Hans-Dietrich Genscher

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Hans-Dietrich Genscher (2013)
Unterschrift Genschers unter dem Zwei-plus-Vier-Vertrag

Hans-Dietrich Genscher (* 21. März 1927 in Reideburg; † 31. März 2016 in Wachtberg-Pech)[1] war ein deutscher Politiker der FDP. Er war von 1969 bis 1974 Bundesminister des Innern sowie von 1974 bis 1992 fast ununterbrochen Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, und zwar sowohl unter der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt (SPD) – Kanzler von 1974 bis 1982 – als auch nach dem Regierungswechsel unter Helmut Kohl (CDU). Darüber hinaus war er von 1974 bis 1985 Bundesvorsitzender der FDP.

Genscher gilt als historische Schlüsselfigur, indem er zeitlebens entschlossen und mit großem diplomatischem Geschick für die Überwindung der Teilung Europas und Deutschlands sowie des Kalten Krieges eintrat.[2][3] Berühmt geworden ist seine (unvollendete) Ansprache „Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise ...“ (das Folgende ging im allgemeinen Jubel unter), mit der er am 30. September 1989 vom Balkon der Prager Botschaft den Tausenden dorthin geflohenen Angehörigen der DDR ihre Ausreise per Sonderzug verkündete, die er in langen Verhandlungen mit dem sowjetischen Außenminister Eduard Schewardnadse erreicht hatte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans-Dietrich Genscher wuchs in einem bürgerlich-bäuerlichen und nationalkonservativen Milieu auf.[4] Der Sohn des Juristen Kurt Genscher (Syndikus des Landwirtschaftsverbandes; † 1937) und der Bauerstochter Hilda Kreime († 1988)[5] besuchte das Städtische Reformrealgymnasium in Halle (Saale), wo die Familie seit 1933 wohnte.

Seit 1943 war Genscher Luftwaffenhelfer, absolvierte den Reichsarbeitsdienst (RAD) im Harz und wurde von Oktober bis November 1944 ins Erzgebirge kommandiert. 1944[6] wurde Hans-Dietrich Genscher im Alter von 17 Jahren Mitglied der NSDAP. Nach eigener Aussage geschah dies per Sammelantrag ohne sein Mitwissen.[7][8] Er wollte Reserveoffizier werden und im Januar 1945 meldete er sich deshalb freiwillig zur Wehrmacht, nach eigener Aussage auch, um einer Zwangsrekrutierung durch die Waffen-SS zu entgehen. Er wurde zu den Pionieren in Wittenberg eingezogen. Als Angehöriger der „Armee Wenck“, die in der Schlacht um Berlin eingesetzt war, und im Dienstgrad eines Gefreiten geriet er kurz vor Kriegsende im Mai 1945 zunächst in US-amerikanische und anschließend in britische Kriegsgefangenschaft.

Nach seiner Entlassung im Juli 1945 arbeitete er als Bauhilfsarbeiter. Ab Dezember 1945 besuchte er wieder die Friedrich-Nietzsche-Oberschule in Halle (Saale) (seit 1946 Friedrich-Engels-Oberschule), wo er im März 1946 die Ergänzungsreifeprüfung ablegte. Im Winter 1946/47 erkrankte er schwer an Tuberkulose, weshalb er sich drei Monate in einem Sanatorium aufhielt. An der damals nicht heilbaren Krankheit litt Genscher noch die folgenden zehn Jahre und war immer wieder zu längeren Krankenhausaufenthalten gezwungen. Dennoch absolvierte Genscher von 1946 bis 1949 ein Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Universität Leipzig, das er 1949 mit der ersten juristischen Staatsprüfung in Leipzig beendete. Anschließend war er bis 1952 Referendar beim Amtsgericht im Oberlandesgerichtsbezirk Halle.

Am 20. August 1952 übersiedelte Genscher über West-Berlin in die Bundesrepublik Deutschland, arbeitete als Referendar beim Hanseatischen Oberlandesgericht im Oberlandesgerichtsbezirk Bremen und legte 1954 das zweite juristische Staatsexamen in Hamburg ab. Danach war er bis 1956 als Anwaltsassessor und Rechtsanwalt in der auf Wirtschafts- und Steuerrecht spezialisierten Anwaltskanzlei Dr. Frick, Büsing, Genscher und Dr. Müffelmann in Bremen tätig.

Parteilaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genscher (1974) mit seinen Parteifreunden Hildegard Hamm-Brücher, Otto Graf Lambsdorff (stehend) und Wolfgang Mischnick

Genscher war von 1946 bis 1952 Mitglied der LDP, Landesverband Sachsen-Anhalt. Seit seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik war er Mitglied der FDP. 1954 wurde er zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der Jungdemokraten in Bremen gewählt. Von 1956 bis 1959 war er wissenschaftlicher Assistent der FDP-Bundestagsfraktion in Bonn.

Von 1959 bis 1965 war er FDP-Fraktionsgeschäftsführer, dabei von 1962 bis 1964 Bundesgeschäftsführer der FDP. 1968 wurde er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Vom 1. Oktober 1974 bis zum 23. Februar 1985 war er schließlich Bundesvorsitzender der FDP. In seine Amtszeit als Parteivorsitzender fiel 1982 die Wende von der sozialliberalen Koalition zur Koalition mit der CDU/CSU. 1985 verzichtete er auf das Amt des Bundesvorsitzenden. Nach seinem Rücktritt als Bundesaußenminister 1992 wurde Genscher zum Ehrenvorsitzenden der FDP ernannt.

Unterlagen über Genschers Tätigkeit als FDP-Bundesvorsitzender befinden sich im Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach.

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genscher war von 1965 bis 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis im Wuppertaler Westen. Er war stets über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag eingezogen. Von 1965 bis zu seinem Eintritt in die Regierung Brandt 1969 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesinnenminister 1969 bis 1974[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Bundestagswahl 1969 war Genscher maßgeblich an der Bildung der sozialliberalen Koalition beteiligt und wurde am 22. Oktober 1969 als Bundesinnenminister in die von Bundeskanzler Willy Brandt geführte Bundesregierung berufen. In seine Amtszeit fiel die Geiselnahme israelischer Sportler 1972 während der Olympischen Spiele in München. Genscher stellte sich als Austauschgeisel zur Verfügung, dies wurde von den palästinensischen Geiselnehmern jedoch abgelehnt. Nach dem blutigen Ende der Geiselnahme wies Genscher am 26. September 1972 den Bundesgrenzschutz an, die Anti-Terror-Einheit GSG 9 aufzustellen. Als Konsenspolitiker hatte er 1970 die Deutsche Sportkonferenz gegründet, in der wie bei einem Runden Tisch alle Verantwortlichen aus Bund, Ländern und Gemeinden sowie dem Deutschen Sportbund und den Landessportbünden paritätisch zusammenwirkten.[9] 2014 bezeichnete er das Scheitern der Geiselbefreiung als den Tiefpunkt seiner Karriere.[10]

Bundesaußenminister 1974 bis 1992[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genscher (1976) mit Forschungsminister Hans Matthöfer (links) und Bundeskanzler Helmut Schmidt
Besuch Erich Honeckers in der Bundesrepublik Deutschland 1987, Mittagessen beim Bundespräsidenten am 7. September 1987. V.l.n.r.: Bangemann, Honecker, Weizsäcker, Mittag, Vogel, Bräutigam, Genscher.

Nach dem Rücktritt von Willy Brandt und der Wahl von Walter Scheel zum Bundespräsidenten wurde Genscher am 16. Mai 1974 als Außenminister und Vizekanzler in die nun von Helmut Schmidt geleitete Bundesregierung berufen. In dieser Funktion beteiligte er sich maßgeblich an den Verhandlungen über den Text der KSZE-Schlussakte in Helsinki. Im Dezember 1976 akzeptierte die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York den Vorschlag von Genscher über eine Anti-Terrorismus-Konvention, worin unter anderem festgelegt wurde, auf Forderungen von Geiselnehmern unter keinen Umständen einzugehen. Im Zusammenhang mit dem NATO-Doppelbeschluß vermittelten Bundeskanzler Schmidt und Außenminister Genscher in Moskau, danach war die sowjetische Führung bereit, mit den Vereinigten Staaten über Mittelstreckenwaffen (Intermediate Nuclear Forces/INF) zu verhandeln.

