Detlef Kleinert

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Detlef Kleinert (* 26. Juli 1932 in Essen) ist ein deutscher Jurist und Politiker (FDP).

Leben[Bearbeiten]

Detlef Kleinert wurde als Sohn des Leiters der Schöninger Reichsbankdienststelle geboren. Nach dem Abitur 1951 in Schöningen nahm er ein Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft an den Universitäten in Erlangen und München auf, das er 1955 mit dem ersten und 1960 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. Während seines Studiums wurde er Mitglied des Corps Isaria München. Kleinert arbeitete nach seiner Zulassung als Rechtsanwalt (seit 1970 auch als Notar) in der Kanzlei Homann-Kleinert-Habel in Hannover. Außerdem war er Vorstandsmitglied der Wertgarantie Unternehmensgruppe, Hannover. Als solcher gründete er 1994 deren Tochtergesellschaft Agila Haustier-Krankenversicherungs AG mit Sitz Hannover, die er in der Folgezeit als Vorstandsvorsitzender leitete. Danach nahm er erneut seine Tätigkeit als Rechtsanwalt und Notar in der Hannoveraner Kanzlei Habel-Garlipp-Kleinert auf.

Kleinert schloss sich 1952 dem Liberalen Studentenbund Deutschlands an. Er trat 1957 in die FDP ein, war von 1967 bis 1996 Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Hannover-Stadt und von 1970 bis 1992 Landesschatzmeister der FDP Niedersachsen. Von 1969 bis 1998 war er acht Wahlperioden lang Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Er wurde stets über die Landesliste Niedersachsen ins Parlament gewählt, bei den Wahlen 1972, 1976, 1980, 1983, 1987, 1990 und 1994 als Spitzenkandidat.

Kleinert war in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre und in den 1990ern führendes Mitglied der konservativen FDP-Gruppierung Schaumburger Kreis und wurde in damaligen Presseeinschätzungen für den Rücktritt der linksliberalen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Dezember 1995 anlässlich der Zustimmung der Partei zum Großen Lauschangriff mitverantwortlich gemacht.[1] Heute (2008) ist Kleinert Vorsitzender der Vereinigung Liberaler Juristen (VLJ).[2]

Kleinert ist für eine Rede[3][4] bekannt, die er am 23. November 1994 in alkoholisiertem Zustand im Deutschen Bundestag hielt, in der er unter anderem die „Aufnahmefähigkeit eines Teils der Mitglieder des Hauses“ als „offenbar nachhaltig eingeschränkt“ sah, was angesichts seines alkoholisierten Zustandes und seiner lallenden Artikulation mehrfach zu Gelächter unter den Anwesenden führte. Die Szene wurde im deutschen Comedy-Fernsehen seither häufig ausgestrahlt. Ein alkoholisierter Redeauftritt aus dem Jahre 1981 wurde 1988 in Panorama ausgestrahlt.[5]

2009 wurde Detlef Kleinert zum Ehrenmitglied der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft ernannt.[6]

Detlef Kleinert ist geschieden und hat ein Kind.

Literatur[Bearbeiten]

  • Internationales Biographisches Archiv 22/1999 vom 24. Mai 1999 (st), Munzinger online

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Mal hier, mal da. In: Der Spiegel. Nr. 22, 1995, S. 34–36 (online).
     Jetzt bin ich frei. In: Der Spiegel. Nr. 51, 1995, S. 26–28 (online).
  2. Homepage der Vereinigung Liberaler Juristen
  3. Plenarprotokolle des Deutschen Bundestages. 13. Wahlperiode, 23. November 1994, S. 149f. Scan (PDF; 3,4 MB) E-Text
  4. Videomitschnitt der Rede im Deutschen Bundestag [1]
  5. Panorama, 22. November 1988, über Abgeordnete und Süchte (Youtube)
  6. Zur Person, Meldung in: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 16. Dezember 2009, S. 2