Detlef Garbe

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Detlef Garbe (* 10. August 1956 in Göttingen) ist ein deutscher Historiker und Lehrbeauftragter für Zeitgeschichte am Historischen Seminar der Universität Hamburg. Seit 1989 ist er Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Freiwilligendienst bei der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und einem Studium der Geschichte mit den Nebenfächern Evangelische Theologie und Pädagogik promovierte er an der Universität Hamburg als Stipendiat des Evangelischen Studienwerks über die Geschichte der Zeugen Jehovas im Dritten Reich. Er gehörte 1982 zu den Gründern der Projektgruppe für die vergessenen Opfer des NS-Regimes und arbeitete im Museum für Hamburgische Geschichte und bei zeitgeschichtlichen Ausstellungsprojekten. Garbe hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zu den Themen Geschichte der Konzentrationslager, Wehrmachtjustiz, Vergangenheitsbewältigung und zu marginalisierten Opfergruppen publiziert, insbesondere zu den Zeugen Jehovas während des NS-Regimes. Er ist seit 1994 Redakteur der "Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland". Er gehört zahlreichen Fachbeiräten an, u.a. dem Expertengremium Gedenkstättenförderung beim Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und dem Beirat der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die vergessenen KZs? Gedenkstätten für die Opfer des NS-Terrors in der Bundesrepublik. Lamuv, Bornheim-Merten 1983, ISBN 3-921521-84-X.
  • Verachtet – verfolgt – vernichtet. Zu den ‚vergessenen‘ Opfern des NS-Regimes. Hrsg von der Projektgruppe für die vergessenen Opfer des NS-Regimes. 2. Auflage. VSA-Verlag, Hamburg 1988, ISBN 3-87975-377-6.
  • „In jedem Einzelfall … bis zur Todesstrafe“. Der Militärstrafrechtler Erich Schwinge – Ein deutsches Juristenleben. Hamburger Stiftung für Sozialgeschichte, Hamburg 1989, ISBN 3-927106-00-3.
  • Zwischen Widerstand und Martyrium: Die Zeugen Jehovas im „Dritten“ Reich. 4. Auflage. Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56404-8.
  • mit Brigitte Drescher: Es begann mit Hiroshima. Lamuv, Göttingen 2005, ISBN 3-88977-665-5.
  • mit Carmen Lange: Häftlinge zwischen Vernichtung und Befreiung. Die Auflösung des KZ Neuengamme und seiner Außenlager durch die SS im Frühjahr 1945. Edition Temmen, Bremen 2005, ISBN 3-86108-799-5.
  • mit Kerstin Klingel: Gedenkstätten in Hamburg : ein Wegweiser zu Stätten der Erinnerung an die Jahre 1933–1945. Hrsg im Auftr. der Hamburgischen Bürgerschaft und des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und der Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg. Aktualisierte Neuauflage. Hamburg 2008, ISBN 978-3-929728-18-7.
  • mit Magnus Koch und Lars Skowronski unter Mitarbeit von Claudia Bade: Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärjustiz: Die Wehrmachtgerichtsbarkeit in Hamburg. Texte, Fotos und Dokumente. Hrsg von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg, Hamburg 2013.
  • Konzentrationslager Neuengamme: Geschichte – Nachgeschichte – Erinnerung. Katalog der Ausstellungen. Band I: Hauptausstellung; Band II: Ergänzungsausstellungen. Hrsg im Auftr. der KZ-Gedenkstätte Neuengamme von Detlef Garbe. Edition Temmen, Bremen 2014, ISBN 978-3-8378-4047-6.
  • Neuengamme im System der Konzentrationslager. Studien zur Ereignis- und Rezeptionsgeschichte. Metropol, Berlin 2015, ISBN 978-3-86331-220-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]