Nachdem die sozialliberale Koalition bei der Bundestagswahl 1980 erneut bestätigt worden war, wirkte Genscher ab Mitte 1981 auf ein Ende der Koalition zwischen SPD und FDP hin – hierbei vor allem unterstützt durch den Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff. Grund war die Zunahme der Differenzen zwischen den Koalitionspartnern, nach außen hin insbesondere in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Ausschlaggebend soll jedoch die zunehmende Abkehr der SPD vom NATO-Doppelbeschluss gewesen sein.[11] Am 17. September 1982 trat Genscher gemeinsam mit den übrigen FDP-Bundesministern zurück – als Interimslösung folgten ihm vorübergehend Helmut Schmidt (übernahm das Ministeramt) und Egon Franke (als Vizekanzler) nach.

Am 1. Oktober 1982 wurde in einem konstruktiven Misstrauensvotum der bisherige Oppositionsführer Helmut Kohl auch von dem Großteil der FDP-Bundestagsfraktion zum Bundeskanzler gewählt. Am 4. Oktober 1982 kehrte Genscher als Außenminister und Vizekanzler in die Bundesregierung zurück.

Hans-Dietrich Genscher (r.) überreicht Präsident George H. W. Bush ein Stück der Berliner Mauer (21. November 1989)

Von 1984 bis 1985 war er Präsident des NATO-Rates und Präsident des Ministerrates der Westeuropäischen Union. Als Außenminister stand er für eine Ausgleichspolitik zwischen Ost und West und entwickelte Strategien für eine aktive Entspannungspolitik und die Weiterführung des Ost-West-Dialogs mit der UdSSR, sowie das Zusammenwachsen der EG. Besonders ab 1987 warb Genscher für eine „aktive Entspannungspolitik“ als Antwort des Westens auf die sowjetischen Bemühungen. Er hatte großen Anteil an der europäischen Einigung und am Gelingen der deutschen Wiedervereinigung, über die er 1990 mit seinem Amtskollegen aus der DDR, Markus Meckel verhandelte. Anfänglich stand er den konsequenten Wiedervereinigungsplänen Bundeskanzler Kohls abwartend gegenüber. Im Spätsommer 1989 erreichte er die Ausreiseerlaubnis für diejenigen Bürger der DDR, die in die bundesdeutsche Prager Botschaft geflüchtet waren. Daneben setzte er sich für eine wirksame Unterstützung der politischen Reformprozesse vor allem in Polen und Ungarn ein. Dazu traf er im Rahmen eines Polenbesuchs im Januar 1988 sich mit dem Vorsitzenden der Solidarność, Lech Wałęsa, dem er Unterstützung der polnischen Opposition bei ihrem Eintreten für demokratische Reformen zusicherte. Die dafür eingesetzten Mittel führten dazu, dass seine und Bundeskanzler Helmut Kohls Politik mitunter auch abfällig als Scheckbuchdiplomatie bezeichnet wurde. Genscher beteiligte sich an dem ersten (Bonn), zweiten (Berlin) und dritten (Paris) Außenministertreffen der 2 + 4-Gespräche über die äußeren Aspekte der deutschen Einheit. Im November 1990 unterzeichnen Genscher und sein polnischer Amtskollege Krzysztof Skubiszewski in Warschau den deutsch-polnischen Grenzvertrag über die Festlegung der Oder-Neiße-Linie als polnische Westgrenze.

Wirtschaftskonferenz der KSZE-Staaten, 1990 (mit Helmut Haussmann)

Seine Popularität in seiner Heimatregion um Halle (Saale) und die Hoffnung auf eine gute Entwicklung nach der Wende führten dazu, dass die FDP bei der Bundestagswahl 1990 in Sachsen-Anhalt 17,61 % der Wählerstimmen erhielt und das erste Mal seit 1957 (und das bislang letzte Mal) wieder ein FDP-Kandidat (Uwe Lühr) ein Direktmandat für den Bundestag erringen konnte.

Hans-Dietrich Genscher (2008)

Im Juli 1984 besuchte er als erster westeuropäischer Außenminister seit der islamischen Revolution von 1979 die iranische Hauptstadt Teheran.

Kritik rief die von Genscher betriebene frühzeitige Anerkennung der ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien durch die Bundesrepublik Deutschland im Dezember 1991 hervor. Diese war ausschließlich mit Österreich abgestimmt, lief einem EG-Übereinkommen zuwider und bedeutete die erste flagrante Verletzung der Schlussakte der KSZE. Russland beruft sich heute bei einseitigen Grenzveränderungen z. B. in der Ukraine auf Genscher. Vor eventuellen Anerkennungen in Jugoslawien sollten die Ergebnisse der sogenannten Badinter-Kommission ausgewertet werden. Genscher wurde vorgeworfen, damit den Zerfall Jugoslawiens maßgeblich gefördert und die Gräuel des anschließenden Krieges mit verschuldet zu haben. UN-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar hatte die deutsche Bundesregierung gewarnt, dass eine Anerkennung von Slowenien und Kroatien zu einer Ausweitung der Aggressionen im bisherigen Jugoslawien führen werde.

Am 18. Mai 1992 schied Genscher auf eigenen Wunsch aus der Bundesregierung aus, der er insgesamt 23 Jahre angehört hatte. Seine Entscheidung hatte er drei Wochen zuvor, am 27. April 1992, bekannt gegeben. Damals war er Europas dienstältester Außenminister.

Sonstiges Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994/1995 war Genscher Honorarprofessor am Otto-Suhr-Institut für Politische Wissenschaft der Freien Universität Berlin. 1998 wurde er Aufsichtsratsvorsitzender der WMP Eurocom AG Berlin (Kommunikationsberatung in den Bereichen Wirtschaft, Medien und Politik). Von 1999[12] bis Dezember 2010[13] war er als Rechtsanwalt für die Sozietät Büsing, Müffelmann & Theye (Büro Berlin) tätig. Seit dem Jahr 2000 war er geschäftsführender Gesellschafter der Hans-Dietrich Genscher Consult GmbH.[12]

Von 2001 bis 2003 war Hans-Dietrich Genscher Präsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Er war Ehrenpräsident der Europäischen Bewegung Deutschland, deren Präsident er von 1992 bis 1994 war sowie Ehrenbürger der Stadt Halle, in die sein Geburtsort Reideburg 1950 (gehörte zum Saalkreis) eingemeindet wurde, und in der er seine Ausbildung erhielt.

2001 vermittelte er als Schlichter im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Lufthansa AG und der Vereinigung Cockpit e. V.[14] Genscher war Mitglied im Kuratorium der Initiative A Soul for Europe der Stiftung Zukunft Berlin.[15]

Im Sommersemester 2002 war er dritter Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Im Jahr 2013 nahm Genscher eine wesentliche Vermittlerrolle bei der Freilassung des russischen Regierungskritikers Michail Chodorkowski ein.[16]

Er war Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.[17]

Agenturen vermittelten Genscher als Redner zu Preisen von 22.000 bis 24.000 Euro. Er war Gesprächspartner des Formates Eine sehr persönliche Reise durch die Deutsche Geschichte, moderiert von Martin Klapheck.[18]

Er war Mitglied bei der Initiative Global Zero.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barbara Genscher, (rechts), 1990 im Gästehaus Petersberg

Hans-Dietrich Genscher war protestantischer Christ, der durch zahlreiche Begegnungen auch ein persönliches Verhältnis zu Papst Johannes Paul II. entwickelte.[19] Von 1958 bis 1966 war er mit Luise Schweitzer verheiratet. Aus dieser Ehe ging die Tochter Martina hervor, die mit Reinhardt Zudrop verheiratet ist. Seit Oktober 1969 war Genscher mit seiner früheren Sekretärin Barbara, geb. Schmidt, verheiratet. Er lebte seit 1977 im Ortsteil Pech der Gemeinde Wachtberg, wo er in seinem Haus im Alter von 89 Jahren an Herz-Kreislauf-Versagen starb.[20] Am 17. April 2016 wurde Genscher mit einem Staatsakt im ehemaligen Plenarsaal des Bonner Bundestages, jetzt Bestandteil des World Conference Center Bonn, geehrt.[21] Nach einem Trauergottesdienst in der Gnadenkirche zu Pech fand die Beisetzung auf dem Rheinhöhenfriedhof in Wachtberg-Ließem statt.[22][23]

