David Bentley Hart

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David Bentley Hart (* 1965 in Maryland, USA) ist ein US-amerikanischer orthodoxer Theologe und Philosoph. Seine Spezialgebiete sind philosophische Theologie, Religionswissenschaft, christliche Metaphysik, asiatische Religionen, Patristik und Ästhetik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hart studierte an der University of Maryland bei Baltimore, der University of Cambridge in England und der University of Virginia in Charlottesville.

Er lehrte an der University of Virginia, der University of St. Thomas in Saint Paul in Minnesota, der Duke University in Durham in North Carolina, am Providence College in Providence in Rhode Island und an der St. Louis University. 2015 bis 2017 war er Fellow an der University of Notre Dame in South Bend.[1]

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für sein Buch „Atheist Delusions“ erhielt er 2011 den mit 10.000 £ dotierten Michael Ramsey-Preis. Hart legte in diesem Buch sprachlich elegant, ausführlich und überzeugend dar, dass Materialismus kein Faktum von Experimenten und Fazit von Logik, sondern eine metaphysische Theorie und letztlich ein Vorurteil sei. Freiheit würde dabei auf die Macht, über die Natur zu herrschen, reduziert. Christen hätten – besonders im Frühchristentum – die menschliche Natur in all ihren Dimensionen besser reflektiert, mit konstruktiveren Idealen gefüllt und mit hilfreicheren Taten vorgelebt. Wenn es je ein dunkles Zeitalter gegeben habe, dann sei es nicht das Mittelalter, sondern unseres. Eine Welt des Unglaubens werde dominiert von selbstbeweihräucherten Narzissten, so wie Friedrich Nietzsche den letzten Menschen beschrieben habe. Dieser versinke in Banalität, Konformität, Zynismus und Selbstbewunderung. Wenn der Mensch nicht mehr als ein Geschöpf Gottes angeschaut werde, dann werde es möglich, die menschliche Zukunft mit beliebigen Idealen zu füllen wie Revolutionsideen, Eugenik, Nationalismus und auch Diktatur.[2]

2019 erschien mit All shall be saved - Heaven, Hell & Universal Salvation (deutsch: Alle sollen gerettet werden - Himmel, Hölle und universelle Rettung) ein weiteres Werk von Hart, das wegen seines propagierten Heilsuniversalismus im Gefolge der Kirchenväter Origenes, Gregor von Nyssa und weiterer Gruppierungen der Kirchengeschichte sowohl Zustimmung als auch Widerspruch erfuhr.[3][4][5]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Beauty of the Infinite : The Aesthetics of Christian Truth, Wm. B. Eerdmans, Grand Rapids 2003.
  • The Doors of the Sea, Wm. B. Eerdmans, Grand Rapids 2005.
  • The Story of Christianity: An Illustrated History of 2000 Years of the Christian Faith, Quercus, London 2007.
    • Die Geschichte des Christentums: Glaube, Kirche, Tradition, National Geographic, 2010. ISBN 978-3-86690-189-6 (Übersetzung: Ute Mareik)
  • In the Aftermath: Provocations and Laments, Wm. B. Eerdmans, Grand Rapids 2008.
  • Atheist Delusions: The Christian Revolution and Its Fashionable Enemies, Yale University Press, New Haven 2009, ISBN 978-0-300-16429-9.
  • The Experience of God. Being, Consciousness, Bliss, Yale University Press, New Haven 2013, ISBN 978-0-30016-684-2
  • All shall be saved - Heaven, Hell & Universal Salvation, Yale University Press, New Haven 2019, ISBN 978-0-30024-622-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Bentley Hart an der University of Notre Dame
  2. David Bentley Hart: Atheist Delusions: The Christian Revolution and Its Fashionable Enemies. New Haven, CT: Yale University Press, 2009, ISBN 978-0-300-16429-9, Chapter 9: An Age of Darkness
  3. Douglas Farrow: Harrowing Hart on Hell, Website firstthings.com, Oktober 2019
  4. https://yalebooks.yale.edu/book/9780300246223/all-shall-be-saved
  5. Michael McClymond: David Bentley Hart’s Lonely, Last Stand for Christian Universalism, A Review of That All Shall Be Saved, The Gospel Coalition, 2. Oktober 2019