Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung

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Die Deutsche Gesellschaft für Online Forschung e.V. (DGOF) ist Europas größte internationale Fachgesellschaft zur Entwicklung und Förderung der Online-Forschung. Sie ist in Deutschland als gemeinnütziger Verein eingetragen.

Geschichte und Ziel der DGOF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DGOF wurde von den Pionieren der Online-Forschung Wolfgang Bandilla, Bernad Batinic, Michael Bosnjak, Ralf Geschke, Lorenz Gräf, Ulf-Dietrich Reips und Andreas Werner gegründet, um die wissenschaftliche und anwendungsbezogene Online-Forschung zu fördern. Die Idee zur Gründung eines Vereins zur Förderung der Online-Forschung entstand am Rande der Tagung "Cognition und Web", die 1996 unter Beteiligung der Gründungsmitglieder am Institut für Informatik und Gesellschaft der Universität Freiburg stattfand.

Die Geschichte und das Wirken der DGOF ist auch eng mit der German Internet Research List (GIR-L) verbunden. Bei der GIR-L handelt es sich um eine im Mai 1996 von Andreas Werner und Bernad Batinic gegründeten Mailingliste mit mehr als 1.200 eingeschriebenen Nutzern.[1] Ziel der GIR-L ist die Diskussion über Sozial-, Kommunikations- und Marktforschungsfragen rund um das Internet. Aus der GIR-L heraus kam 1997 die Anregung zur ersten GOR-Konferenz. Aktuell wird die Mailingliste von Bernad Batinic betreut.

Formell wurde die Gründung der DGOF im März 1998 in Mannheim vollzogen.

Das Ziel der DGOF war zunächst die Steigerung der Akzeptanz, später vermehrt die kritische Diskussion und Weiterentwicklung der Methoden zur Erhebung von Daten mit Hilfe des Internet als gleichberechtigte Methode im Kanon der klassischen Forschungsansätze. Daraus ergibt sich auch der Zweck der DGOF, ein Forum zu schaffen für Personen und Institutionen, die sich mit Methoden, Anwendungen und Ergebnissen der Online-Forschung beschäftigen.[2] Die DGOF trägt auf diese Weise zur wissenschaftlichen Erforschung des Internet innerhalb der Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften bei.

Forschungsförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftliche Forschungsprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DGOF fördert seit 2013 regelmäßig akademische Forschungsprojekte, die sich mit Themen und Fragestellungen der Online-Forschung befassen mit finanziellen Mitteln. Ein Antrag zur Förderung kann einmal im Jahr zu dem auf der DGOF-Website angegebenen Termin eingereicht werden.[3]

Darüber hinaus fördert die DGOF den wissenschaftlichen Nachwuchs mit der Vergabe des Best Thesis Awards. Dieser Preis wird - verbunden mit einer finanziellen Förderung - einmal im Jahr im Rahmen der GOR durch eine Fachjury vergeben. Prämiert werden besonders herausragende Abschlussarbeiten (Bachelorthesis, Masterthesis, Dissertation) aus dem Bereich der Online-Forschung.[4]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DGOF hat seit ihrer Gründung zahlreiche Buchprojekte im Bereich der Online-Forschung unterstützt:

Seit 2007 gibt die DGOF im Herbert von Halem Verlag die Buchreihe Neue Schriften zur Online-Forschung heraus. Dort sind bisher 14 Bände erschienen (Stand: Januar 2017).[5]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

General Online Research (GOR) Konferenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1998 veranstaltet die Gesellschaft jährlich die General Online Research (GOR) Konferenz (bis einschließlich 2004 noch unter dem Namen "German Online Research").[6] Die GOR ist eine internationale Fachtagung zu Themen der Online-Forschung.

Nachfolgend sind die Tagungsorte der GOR und in Klammern jeweils die lokalen Organisatoren der jeweiligen Tagung aufgeführt.[7]

  • 2016: Dresden (Technische Universität Dresden)
  • 2014 und 2015: Köln (Fachhochschule Köln)
  • 2013: Mannheim (Duale Hochschule Baden-Württemberg)
  • 2012: Mannheim (Duale Hochschule Baden-Württemberg)
  • 2011: Düsseldorf (Heinrich-Heine Universität)
  • 2010: Pforzheim (Hochschule Pforzheim: Elke Theobald, Christa Wehner)
  • 2009: Wien (Universität Wien: Verband der Marktforscher Österreichs, Österreichische Werbewissenschaftliche Gesellschaft und Expertenforum Onlineforschung)
  • 2008: Hamburg (Universität Hamburg und EARSandEYES: Frank Lüttschwager)
  • 2007: Leipzig (Universität Leipzig: Martin Welker)
  • 2006: Bielefeld (TNS Infratest)
  • 2005: Zürich (Universität Zürich: Klaus Jonas und Ulf-Dietrich Reips)
  • 2004: Duisburg (Universität Duisburg: Frank Faulbaum)
  • 2002: Stuttgart (Universität Hohenheim: Michael Schenk, Claudia Mast und Barbara Pfetsch)
  • 2001: Göttingen (Universität Göttingen: Margarete Boos)
  • 1999: Nürnberg (Universität Erlangen-Nürnberg: Bernad Batinic und Klaus Moser)
  • 1998: Mannheim (Universität Mannheim: Wolfgang Bandilla und Michael Bosnjak)
  • 1997: Köln (Universität Köln: Lorenz Gräf)