Positionen und Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orientierung der deutschen Außenpolitik in Genschers Amtszeit wird schlagwortartig häufig als Genscherismus charakterisiert, kritisiert,[24] aber zunehmend auch anerkannt.[25] Dabei würde auf die direkte Vertretung deutscher Interessen weitgehend verzichtet und auf multilaterale Institutionen Einfluss genommen werden. Zu den wichtigsten Institutionen seiner Amtszeit zählten die Europäische Gemeinschaft, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und der Helsinki-Prozess.[26] Bis zuletzt sprach er sich für eine Zusammenarbeit mit Russland aus,[27] zeigte sich skeptisch gegenüber den gegen Russland verhängten Sanktionen und befürwortete eine Wiederbelebung des NATO-Russland-Rats.[28]

In einem Interview des Spiegels 2013 nannte Genscher als Ehrenvorsitzender der FDP seine Partei als „schuldig“ für Wahlniederlagen und forderte mehr Einfühlungsvermögen, leidenschaftliche Debatten und den Abschied von einer „Ein-Thema-Partei“. Er habe nicht die „thematische Verengung auf Steuersenkungen gutgeheißen“, sondern frühzeitig davor gewarnt. Ebenso kritisierte er die Zweitstimmenkampagne der FDP als „unwürdig“. Klassischer Neoliberalismus müsse – so Genscher – soziale Verantwortung einschließen, die FDP müsse wieder Partei der fortschrittlichen Mitte werden. Zudem sprach er sich für eine programmatische und personelle Erneuerung aus und warb für Christian Lindner,[29] den heutigen Bundesvorsitzenden der Partei.

Im Juli 1992 veröffentlichte der Spiegel eine Meldung, wonach das MfS eine Akte über Genscher geführt habe, in der er als IM bezeichnet wurde, obwohl er keine Kontakte zur Staatssicherheit hatte. Die Akte soll – so laut ehemaligen Mitarbeitern der Stasi – unter Nutzung von Daten aus dem Lebenslauf eines DDR-Bürgers angelegt worden sein, um ihn, der auch während seiner Partei- und Ministerkarriere regelmäßig privat in die DDR reiste, mittels einer Desinformationskampagne gegebenenfalls politisch unter Druck setzen zu können. Die gefälschte Akte soll Anfang der 1980er Jahre vernichtet worden sein.[30]

Genscher sowie dem ihm unterstehenden Auswärtigen Amt wurde vorgeworfen, zu wenig getan zu haben, um den Mord an Elisabeth Käsemann 1977 durch die argentinische Militärjunta zu verhindern. Schätzungen zufolge teilten rund 100 weitere Deutsche und Deutschstämmige dieses Schicksal in Argentinien.[31]

