Degerndorf (Münsing)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Degerndorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Münsing im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Ansicht von Degerndorf
Degerndorfer Weiher

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Degerndorf liegt circa 30 km südlich von München und ist etwa drei Kilometer vom Starnberger See entfernt. Das Kirchdorf hat etwa 800 Einwohner, bei einer Fläche von etwa 2,7 km² ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 296 Einwohnern je Quadratkilometer. Degerndorf liegt auf einer Höhe von 681 m ü. NN. Die höchste Erhebung stellt der circa einen Kilometer westlich gelegene Fürst-Tegernberg mit einer Höhe von 719 m ü. NN dar. Er bietet einen 360°-Panoramarundblick über die gesamte im Süden gelegene Alpenkette mit ihren Vorgebirgen und den Starnberger See (Würmsee) im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Weltpriester namens Oadalscalch (Odalschalk) hatte hier eine eigene kleine Kirche. Sie war die Taufkirche einer christlichen Zellengemeinde in dieser Gegend und dem Hl. Johannes geweiht. In einer Urkunde aus dem Jahre 814 übergab dieser Priester Odalschalk seine eigene Kirche zu Tegardorf in die Hände des Bischofs Otto zur Domkirche in Freising.

Wenn schon damals eine Kirche bestand, so ist auch anzunehmen, dass schon längere Zeit Menschen auf der Degerndorfer Höhe lebten. Sie ist eine der höchsten Erhebungen der Seitenmoränenzüge und liegt 681 m über dem Meer.

Der Name Degerndorf leitet sich von Tighearna beziehungsweise Tegardorf ab, das bedeutet so viel wie Dorf der Tegerin. Nach dem Historiker Meichelbeck heißt Tagerin oder Tegerin so viel wie Fürst oder Herr. Die mit „Tegern“ gebildeten Ortsnamen waren Orte, die einem vornehmen Herrn gehörten. Wahrscheinlich leitet sich der Flurname Fürst-Tegernberg von dieser Bedeutung ab.

Den Ort Degerndorf gibt es laut Forschungen seit 721 n. Chr. Ab 1841 war Degerndorf eine eigene Gemeinde, bevor sie 1979 im Zuge der Gemeindegebietsreform in die Gemeinde Münsing überging.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria-Dank-Kapelle

Die bekannteste Sehenswürdigkeit in Degerndorf ist die Maria-Dank-Kapelle auf dem 719 m hohen Fürst-Tegernberg. Die Errichtung dieser Kapelle geht zurück in die Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Da Degerndorf im Zweiten Weltkrieg von größerem Unheil verschont blieb, als ein über München angeschossener englischer Bomber nicht auf das Dorf stürzte, sondern in der Nähe des heutigen Standortes der Kapelle nieder ging, errichteten die Einwohner zu Ehren Marias die Maria-Dank-Kapelle (aus Trümmersteinen des zerbombten Münchens). Seit der feierlichen Einweihung der Kapelle am 23. Mai 1948 ziehen die Degerndorfer jeden 13. eines Monats (von Mai bis Oktober) in einer Dankprozession auf den Fürst-Tegernberg. Der englische Pilot überlebte den Absturz und wurde von den Dorfbewohnern medizinisch versorgt. Er dankte es seinen „Rettern“ und besuchte Degerndorf nach dem Krieg einige Male.

Verbände und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bauernverband Degerndorf
  • Burschenverein Degerndorf
  • Degerndorfer Blasmusik
  • Degerndorfer Jungmusikanten
  • Freiwillige Feuerwehr Degerndorf
  • Schützenverein Degerndorf
  • Theaterverein Degerndorf
  • VdK Degerndorf
  • Veteranenverein Degerndorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Degerndorf (Münsing) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 53′ N, 11° 23′ O