Dethleffs

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Dethleffs GmbH & Co. KG

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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1832
Sitz Isny im Allgäu, Deutschland
Leitung Jochen Bitzer,
Alexander Leopold,
Günther Wank[1]
Mitarbeiterzahl über 1000 (2018)
Umsatz 375 Mio Euro (Geschäftsjahr 2016/17) [2]
Branche Kraftfahrzeughersteller
Website dethleffs.de

Dethleffs ist ein in Isny im Allgäu ansässiger deutscher Hersteller von Reisemobilen und Caravans. Dethleffs ist eine Marke der Erwin-Hymer-Group.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Erfindung des ersten Caravans in Deutschland – von ihm damals noch "Wohnauto" genannt – legte Firmengründer Arist Dethleffs 1931 einen wesentlichen Grundstein für das Caravaning in Deutschland. Heute ist die Dethleffs GmbH & Co. KG mit Sitz in Isny im Allgäu der größte Hersteller von motorisierten Freizeitfahrzeugen in Europa. Mit seinen über 1000 Mitarbeitern wurden in einem der modernsten Produktionswerke der Branche im Geschäftsjahr 2016/17 rund 12.000 Reisemobile und Caravans gefertigt.[3] Damit gehört das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von zuletzt 375 Mio. Euro zu den bedeutendsten Herstellern von Freizeitfahrzeugen weltweit.

Gegründet wurde das Unternehmen 1832 als Dethleffs KG. Zweck des Unternehmens damals war noch die Herstellung und der Vertrieb von Peitschen. 1923 kam noch eine Skistockfabrik[4] hinzu. Die alleinige Ausrichtung auf den Caravanbereich erfolgte 1958 mit Einstellung der Peitschenproduktion aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage an Caravans.

Wie es dazu kam, dass aus einer Peitschenfabrik eine Produktionsstätte für Freizeitfahrzeuge wurde, ist einer Frau zu verdanken. Etwa hundert Jahre nach Gründung der Firma wollte der damalige Inhaber Arist Dethleffs während seiner langen Geschäftsreisen nicht auf die Begleitung seiner Frau Fridel Dethleffs-Edelmann und Tochter Ursula Dethleffs verzichten. Fridel Dethleffs-Edelmann war eine bedeutende deutsche Porträt-, Blumen- und Landschaftsmalerin. Sie war die erste süddeutsche Frau, deren Kunst sogar im New Yorker Guggenheim-Museum ausgestellt wurde. Für sie entwarf er im Jahr 1931 den ersten Wohnwagen, der ihr auch als Atelier dienen sollte, in Ottersweier, das sogenannte Wohnauto, die Jungfernfahrt fand ein Jahr später im Jahr 1932 statt.[4]

Dethleffs Wohnauto, der erste Caravan Deutschlands 1931

Bereits 1932 wurden Wohnwagen auf Bestellung gebaut und 1936 hatte das Unternehmen sechs feste Mitarbeiter, die sich nur um die Caravan-Produktion kümmerten. Während des Zweiten Weltkrieges wurden der Caravanbau eingeschränkt und Sanitätsschlitten gebaut, eine Wohnwagenserie für das Deutsche Afrikakorps wurde 1941 hergestellt.[4] Unmittelbar nach Ende des Krieges im Jahr 1945 diente die Fabrik den Franzosen als Lager für Kriegsgefangene. Im Jahr 1948 wurde die Produktion wieder aufgenommen. 1952 begann die erste Serienfertigung der Caravans „Tourist“ und „Camper“.

4700 Caravans wurden 1976 von 235 Mitarbeitern in der 12.000 m² großen Produktionshalle in Isny (Rangenbergweg) von 1973 gebaut. Immer mehr gewann der Export an Bedeutung.

Das erste serienreife Freizeitfahrzeug vom Typ eines Wohnmobils stellte Dethleffs 1977 auf einem Mercedes-Benz-Fahrgestell vor. Wegen des hohen Preises von 69.900 Mark war das Fahrzeug jedoch nur für eine geringe Käuferschicht interessant.[4]

Ein weiterer Anlauf mit dem Bau von preisgünstigeren Reisemobilen begann 1983, wobei die Modelle „Dethleffs Pirat“ und „Globetrotter“ erstmals auf den Basisfahrzeugen Ford Transit (Pirat F) und Fiat Ducato (Pirat D) aufgebaut wurden. Dank des günstigeren Einkaufspreises der Basisfahrzeuge war erstmals ein Einstiegspreis von 39.900 Mark möglich, der einen breiteren Markt öffnete.

