De Marne

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De Marne
Flagge des Ortes De Marne
Flagge
Wappen des Ortes De Marne
Wappen
Provinz Groningen Groningen
Gemeinde Flagge der Gemeinde Het Hogeland Het Hogeland
Fläche
 – Land
 – Wasser
240,33 km2
170,4 km2
69,93 km2
Einwohner 10.006 (30. Sep. 2018[1])
Koordinaten 53° 22′ N, 6° 24′ OKoordinaten: 53° 22′ N, 6° 24′ O
Bedeutender Verkehrsweg N361 N388 N983 N984
Vorwahl 0595
Postleitzahlen 9822, 9883, 9961–9969, 9971–9978
Website Homepage von De Marne
LocatieDeMarne.png
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De Marne war eine Gemeinde in den Niederlanden, Provinz Groningen. Sie hatte 10.006 Einwohner (Stand 30. September 2018), verteilt über 21 kleine Dörfer. Die wichtigsten davon waren Eenrum, Kloosterburen, Lauwersoog, Leens, Pieterburen, Ulrum, Wehe-den Hoorn und Zoutkamp. Die Gemeinde fusionierte zum 1. Januar 2019 mit Bedum, Winsum sowie Eemsmond. Der Name der neuen Gemeinde lautet Het Hogeland.[2]

Name und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand im Jahre 1990 auf Grund einer Zusammenlegung der vormaligen Gemeinden Eenrum, Kloosterburen, Leens und Ulrum. Sie nannte sich zum Zeitpunkt ihres Zusammenschlusses nach einem ihrer größten Orte Ulrum, änderte aber zwei Jahre später den Namen in den des Landesteils Marne des ehemaligen friesischen Gaus Hunsingo, auf dem sich der größte Teil der Gemeinde erstreckt.

De Marne lag nahe dem niederländischen Wattenmeer, großenteils im sogenannten Hogeland, und hat viele regiontypische Wasserwege und Kanäle. Die Wasserläufe, von denen einige „Mare“ genannt werden, werden u. a. für Bootsfahrten genutzt.

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist der Haupterwerbszweig der Gegend. Es gibt jedoch auch Fischerei und etwas Industrie. Fast alle diese Dörfer entstanden um eine mittelalterliche Kirche auf einer Warft (niederländisch Wierde).

Touristisch erschlossen, birgt die Region neben Unterkünften und Gastronomie namhafte Fernwanderwege, Wattwanderungen und Radwege. 2012 zählte die Gemeinde 200.000 Übernachtungen.[3]

Besucherzahl der Touristenziele in De Marne[3]

Name der Touristenzieles Ort Jahr der Erhebung Besucherzahl
Lauwersmeer 2010 1.800.000
Lauwersoog 2010 1.000.000
Seehundeauffangstation Pieterburen 2014 110.000[4]
Teefabrik Houwerzijl 2010 50.000
Käserei Wilhelmina Eenrum 2010 44.500
DoeZoo (Insekten) Leens 2012 42.000
Landgut Verhildersum Leens 2014 23.742[5]
Senfherstellung Abraham's Eenrum 2010 7.500
Pfarreigärten Pieterburen 2012 6.000
Fischereimuseum Zoutkamp 2012 4.000

Die zehn wichtigsten Dörfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Klammern die Einwohnerzahl (Stand: 31. Dezember 2014):[6]

  • Eenrum (1490): malerisches Dorf, auf einer „wierde“ (Warft) gelegen, verfügt über einen Yachthafen und einige kleine Museen
  • Leens (1791): alter Name: Lydenze = an dem Wasserlauf gelegen, Sitz der Gemeindeverwaltung, Kirche aus dem 11. Jahrhundert, Landsitz („borg“) Verhildersum
  • Wehe-den Hoorn (780): protestantisch-katholisches Zwillingsdorf, "Wehe" kommt von altsächsisch wiha: geweihte Stätte
  • Ulrum (1387): größtes Dorf der Gemeinde, auf zwei Warften gebaut. Der reformierte Dorfpfarrer aus dem Jahr 1834, De Cock, begann eine Kirchentrennung (siehe: Niederländisch Reformierte Kirche)
  • Zoutkamp (1213): entstanden an einer Stelle der Wattenmeerküste, wo früher Meersalz gewonnen wurde, Zwischen 1575 und 1884 Festung, ehemaliges Fischerdorf, Jachthafen beim eingedeichten Lauwersmeer
  • Pieterburen (345): touristisch das wichtigste Dorf der Gemeinde, mit einer Auffangstelle für verwaiste Seehunde namens Zeehondencreche Pieterburen, Ausgangspunkt für Bootsfahrten und Wattwanderungen auf dem Wattenmeer, Anfangspunkt des etwa 490 km langen Fernwanderwegs „Pieterpad“, der von Pieterburen zum Pietersberg bei Maastricht verläuft
  • Kloosterburen (668): katholische Enklave im protestantischen Groninger Land. Von 1163 bis 1595 gab es ein Mönchskloster, von 1204 bis 1960 ein Nonnenkloster, welches aktuell als Hotel genutzt wird
  • Warfhuizen (275): In der Eremitenkirche wird die Mutter Gottes besonders verehrt, weswegen Warfhuizen auch der nördlichste Marienwallfahrtsort Europas genannt wird
  • Lauwersoog (129): nach der Eindeichung des Meerbusens Lauwerszee zum Lauwersmeer 1969 entstanden, Fischereihafen an der Grenze zur Provinz Friesland
  • Zuurdijk (100): in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und im 19. Jahrhundert als „Boerenrepubliek“ (Bauernrepublik) bekannt, die von sieben reichen Familien (mit einem Vermögen von mehr als 100.000 Gulden) regiert wurde. Für die Landarbeiter der Großbauern wurden zwei Arbeiterkolonien angelegt: 1e Nijhoezen (1850) und 2e Nijhoezen (um 1870). Die mittelalterliche Zuurdijker Kirche wurde 1849 erweitert.[7] Infolge der Mechanisierung der Feldarbeit im 20. Jahrhundert verloren viele Landarbeiterfamilien ihre Arbeit und wanderten ab; Zuurdijk verlor dadurch einen Großteil seiner Einwohner.