Hans-Dietrich-Genscher-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1995 verleiht die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. alle zwei Jahre den Hans-Dietrich-Genscher-Preis an Menschen, die sich in der Notfallrettung oder der Rettungsmedizin besonders verdient gemacht haben. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert. Der Preis trägt Genschers Namen, weil der Politiker in seiner Zeit als Bundesinnenminister maßgeblich dafür eingetreten war, dass heute in Deutschland über 30 Rettungshubschrauber im Einsatz sind.[32]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seine Denkweise beruhte auf dem Harmel-Bericht von 1967, „der bei militärischer Stärke und der gleichzeitigen Bereitschaft zu Verhandlungen die Entspannung zwischen Ost und West befördern wollte“.[33]
  • Genscher 2014: der gelbe Pullunder
    Wie kaum ein anderer Politiker wird Genscher mit einem Kleidungsstück – dem gelben Pullunder – in Verbindung gebracht. Mehrfach wurde eines dieser „Markenzeichen“ zu wohltätigen Zwecken versteigert.[34]
  • Auch seine charakteristischen abstehenden Ohren wurden häufig mit Verbindung eines Elefanten – symbolisierend für seine Geduld [35] – Element von Karikaturen und werden mit ihm in Verbindung gebracht.[36] Spekulationen, er habe sich seine Ohren anlegen lassen, verneinte er jedoch.[37] Genscher selbst ging souverän mit dieser Art Karikaturen um: auf einer Toilette seines Privathauses hängt eine Auswahl als gerahmte Kopien an den gekachelten Wänden.[38]
  • Der vom Satire-Magazin Titanic auf dem Titelblatt September 1989[39] geprägte Spitzname „Genschman“ fand Eingang in die Umgangssprache. Daraufhin erschien der gleichnamige Comic von Achim Greser, Christian Schmidt und Hans Zippert.[40]
  • Auf Grund seines Beitrags zur Unabhängigkeit Namibias wurde bereits zu Lebzeiten im Stadtteil Katutura der Hauptstadt Windhoek eine Straße nach Genscher benannt. In der kroatischen Hafenstadt Trogir gibt es die „Kohl-Genscher-Straße“ (Ulica Kohl Genscher), mit deren Benennung die Verdienste von Genscher und Helmut Kohl um die kroatische Unabhängigkeit gewürdigt werden sollen.[41] Auch in Deutschland wurde Genscher noch zu Lebzeiten mit Straßenbenennungen gewürdigt: Im Gewerbepark Star Park in Queis (unweit seines Geburtsortes Reideburg) gibt es eine Hans-Dietrich-Genscher-Straße; ebenso in Loddin auf Usedom.
  • Seine häufigen beruflichen Auslandsreisen als Bundesaußenminister wurden auch in Form von Witzen geäußert, wie z. B.: „Treffen sich zwei Flugzeuge. In beiden sitzt Genscher.[42] Das Verb genschern wurde zum geflügelten Wort im Doppelkopf aufgrund der Tatsache, dass er mit seiner Partei seinen (Koalitions)-Partner in der sogenannten Wende wechselte.[43]

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Genscher-Haus, seinem Geburtshaus in Halle-Reideburg, wurde 2012 eine Dauerausstellung u. a. zu Teilung und Einheit Deutschlands eröffnet. 2013 wurde das Haus von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit als Begegnungsstätte Deutsche Einheit benannt.

Korrespondenzen und Sachakten aus Genschers Tätigkeit für die FDP liegen im Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach.