Alkoven- Wohnmobil der Firma Dethleffs auf Fiat Ducato (1995)
Teilintegrierter Jubivan zum 75-jährigen Firmenjubiläum auf Ford Transit (2006)

Neben den Basisfahrzeugen Mercedes-Benz, Ford Transit und Fiat Ducato kamen in den kommenden Jahren weitere Basisfahrzeuge wie beispielsweise der Mitsubishi L300, der VW LT 40 oder im Jahr 2004 auch der Renault Master hinzu.[4]

Während der gesamten Produktionsjahre setzen sich jedoch zunehmend die Basisfahrzeuge Fiat Ducato und Ford Transit als Grundlage des Reisemobilbaus allgemein durch, was sich auch auf die Produktionslinien bei Dethleffs auswirkte, wobei besonders der Anteil an Basisfahrzeugen des Typs Fiat Ducato stetig stieg.[5]

Im Jahr 2018 baut der Allgäuer Hersteller seine Freizeitfahrzeuge auf Fiat-, Citroën- und Iveco-Chassis und ist zum größten Hersteller für motorisierte Freizeitfahrzeuge in Europa gewachsen.

Firmenverkauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 wurde das Unternehmen an Wolfgang Thrun und Jakob Eicker (T.E.C.) verkauft. 1980 gründeten die Unternehmer Wolfgang Thrun und Jakob Eicker zusammen mit Erwin Hymer die CMC, in welche die Marken Dethleffs, Eriba, Hymer und T.E.C. eingebracht wurden.

1983 erwarb Hymer die alleinigen Rechte am CMC-Konzern, wodurch auch die Marke Dethleffs in den Hymer-Konzern integriert wurde. Am 14. Februar 1996 starb Arist Dethleffs im Alter von 88 Jahren in Isny.

1998 wurde die Zubehörabteilung ausgegliedert und mit der Zubehörabteilung des Hauses Hymer zur Movera GmbH verschmolzen. Aktuell sind Jochen Bitzer, Alexander Leopold und Günther Wank als Geschäftsführer bestellt.

Produktionsstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Isny nahe am Stadtzentrum bis 1973
  • Isny am Ortsrand (Rangenbergwerg) ab 1973, 12.000 m² Produktionsfläche
  • Isny (Rangenbergweg) Neubau der Montagehalle mit 6.200 m²
  • Isny (Rangenbergweg) Neu- und Umbau der Fertigungshallen im Jahr 2001
  • Aktuell hat das Werksgelände in Isny über 280.000 m² und die Straße wurde in „Arist-Dethleffs-Straße“ umbenannt.
  • Auf dem Werksgelände in der Arist-Dethleffs-Straße wird 2018 eine neue Werkshalle mit 11.000 m² erbaut. Darin befindet sich neben einer weiteren Produktionsstätte mit zwei Fertigungslinien auch das Kompetenzzentrum „Camper Vans“ der Erwin Hymer Group, ein Ausbildungszentrum sowie ein Besucherforum.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dethleffs wurde unter anderem ausgezeichnet mit:

  • Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf stellte Dethleffs die erste vollelektrische Reisemobilstudie vor, die wie der „Caravan Coco“ in Leichtbauweise mit dem „European Innovation Award“ ausgezeichnet wurde.
  • Das Unternehmen wird mit dem Deutschen Fairness-Preis 2017 ausgezeichnet.
  • Deutscher Campingpreis 2017 für die im Jahr 2004 gegründete, gemeinnützige Dethleffs Family Stiftung – Deutscher Campingclub e.V.
  • Mehrere 1. Plätze bei der Wahl zum Reisemobil und Caravan des Jahres 2017 in verschiedenen Kategorien – Fachzeitschriften Promobil und Caravaning
  • Goldenes Reisemobil 2016 – Autobild Reisemobil
  • Gütesiegel 2016 für LifetimePlus Aufbaukonstruktion – Der Reisemobilist
  • Zwei 1. Plätze und zwei Sonderpreise beim „König Kunde“ Award 2016 – Fachzeitschriften Reisemobil International und Camping, Cars und Caravans
  • Gesamtsieger "Das perfekte Reisemobil 2016" – Der Reisemobilist
  • „Goldenes Lenkrad“ in der Kategorie Reisemobile 2007 – Fachzeitschrift Autobild/Bild am Sonntag

Koordinaten: 47° 42′ 5″ N, 10° 3′ 15,6″ O

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dethleffs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. dethleffs.de: Impressum
  2. Rohbau steht: Richtfest bei Dethleffs (1. März 2018)
  3. Goldene Jahre für Reisemobilhersteller@1@2Vorlage:Toter Link/www.schwaebische.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (25. August 2017)
  4. a b c d e "75 Jahre Wohnauto", Festschrift zum Jubiläum 2006, herausgegeben von der Dethleffs GmbH und Co. KG
  5. Tino Andresen: Fiat Ducato setzt sich als Basisfahrzeug für Wohnmobile durch. auf: Handelsblatt.com 6. Oktober 2010.