update-Zwang. In: ZDNet.de. 17. Juli 2015, abgerufen am 25. November 2015.
  66. Windows 10: Tool zum Verstecken oder Blockieren von Updates. In: WinFuture. 27. Juli 2015, abgerufen am 25. November 2015.
  67. Woody Leonhard: On the road to Windows 10: Nvidia driver tests KB 3073930 patch blocker. In: InfoWorld. 27. Juli 2015, abgerufen am 26. November 2015.
  68. a b Windows-10-Update kann zu Endlos-Installationsschleife führen. In: ZDNet.de. 10. August 2015, abgerufen am 25. November 2015.
  69. Widerstand zwecklos: Microsoft zwingt in Windows 10 zu Updates. In: www.t-online.de. 18. Juli 2015, abgerufen am 25. November 2015.
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