Kabinette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans-Dietrich Genscher war Mitglied der Bundesregierungen unter Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut Kohl.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (Mitarbeit): Der öffentliche Dienst am Scheideweg. Godesberger Taschenbuch-Verlag, Bonn-Bad Godesberg 1972, ISBN 3-17-109041-4.
  • Bundestagsreden. AZ-Studio, Bonn 1972.
  • (Mitarbeit): Bildungsreform. Bilanz und Prognose. Godesberger Taschenbuch-Verlag, Bonn-Bad Godesberg 1973, ISBN 3-87999-000-X.
  • (Mitarbeit): Öffentlicher Dienst und Gesellschaft, eine Leistungsbilanz. Godesberger Taschenbuch-Verlag, Bonn-Bad Godesberg 1974, ISBN 3-87999-004-2.
  • (Mitarbeit): Prominente in der Umweltdiskussion. Beiträge zum III. Internationalen WWF-Kongress. Schmidt, Berlin 1974, ISBN 3-503-01152-8
  • (Hrsg.): Liberale in der Verantwortung. Hanser, München/Wien 1976, ISBN 3-446-12288-5.
  • Aussenpolitik im Dienste von Sicherheit und Freiheit. Verlag Bonn Aktuell, Stuttgart 1976, ISBN 3-87959-055-9.
  • Deutsche Aussenpolitik. Verlag Bonn Aktuell, Stuttgart 1977, ISBN 3-87959-078-8.
  • Deutsche Aussenpolitik. Ausgewählte Grundsatzreden 1975–1980. Verlag Bonn Aktuell, Stuttgart 1981, ISBN 3-87959-159-8; überarbeitete und wesentlich erweiterte Neuausgabe: Deutsche Aussenpolitik. Ausgewählte Aufsätze 1974–1984. ebd. 1985, ISBN 3-87959-238-1.
  • (Hrsg.): Heiterkeit und Härte. Walter Scheel in seinen Reden und im Urteil von Zeitgenossen. Festschrift zum 65. Geburtstag. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1984, ISBN 3-421-06218-8.
  • (Hrsg.): Nach vorn gedacht … Perspektiven deutscher Aussenpolitik. Bonn Aktuell, Stuttgart 1987, ISBN 3-87959-290-X.
  • Zukunftsverantwortung. Reden. Buchverlag Der Morgen, Berlin 1990, ISBN 3-371-00312-4.
  • Unterwegs zur Einheit. Reden und Dokumente aus bewegter Zeit. Siedler, Berlin 1991, ISBN 3-88680-408-9.
  • Wir wollen ein europäisches Deutschland. Siedler, Berlin 1991, Goldmann 1992 ISBN 3-442-12839-0.
  • Politik aus erster Hand. Kolumnen des Bundesaußenministers a. D. Hans-Dietrich Genscher in der Nordsee-Zeitung Bremerhaven. Nordwestdeutsche Verlags-Gesellschaft, Bremerhaven 1992, ISBN 3-927857-36-X.
  • Kommentare. ECON-Taschenbuch-Verlag, Düsseldorf/Wien 1994, ISBN 3-612-26185-1.
  • Erinnerungen. Siedler, Berlin 1995, ISBN 3-88680-453-4; Goldmann, München 1997, ISBN 3-442-12759-9.
  • Sternstunde der Deutschen. Hans-Dietrich Genscher im Gespräch mit Ulrich Wickert. Mit sechs Beiträgen. Hohenheim, Stuttgart/Leipzig 2000, ISBN 3-89850-011-X.
  • mit Ulrich Frank-Planitz (Hrsg.): Nur ein Ortswechsel? Eine Zwischenbilanz der Berliner Republik. Zum 70. Geburtstag von Arnulf Baring. Hohenheim, Stuttgart/Leipzig 2000, ISBN 3-89850-074-8.
  • Die Chance der Deutschen. Ein Gesprächsbuch. Hans-Dietrich Genscher im Gespräch mit Guido Knopp. Pendo, München 2008, ISBN 978-3-86612-190-4.
  • Die Rolle Europas im Kontext der Globalisierung, in: Caroline Y. Robertson-von Trotha (Hrsg.): Herausforderung Demokratie. Demokratisch, parlamentarisch, gut? (= Kulturwissenschaft interdisziplinär/Interdisciplinary Studies on Culture and Society, Bd. 6), Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-5816-9.
  • Zündfunke aus Prag. Wie 1989 der Mut zur Freiheit die Geschichte veränderte, mit Karel Vodička. dtv, München 2014, ISBN 978-3-423-28047-1.
  • Meine Sicht der Dinge. Im Gespräch mit Hans-Dieter Heumann. Propyläen, Berlin, 2015, ISBN 978-3-549-07464-0.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hans-Dietrich Genscher – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Früherer Außenminister Genscher ist tot. In: welt.de. Die Welt, 1. April 2016, abgerufen am 1. April 2016.
  2. Zum Tod von Hans-Dietrich Genscher: „Wir sind ihm alle unglaublich dankbar“. Holger Zastrow im Gespräch mit Ann-Kathrin Büüsker. In: deutschlandfunk.de. Deutschlandfunk, 1. April 2016, abgerufen 2. April 2016.
