Dessau-Radegast-Köthener Bahn

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Dessau-Radegast-Köthener Bahn (DRKB)
Der Radegaster Bahnhof war früher der Mittelpunkt des Streckennetzes
Der Radegaster Bahnhof war früher der Mittelpunkt des Streckennetzes
Strecke der Dessau-Radegast-Köthener Bahn
Streckenlänge: 43,7 km
Spurweite: 750 mm (Schmalspur)
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0,0 Dessau Radegaster Bahnhof (Altener Str.)
(Übergang zur Strecke Dessau–Leipzig)
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0,8 Dessau Kochstedter Straße
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5,6 Kochstedt
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Agl. Kiesgrube
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9,1 Diesdorf-Libbesdorf
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11,9 Quellendorf
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15,6 Hinsdorf
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18,9 Kapelle
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20,3 Wehlau
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22,4 Zehbitz
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24,0 Zehmitz
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Osterköthen
(Übergang zur Strecke Magdeburg–Leipzig)
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Köthen Kleinbahnhof
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Klepzig
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Großbadegast
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4,4 Kleinbadegast
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Pfriemsdorf
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5,8 Libehna
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Agl. Zuckerfabrik
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7,5 Prosigk
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8,5 Cosa
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10,5 Gnetsch
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11,9 Gölzau
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13,9 / 26,3
0,0
Radegast
   
0,7 Domäne
   
ehemalige Grenze Anhalt / Preußen
   
Fuhnebrücke
   
1,9 Ziegelei
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3,5 Zörbig
(Übergang zur Strecke Bitterfeld–Stumsdorf)

Die Dessau-Radegast-Köthener Bahn (DRKB) (bis 11. November 1926 Dessau-Radegast-Cöthener Bahn (DRCB), da sich Köthen bis zu diesem Tag mit „C“ schrieb) betrieb ein 750-mm-Schmalspurnetz um Radegast.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 43,7 km lange Streckennetz in der fast ebenen Gegend zwischen Mulde und Saale lag überwiegend im Herzogtum Anhalt; hingegen nur 2,4 km im Königreich Preußen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in den 1860er Jahren wurden um Radegast Forderungen nach einem Eisenbahnanschluss laut, verschiedene Projekte kamen aber über das Planungsstadium nicht hinaus.

Cöthener Kleinbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früherer Schmalspurbahnhof Köthen

Die Eisenbahngesellschaft Burchard & Co. begann 1893 mit Vorarbeiten zu einer schmalspurigen Kleinbahnstrecke von Cöthen über Radegast nach Zörbig. Die Strecke von Kleinbahnhof Köthen nach Radegast wurde am 30. Oktober 1896 für den landwirtschaftlich geprägten Güterverkehr, vor allem Zuckerrüben für die Zuckerfabriken in Radegast, Klepzig und Prosigk, und am 28. November 1896 für den Personenverkehr eröffnet. Ab dem 15. April 1897 begann die nunmehr 13,9 km lange Strecke in Ostercöthen in der Nähe des Cöthener Staatsbahnhofes. Dazu kam am 9. August 1898 die 3,5 km lange Verbindung von Radegast in das preußische Zörbig.

Dessauer Kleinbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Aktien-Gesellschaft (ADKG) hatte sich an der 1895 gegründeten Dessauer Kleinbahn beteiligt und nannte sie seitdem Dessau-Radegaster Bahn. Die 26,3 km lange Kleinbahnstrecke wurde von der Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft Vering & Waechter errichtet. Sie verband ab 9. Dezember 1897 Dessau, wo im Südwesten der Stadt ein eigener Bahnhof gebaut wurde, über Quellendorf mit Radegast.

Dessau-Radegast-Cöthener Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DRCB ist am 1. September 1899 aus dem Zusammenschluss der Dessauer Kleinbahn und der Cöthener Kleinbahn entstanden. Die Bahnverwaltung befand sich zunächst in Cöthen, ab 1909 in Radegast.

Der Abschnitt Zörbig–Radegast wurde ab 7. September 1910 dreischienig erweitert, damit er auch von normalspurigen Fahrzeugen benutzt werden konnten. Diese wurden vornehmlich für den Transport von Zuckerrüben benutzt, aus dem der Hauptteil der Einnahmen stammte.

Die Vereinigten Kleinbahnen AG, die 1927 die DRKB von der ADKG (seit 1923 Allgemeine Deutsche Eisenbahn-AG) übernommen hatten, legten aus wirtschaftlichen Gründen den Personenverkehr, der nie die Erwartungen erfüllt hatte, schon vor Beginn des Zweiten Weltkrieges still: am 15. September 1938 zwischen Dessau und Quellendorf und am 19. Februar 1939 auf dem übrigen Netz. Aus Material- und Treibstoffmangel im Zweiten Weltkrieg wurde der Omnibusverkehr 1943 wieder eingestellt, sodass ab dem 27. September wieder Personenverkehr auf der Schiene stattfand. Allerdings war die Strecke Dessau – Quellendorf bereits 1938 abgebaut worden, so dass das Netz nur noch einen Umfang von 32 km hatte. Die Trassenführung um Kochstedt ist noch gut erkennbar, zum Teil wurde sie für den Ausbau als Radweg benutzt.

Nach dem Krieg wurde die DRKB, die zum Konzern der AG für Verkehrswesen (AGV) gehörte, enteignet, am 21. März 1946 stillgelegt und als Reparationsleistung fast völlig demontiert. Nur zwischen Köthen und Klepzig blieb für den Güterverkehr ein normalspuriges Anschlussgleis erhalten. Es ging 1949 auf die Deutsche Reichsbahn über, wo es noch heute als Werksanschluss in Betrieb ist. Die Anschlussweiche an das Bahnnetz trägt noch heute die offizielle Bezeichnung "KLB 1" (KLB für Kleinbahn).

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Radegast widmete der DRKB im Jahr 2006 eine Gedenkmünze anlässlich des 110. Jahrestags der Einweihung sowie des 60. Jahrestags der Streckenstilllegung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfram Wagner, Gerhard Zieglgänsberger: Die Geschichte der Dessau-Radegast-Köthener Bahn (DRKB). Dt. Modelleisenbahn-Verb., Bezirksvorstand Dresden, AG 3/58 Traditionsbahn Radebeul-Ost-Radeburg, Radebeul 1990
  • Gerhard Zieglgänsberger, Klaus Habermann: Überlebenskämpfer. In: Modelleisenbahner Ausgabe 10/Jahrgang 49/2000. MEB-Verlag GmbH, Bad Waldsee, ISSN 0026-7422, S. 36–39.
  • Gerhard Zieglgänsberger: Dessau-Radegast-Köthener Bahn. In: Sammelwerk Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland. GERA NOVA-Verlag.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dessau-Radegast-Köthener Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien