Spaargebirge

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Blick über die Elbe auf das Boselmassiv
Blick über das Elbtal von der Boselspitze.
Blick auf Weinberge und auf Meißen vom Aussichtspunkt Juchhöh

Das Spaargebirge liegt etwa drei Kilometer östlich von Meißen und etwa zwei Kilometer westlich von Coswig oberhalb des Elbtals in Sachsen. Es liegt zwischen dem Coswiger Ortsteil Sörnewitz und dem Meißner Ortsteil Spaar (Niederspaar und Oberspaar). Es gilt als kleinstes Gebirge Sachsens (etwa drei Kilometer lang und kaum 200 Meter breit), auch wenn es im eigentlichen Sinne kein Gebirge ist. Der Höhenrücken entstand durch Erosion einer tektonischen Zerrüttungszone und wurde durch einen linken Nebenfluss der Ur-Elbe, die nördlich des Spaargebirges durch die Nassau floss, vom übrigen Meißner Granitgebiet inselartig abgetrennt. Beim Hochwasser des Frühjahrs 1845 wurde das Spaargebirge von der Elbe eingeschlossen.

Der höchste Punkt ist mit 192 Metern über Normalnull die Aussicht Juchhöh auf der Karlshöhe. Der Aussichtspunkt Deutsche Bosel, der einen Ausblick über das Elbtal in Richtung Dresden und bei guter Sicht bis in die Sächsische Schweiz bietet, hat eine Höhe von 182 Metern. Die Höhendifferenz zum Elbtal beträgt dort etwa 80 Meter.

Oben befindet sich auch der Boselgarten, ein Botanischer Garten der Technischen Universität Dresden. Er wurde 1910 auf Empfehlung des Dresdner Botanikers Oscar Drude angelegt, nachdem der Landesverein Sächsischer Heimatschutz das Gelände gekauft hatte, um die hier wachsenden seltenen Pflanzen vor der Bedrohung durch Gesteinsabbau zu schützen.

An der steil abfallenden, felsigen Ostspitze wurde früher ein Steinbruch betrieben. Die ehemals natürliche Vegetation (subatlantische Sandpflanzen und südosteuropäische Trockenrasenpflanzen) musste dem heutigen Edelobst- und Weinanbau weichen. Durch die außergewöhnlich günstigen klimatischen Bedingungen im Elbtal haben sich schon seit alters her (belegt ab dem Jahr 1352) Höfe, Ritter- und Weingüter angesiedelt. Unterhalb des Spaargebirges verläuft die Sächsische Weinstraße und der Elberadweg. Nördlich der Deutschen Bosel, getrennt durch ein Tal, befindet sich die niedrigere und wesentlich unbekanntere Römische Bosel.

Zu DDR-Zeiten betrieb der VEB Braunkohlekombinat Lauchhammer an der Boselspitze ein Ferienlager für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Facebook-Eintrag

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lössnitz und Moritzburger Teichlandschaft (= Werte unserer Heimat. Band 22). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1973.

Koordinaten: 51° 9′ N, 13° 30′ O