Der Bankdetektiv

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Der Bankdetektiv
Originaltitel The Bank Dick
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1940
Länge 72 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Edward F. Cline
Drehbuch W. C. Fields (unter Psyeudonym: Mahatma Kane Jeeves)
Produktion Jack J. Gross
Cliff Work für
Universal Pictures
Musik Charles Previn
Kamera Milton R. Krasner
Schnitt Arthur Hilton
Besetzung

Der Bankdetektiv ist eine US-amerikanische Komödie von Edward F. Cline. Die Hauptrolle spielt Starkomiker W. C. Fields, der sich ebenfalls für das Drehbuch verantwortlich zeigte.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egbert Sousé („accent grave over the e“, wie er stets darauf besteht) ist ein misanthropischer, von seiner giftig-nervtötenden Familie geplagter Mann, der höchstens an Puzzle- und Slogan-Wettbewerben teilnimmt. Ansonsten geht er allerdings keiner geregelten Tätigkeit nach. Er hat eine kurze Beschäftigung als Regisseur an einem Filmset, als der tatsächliche Regisseur betrunken ist. Am Set treibt er seine Späße mit den Stars und schreibt den Film komplett um, verschwindet dann aber wieder, als der richtige Regisseur wieder nüchtern wird. Seine Arbeitslosigkeit ändert sich, als eines Tages ein flüchternder Bankräuber unverhofft über die Bank stolpert, auf der Sousé gerade sitzt. Für seine angebliche Tapferkeit wird er nicht nur von der Zeitung gefeiert, sondern bekommt als „Held“ vom Bankpräsidenten Mr. Skinner außerdem einen Job als Bankdetektiv. Sousé nimmt seine Arbeit zumindest für die erste Zeit ernst und attackiert unter anderem einen kleinen Jungen, der ein Cowboy-Outfit und eine Spielzeugpistole trägt.

Sousés neues Einkommen lockt allerdings auch den eleganten Schwindler J. Frothingham Waterbury an. Dieser verspricht Sousé großen Wohlstand und Unmengen Bier, wenn er in Warterburys Fond der Beafsteak-Minen investiert. Dieser Fond existiert überhaupt nicht. Sousé ist begeistert und überzeugt ebenfalls Og Oggilby, den Verlobten seiner Tochter und ebenfalls Mitarbeiter der Bank, mit dem Geld der Bank in Waterburys erfundenen Fond zu investieren. Zu Sousés Unglück erscheint überraschend der verweichlichte, aber unbestechliche Bankprüfer Snoopington, der die Geldveruntreuung aufdecken könnte. Der Bankdetektiv versucht mit einem Drink aus seiner Lieblingskneipe Snoopington zu vergiften, doch der Versuch schlägt fehl - Snoopington kommt trotzdem zur Bankprüfung, wenn auch krank.

Der Schwindler Waterbury kommt Sousé und seinem zukünftigen Schwiegersohn unverhofft zur Hilfe, als er entdeckt, dass tatsächlich eine Beefsteak-Mine existiert. Sousé und sein zukünftiger Schwiegersohn investieren nochmals in Waterburys Fond, der sich diesmal innerhalb kurzer Zeit als höchst erfolgreich erweist und ihnen ein Vermögen einbringt, durch das sie sich nicht mehr um Snoopingtons Bankprüfung zu kümmern brauchen. Gerade da wird die Bank ein zweites Mal überfallen (vom Bankräuber des ersten Raubes), wobei nicht nur das Geld der Bank, sondern auch das Geld aus den Beefsteak-Minen gestohlen wird. Sousé wird vom Räuber als Schutzschild und Geisel entführt, während es zu einer turbulenten Verfolgungsjagd kommt. Eher durch Zufall kann er letztlich den Räuber ausschalten und wird erneut zum Helden erklärt. Das Geld aus dem Minenfond, die Belohnung der Polizei zur Verhinderung des Bankraubes sowie Geld für die Verfilmung eines improvisiertes Drehbuches, das er vor einem Filmproduzenten in einer Kneipe zum Besten gegeben hatte. Nun zählt Sousé zu den reichsten Bürgern der Kleinstadt und besitzt endlich den Respekt seiner schrecklichen Familie.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Drehbuchautors wird im Filmvorspann als Mahatma Kane Jeeves erwähnt. Tatsächlich verbirgt sich hinter diesem sonderbaren Pseudonym Hauptdarsteller W.C. Fields selbst, der den Großteil des Drehbuchs schrieb. Fields' Vorliebe für kuriose Namen zeigt sich auch beim Großteil der Figuren dieses Filmes. Dies beruht teilweise auf seiner Leidenschaft für die Romane von Charles Dickens beruhte, der vielen seiner Romanfiguren ebenfalls illustre Namen gab. Wie üblich hatte Fields Ärger mit seinen Produzenten bei Universal, die das Drehbuch als relativ schwach bewerteten und viele Änderungen forderten. Mit Unterstützung seines Regisseurs und Freundes Edward F. Cline ignorierte Fields ihre Wünsche, indem er den Produzenten das Drehbuch einfach nicht mehr gab, bis der Großteil des Filmes gedreht war. Am Set war Fields außerdem bekannt dafür, nur selten den im Drehbuch stehenden Text zu verwenden, sondern spontan vor der Kamera zu improvisieren. Dies sorgte bei seinen brüskierten Nebendarstellern für überraschende Reaktionen, die teilweise auch im Film verwendet wurden.[1]

The Bank Dick gilt bei vielen Kritikern und Fans als einer seiner besten, auf jeden Fall aber als einer seiner bekanntesten Komödien. Im Film nimmt Fields vor allem das ländliche Amerika, den American Dream sowie die Institution Familie aufs Korn.[2] Es war Fields' erster „eigener“ Film bei Universal Pictures: Bei You Can't Cheat an Honest Man (1939) teilte er sich noch mit Edgar Bergen und Charlie McCarthy die Hauptrollen und bei Mein kleiner Gockel (1940) mit Mae West. In diesem Film ist Fields dagegen alleiniger Star und konnte auch hinter der Kamera als Drehbuchautor erheblichen Einfluss nehmen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Klassiker des verrückten Humors, der lose von einem Nichtsnutz handelt, der Bankdetektiv wird. Sutton als schwachköpfiger zukünftiger Schwiegersohn und Pangborn als Bankprüfer passen zu dem Unfug von Fields (Wertung: vier von vier Sternen)“

„W.C. Fields in seiner erfolgreichsten und zugleich letzten großen Rolle. Ein arbeitsscheuer, von seiner Familie tyrannisierter Trinker und Angeber fängt durch Zufall einen Bankräuber, erhält zur Belohnung eine Anstellung als Hausdetektiv der Bank und steigt schließlich zum reichen und infolgedessen auch geachteten Mann auf. Bissige Komödie mit sarkastischen Seitenhieben auf die amerikanische Gesellschaft und ihre Erfolgsmythen.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Aufnahme ins National Film Registry als „kulturell, geschichtlich oder ästhetisch besonders bedeutend“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "The Bank Dick" bei TCM
  2. "The Bank Dick" bei TCM
  3. Leonard Maltins Kritik bei Turner Classic Movies
  4. Der Bankdetektiv. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 15. Juni 2017.