Als „inoffizielles 22. Dorf“ gilt der Ort Marnehuizen nahe Lauwersoog. Er hat keine Einwohner und dient als militärisches Übungsgelände (Häuserkampf) des Niederländischen Heeres (siehe auch Truppenübungsplatz). Es ist die größte Anlage ihrer Art in Europa.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde sind neben der Seehunde-Aufzuchtstation in Pieterburen und dem Wattwanderzentrum, Borg Verhildersum in Leens, Abrahams Senfmuseum in Eenrum sowie eine Vielzahl von Kirchen, Türmen, Gehöften, Wurten und denkmalgeschützten Dörfern. Ebenfalls bekannt sind die Kirchenorgeln von Orgelbauern wie Dirk Lohman, Arp Schnitger und Albertus Antonius Hinsz.

Das ungefähr 9.000 Hektar große Gebiet um den Lauwerssee entstand im Jahre 1969 nach der Abdämmung vom Meer, und wird von Anglern, Vogelkundlern, Wanderern, Fahrradfahrern und Wassersportlern genutzt.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Marne wurde zum 1. Januar 2019 mit Bedum, Winsum und Eemsmond zur neuen Gemeinde Het Hogeland zusammengeschlossen.[2]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen 2014[9]
 %
30
20
10
0
27,2
21,8
20,3
16,7
14,0
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2010
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,6
-4,2
+3,4
-1,8
+3,2

Der Gemeinderat wird seit 2002 folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze[10]
2002 2006 2010 2014
CDA 3 3 4 4
PvdA 4 5 4 3
GroenLinks 2 2 2 3
VVD 3 2 3 3
ChristenUnie 3 3 2 2
Gesamt 15 15 15 15

Aufgrund der Fusion zum 1. Januar 2019 fanden die Wahlen für den Rat der neuen Gemeinde Het Hogeland am 21. November 2018 statt.[11]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 7. Januar 2010 ist Koos Wiersma (CDA) amtierender Bürgermeister der Gemeinde. Zu seinem Kollegium zählen die Beigeordneten Kor Berghuis (CDA), Anne Marie Smits (GroenLinks), Mariette de Visser (PvdA) sowie die Gemeindesekretärin Jojo Bottema.[12]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dötlingen (Deutschland), seit 1986 (vor Gemeindezusammenschluss mit Ulrum)[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Art. Eenrum. In: Wiebe Jannes Formsma, Riektje Annie Luitjens-Dijkveld Stol, Adolf Pathuis: De Ommelander borgen en steenhuizen. Van Gorcum, Assen 1973, ISBN 90-232-1047-6, S. 87–92.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: De Marne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, abgerufen am 1. Januar 2019 (niederländisch)
  2. a b Het Hogeland komt met nieuwe site over herindeling. In: RTV Noord. 16. Oktober 2017, abgerufen am 27. Juni 2018 (niederländisch).
  3. a b Politische Planung zur touristischen Entwicklung vom 19. September 2013, PDF 850 kB (niederländisch), abgerufen 13. April 2016
  4. Seehundstation Jahresbericht 2014 PDF 1,63 MB (niederländisch)
  5. Jahresbericht Verhilversum 2014 (Memento des Originals vom 17. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.verhildersum.nl PDF 921 kB (niederländisch)
  6. Dorfeinwohnertabelle 2014 PDF 194 kB
  7. Tony van der Meulen: Oude kerken in Groningen (= Publicaties van de Stichting Oude Groninger Kerken, Bd. 21). Bosch en Keuning, Baarn 1979, ISBN 90-246-4321-X, S. 8.
  8. Das militärische "Oefendorp Marnehuizen" (niederländisch)
  9. Ergebnis der Kommunalwahlen: 2010 2014, abgerufen am 27. Juni 2018 (niederländisch)
  10. Sitzverteilung im Gemeinderat: 2002 2006 2010 2014, abgerufen am 27. Juni 2018 (niederländisch)
  11. Herindelingen Kiesraad, abgerufen am 27. Juni 2018 (niederländisch)
  12. Bestuur Gemeente Heemskerk, abgerufen am 27. Juni 2018 (niederländisch)
  13. Internetseiten der Partnergemeinde Dötlingen (Memento des Originals vom 23. April 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.xn--dtlingen-n4a.de.