Deutsches Goethe-Kolleg Bukarest

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Das Deutsche Goethe-Kolleg Bukarest (rumänisch Colegiul German Goethe; zwischen 1990 und 2002 Hermann Oberth Gymnasium, rumänisch Liceul Hermann Oberth) ist ein Gymnasium im Zentrum von Bukarest. Er befindet sich in der Nähe des Piața Romană und trägt den Namen des deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe. Es ist eine Schule der deutschen Minderheit in Bukarest, vom Ministerium der Bildung und Forschung Rumäniens (rumänisch Ministerul Educației și Cercetării – MECTS) verwaltet, und gleichzeitig das einzige Gymnasium in Bukarest mit Deutsch als Unterrichtssprache. Das Deutsche Goethe-Kolleg Bukarest ist neben der Schule Nr. 11, Ion Heliade Rădulescu, die gesuchteste Schule Bukarests.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1855 wurde die Deutsche Schule Bukarest in eine Mädchen- und eine Jungenschule aufgeteilt. In der Lutherischen Straße wurde im selben Jahr ein Schulgebäude errichtet, in dessen zwei Flügeln Mädchen und Jungen getrennt unterrichtet wurden. Zwei Jahre später wurde das Gebäude mit Mitteln des Kultusministeriums erweitert.

Zwischen 1907 und 1910 stieg die Anzahl der Schülerinnen und Schüler an der Deutschen Schule Bukarest auf 2.000 an. Davon waren ein Viertel deutschstämmig, die anderen kamen aus Familien mit rumänischem oder einem anderen nationalen Hintergrund, alle aber mit dem Wunsch die deutsche Sprache zu erlernen.

Ab 1948 wurden der schulischen Einrichtung zwei Gymnasialklassen hinzugefügt. Die Schule erfuhr staatliche Anerkennung und verließ die Obhut der lutherischen Gemeinde.

1956 erfolgte die vollständige Einbindung in das rumänische Schulsystem. Die Deutsche Schule Bukarest erhielt den Namen „Schule Nr. 21“ und später „Lyzeum Nr. 21“. Als das Schulgebäude neben der evangelischen Kirche 1958 abgerissen wurde, erfolgte der Umzug in die Nuferilorstraße und 1973 wurde ein Neubau in der Calea Dorobanți bezogen.

1976 wurde die Deutsche Schule Bukarest in das „Real-humanistische Lyzeum Nr. 3“ umbenannt, um im darauf folgenden Jahr wiederum einen neuen Namen zu erhalten: „Lyzeum für Mathematik und Physik Nr. 6“.

1982 erfolgte eine neue Namens-, aber auch Profiländerung: „Industrielles Lyzeum Nr. 34“ (eine Art Realschule). Diese Abstufung der Deutschen Schule Bukarest war wohl hauptsächlich dadurch bedingt, dass inzwischen sowohl ein Großteil der deutschstämmigen Lehrer als auch die überwiegende Mehrheit der deutschstämmigen Bevölkerung Rumänien verlassen hatten. So fiel es dem totalitären politischen System leicht, eine als Eliteschule anerkannte Einrichtung abzustufen.

Den Ereignissen von 1989 ist es zu verdanken, dass die Deutsche Schule Bukarest ihr Profil zurückgewann. 1990 erhielt sie den Namen „Theoretisches Gymnasium Hermann Oberth“ und gehört nun wieder zu den angesehen schulischen Einrichtungen der Hauptstadt Rumäniens. Der Namensgeber, Hermann Oberth, aus Hermannstadt (Sibiu) hat mit seiner Forschungsarbeit im Bereich der Astronomie einen wesentlichen Grundstein zur Entwicklung der Raumfahrt gelegt. Zurzeit trägt die deutsche Schule aus Bukarest den Namen „Deutsches Goethe-Kolleg“ (rumänisch Colegiul German Goethe).[2]

Unterricht am Goethe-Kolleg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Deutsche Goethe-Kolleg ist die Schule der deutschen Minderheit in Bukarest und untersteht dem rumänischen Ministerium für Bildung, Forschung und Jugend. Deutsch ist Unterrichtssprache. Die sprachliche Eignung der künftigen Schülerinnen und Schüler wird durch einen Test festgestellt, bei dem die Prüflinge eine ausreichende Punktanzahl erreichen müssen.

Nach bestandener Prüfung werden die Schüler einem deutschsprachigen Grundschullehrer zugeteilt. Sämtliche Fächer werden auf Deutsch unterrichtet. Dadurch beherrschen die Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundschule die Grundsteine der Fachsprache in allen Bereichen. Ab der 3. Klasse wird Englisch als erste Fremdsprache unterrichtet.

Ab der Klasse 5. wird, wie an jeder anderen Schule in Rumänien, jedes Fach von einer dafür ausgebildeten Lehrkraft unterrichtet. Je nach Möglichkeit werden einige Fächer von Lehrern aus Deutschland unterrichtet.[3]

Schulprofil und Sprachzertifikate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Deutsche Goethe-Kolleg bietet allen Achtklässlern die Möglichkeit, ihre Bildung im deutschen Sprachkreis fortzuführen, und zwar auf einem theorethischen Lyzeum. Die Auswahl an Klassen ist sehr groß, so dass künftige Schüler sich für einen der folgenden Zweige entscheiden können:

  • für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, in einer Klasse mit Schwerpunkten in Mathematik und Informatik
  • für den sprachlichen Bereich, in einer Klasse mit Schwerpunkten in Geisteswissenschaften und Fremdsprachen
  • für die Klassen der Deutsche Spezialabteilung (DAS). Die Deutsche Abteilung verfügt über insgesamt vier Klassenstufen und acht Klassen. Seit 2008 gibt es in der Spezialabteilung Bukarest zwei mögliche Richtungen. Die B-Klassen sind sozialwissenschaftlich orientiert, während die C-Klassen Mathematik- bzw. Informatikklassen sind.

Obwohl jeder dieser Bereiche auf einen bestimmten Abschluss zielt, verlassen alle Absolventen das Lyzeum auch mit einer breiten Allgemeinbildung.

Am Ende der 12. Klasse erhalten die Schülerinnen und Schüler vom Ministerium für Bildung, Forschung und Jugend in Rumänien das Kompetenzzertifikat für die deutsche Sprache – und sie erlangen das Deutsche Sprachdiplom (Stufe I oder II) der Kultusministerkonferenz.[4]

Bekannte Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  • Wasgen I.
  • Claudiu Bleonț (Schauspieler)
  • Petre Guran (Historiker)
  • Dan Helciug (Musiker)
  • Sonia Argint Ionescu (TV Senderin)
  • Axel Moustache (Schauspieler)
  • Ioan Lupescu
  • Theodor Paleologu (Diplomat und Politiker)
  • Rona Hartner (Sängerin)
  • Dan Bittman
  • Nicolae Constantin Tănase (Regisseur)
  • Oscar Walter Cisek

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsches Goethe-Kolleg Bukarest. Abgerufen am 23. Dezember 2017.
  2. Schulsteckbrief. Abgerufen am 23. Dezember 2017.
  3. Unterricht am Goethe-Kolleg. Abgerufen am 23. Dezember 2017.
  4. Schulprofil und Sprachzertifikate. Abgerufen am 23. Dezember 2017.

Koordinaten: 44° 26′ 57,9″ N, 26° 5′ 50,5″ O