Research plus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der GOR veranstaltet die DGOF eine regionale Veranstaltungsreihe mit Namen Research plus. Ziel dieser regionalen Veranstaltungen rund um die Online-Forschung ist die Verbreitung innovativer Forschungsideen und eine stärkere Vernetzung der Forscher in einer Region. Für jeden Abend wird ein individuelles Programm mit mehreren Impulsvorträgen zusammengestellt. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist nach Anmeldung kostenlos und wird durch Sponsoren unterstützt. Die Research plus findet in Frankfurt, Hamburg, Köln, Mannheim, München und Nürnberg regelmäßig statt (Stand Januar 2017).[8]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinsmitglieder und Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DGOF hat 208 Mitglieder (Stand Januar 2017). Die Mehrheit der Mitglieder sind persönliche Mitglieder aus den wissenschaftlichen und angewandten Bereichen der Markt- und Sozialforschung. Daneben hat die DGOF auch korporative Mitglieder (41 korporative Mitglieder, Stand Januar 2017). Dabei handelt es sich um Marktforschungsinstitute, Softwareanbieter und Online-Panel-Betreiber.[9] Zwei weitere Mitglieder sind Forschungsinstitute aus dem Hochschulbereich.[10] Darüber hinaus ist der IT-Sicherheitsverband TeleTrusT Deutschland e.V. assoziiertes Mitglied der DGOF.[11]

Die Vereinsleitung setzt sich aus einem fünfköpfigen Vorstand zusammen. Der Vorstand wird alle zwei Jahre von der Mitgliederversammlung gewählt.[12] Mitglieder des Vorstands sind (Stand Januar 2017): Otto Hellwig (Vorsitzender), Cathleen Stützer, Oliver Tabino, Meinald Thielsch und Alexandra Wachenfeld-Schell (jeweils stellvertretende Vorsitzende). Die Geschäftsstelle der DGOF ist in Hürth.

Kooperationen mit Verbänden und Vereinen der Markt- und Sozialforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DGOF unterhält Kontakte mit verwandten Verbänden und Vereinen, insb. ADM, ASI und BVM. Die vier genannten Verbände haben als zentrale Institutionen der deutschen Markt- und Sozialforschung die Erklärung für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zum ICC/ESOMAR Internationalen Kodex für die Markt- und Sozialforschung verfasst. Darin werden die berufsethischen Prinzipien und berufsständischen Verhaltensregeln als Bestandteil der Berufsgrundsätze und Standesregeln der deutschen Markt-, Meinungs- und Sozialforschung definiert, welche immer zu beachten sind, wenn Untersuchungen der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung in Deutschland oder von Deutschland aus durchgeführt werden.[13] Die Mitglieder der DGOF verpflichten sich im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft, diese Berufsgrundsätze und Standesregeln einzuhalten (§3, Abschnitt 2. der Satzung der DGOF)[14]

Gemeinsam haben die vier genannten Organisationen auch den Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung eingerichtet. Dabei handelt es sich um eine Beschwerdestelle, welche die Einhaltung der Berufsgrundsätze und Standesregeln prüft und Verstöße sanktioniert.[15]

Im Übrigen haben diese Organisationen eine Reihe weiterer Regelwerke[16] herausgegeben, unter anderem die Richtlinie für Online-Befragungen, an deren Entwicklung die DGOF maßgeblich mitgewirkt hat.[17] Ebenfalls beteiligt war die DGOF bei der Entwicklung der ISO-Norm 26362:2009 Access panels in market, opinion and social research -- Vocabulary and service requirements.[18] und der ISO-Norm 19731 Digital analytics and web analyses in market, opinion and social research -- Vocabulary and service requirements.[19]

Die DGOF kooperiert ferner mit der wissenschaftlichen Fachgesellschaft der Medien- und Kommunikationswissenschaft in Deutschland, der DGPuK, u. a. in Form von Doktorandenworkshops.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. mailman.jku.at
  2. http://www.dgof.de/uber-uns/satzung/ Satzung der DGOF; §2 Zweck des Vereins
  3. dgof.de
  4. gor.de
  5. dgof.de
  6. gor.de
  7. gor.de
  8. researchplus.de
  9. dgof.de
  10. dgof.de
  11. dgof.de
  12. dgof.de
  13. adm-ev.de
  14. dgof.de
  15. rat-marktforschung.de
  16. adm-ev.de
  17. rat-marktforschung.de
  18. iso.org
  19. iso.org