Detlev Fehling

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Detlev Fehling (* 10. Juni 1929 in Berlin[1]; † 15. März 2008[1][2] in Heikendorf) war ein deutscher Klassischer Philologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fehling lebte seit 1946 in Kiel. Er wurde 1955 an der Universität Kiel bei Hans Diller mit einer Arbeit über Marcus Terentius Varro promoviert. Die Habilitation, ebenfalls in Kiel, erfolgte am 1. Juli 1964. Anschließend war er zunächst Privatdozent, von 1970 bis 1994 Professor für Klassische Altertumskunde an der Universität Kiel.

Bekannt, aber zugleich auch sehr umstritten, wurde Fehling in der Altertumswissenschaft durch seine These, dass die vom antiken Historiker Herodot angeführten Quellen durchweg auf dessen eigener Erfindung beruhen und Herodot die von ihm beschriebenen Länder nicht bereist habe.[3]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Varro und die grammatische Lehre von der Analogie und der Flexion. Dissertation Kiel 1955.
  • Die Wiederholungsfiguren und ihr Gebrauch bei den Griechen vor Gorgias. de Gruyter, Berlin 1969.
  • Die Quellenangaben bei Herodot. Studien zur Erzählkunst Herodots. de Gruyter, Berlin 1971, ISBN 3-11-003634-7 (englische Übersetzung: Herodotus and his ‘Sources’. 1989).
  • Ethologische Überlegungen auf dem Gebiet der Altertumskunde: phallische Demonstration, Fernsicht, Steinigung. Beck, München 1974, ISBN 3-406-05151-0.
  • Amor und Psyche. Die Schöpfung des Apuleius und ihre Einwirkung auf das Märchen. Eine Kritik der romantischen Märchentheorie. Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz 1977, ISBN 3-515-02710-6.
  • Die sieben Weisen und die frühgriechische Chronologie. Eine traditionsgeschichtliche Studie. Lang, Bern 1985, ISBN 3-261-04061-0.
  • Die ursprüngliche Geschichte vom Fall Trojas, oder: Interpretationen zur Troja-Geschichte. Institut für Sprachwissenschaft, Innsbruck 1991, ISBN 3-85124-151-7.
  • Materie und Weltbau in der Zeit der frühen Vorsokratiker: Wirklichkeit und Tradition. Institut für Sprachwissenschaft, Innsbruck 1994, ISBN 3-85124-170-3.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. 22. Ausgabe (2009), Bd. 4, S. 4797.
  2. Personalmeldungen Juni 2008, Presseinformation 63/2008 vom 11. Juli 2008, Website der Universität Kiel, abgerufen am 17. Dezember 2012.
  3. Vgl. etwa W. Kendrick Pritchett: The Liar School of Herodotos. Gieben, Amsterdam 1993 (Rezension); Jona Lendering: Herodotus’ Sources.