  3. Ehemaliger deutscher Aussenminister Hans-Dietrich Genscher ist gestorben. In: nzz.ch. Neue Zürcher Zeitung, 1. April 2016, abgerufen am 2. April 2016.
  4. Hans-Dieter Lucas (Hrsg.): Genscher, Deutschland und Europa. Nomos, Baden-Baden 2002, ISBN 3-7890-7816-6, S. 25.
  5. Hanns-Bruno Kammertöns, Stephan Lebert: Hans-Dietrich Genscher: „Es war schwierig, ein normales Leben zu führen“. In: ZEITmagazin. Nr. 20, 12. Mai 2011.
  6. Malte Herwig: Moralische Katastrophe, Süddeutsche Zeitung, 23. Dezember 2011. Zitat: „während auf der Karteikarte 1944 steht“
  7. Zeitgeschichte: Von Grass bis Genscher – Wer noch in der NSDAP war. Die Welt, 1. Juli 2007
  8. Ulrich Herbert, Universität Freiburg, Darmstädter Echo, Samstag, 13. Juni 2015, S. 5
  9. Arnd Krüger: Sport und Politik. Vom Turnvater Jahn zum Staatsamateur. Fackelträger, Hannover 1975, ISBN 3-7716-2087-2.
  10. „Er hat mich richtig zur Brust genommen“. In: Zeitmagazin, Nr. 42/2014, 29. Oktober 2014, abgerufen am 22. März 2016 (Interview).
  11. Joachim Scholtyseck: Die FDP in der Wende. In: Historisch-Politische Mitteilungen. 19, 2013, ISSN 0943-691X, S. 197–220, S. 201f (PDF; 71,7 KB).
  12. a b genscher.de (PDF).
  13. bmt-law.de
  14. Lufthansa: Genscher soll Tarifstreit schlichten. In: Spiegel Online, 23. Mai 2001.
  15. Kuratorium von A Soul for Europe. Stiftung Zukunft Berlin.
  16. spiegel.de
  17. dgvn.de
  18.  Johannes C. Bockenheimer: Bill Clinton, der Absahner. In: Handelsblatt. Nr. 119, 25. Juni 2013, ISSN 0017-7296, S. 10.
  19. -kna-: „Als Christ bin ich vorbereitet“ – Genscher zu Fragen der Religion und des Lebens auf der Website von Domradio; abgerufen am 3. April 2016
  20. Ex-Außenminister Genscher in In- und Ausland gewürdigt. In: wz.de. Westdeutsche Zeitung, 2. April 2016, abgerufen am 2. April 2016.
  21. BMI: Pressemitteilung vom 5. April 2016
  22. General-Anzeiger Bonn: Abschied von Hans-Dietrich Genscher: Erinnerungen an einen Großen, abgerufen am 18. April 2016.
  23. knerger.de: Das Grab von Hans-Dietrich Genscher
  24. Richard Herzinger: Deutschland erlebt die Rückkehr des Genscherismus, Welt Online vom 4. Dezember 2014, abgerufen am 1. April 2016
  25. Peter Carstens: Genscherismus – Ausgleichende Vermittlung, faz.net vom 22. Dezember 2013, abgerufen am 1. April 2016
  26. Harold James: Geschichte Europas im 20. Jahrhundert. Fall und Aufstieg 1914–2001. München 2004, ISBN 3-406-51618-1, S. 402.
  27. Putin ist unser Partner, tagesspiegel.de vom 18. Dezember 2012, abgerufen am 10. April 2016
  28. Genscher fordert Neuanfang mit Putin, süddeutsche.de vom 20. August 2015, abgerufen am 10. April 2016
  29. Es kam, wie es kommen musste, DER SPIEGEL 41/2013 vom 7. Oktober 2013, online im Archiv von Spiegel Online
  30.  Genscher alias Tulpe. In: Der Spiegel. Nr. 29, 1992 (online).
  31. Warum rettete Genscher deutsche Studentin nicht? In: welt.de. Die Welt, 5. Juni 2014, abgerufen am 1. April 2016.
  32. Johanniter-Unfall-Hilfe: Hans-Dietrich-Genscher-Preis
  33. Richard Kiessler: Er spürte den Wind der Veränderung und nutzte ihn für die deutsche Einheit. In: Hamburger Abendblatt, 2./3. April 2016, S. 2–3. Abgerufen am 2. April 2016.
  34. Versteigerung – Rekordsumme für Genschers gelben Pulli. Abgerufen am 6. April 2011.
  35. Courage-Preis für Genscher, NOZ.de vom 19. September 2000, abgerufen am 10. April 2016
  36. Er selbst bei Markus Lanz am 30. Mai 2012.
  37. Genscher weist Vermutungen zurück – Genscher legt die Ohren an. In: RP-online, 10. März 2002, abgerufen am 1. April 2016.
  38. TV-Kindersendung Willis VIPs (Folge Wie kalt war der Kalte Krieg? Hans-Dietrich Genscher) von Willi Weitzel; Bayerischer Rundfunk 2006; erneut gesendet am 2. April 2016 um 10:10 h in der ARD.
  39. Hans-Dietrich Genscher als Comic-Held: Als Genschman die Welt rettete, Spiegel Online vom 1. April 2016, abgerufen am 2. April 2016
  40. "Titanic"-Autor zum Superhelden Genschman – Er wird weiter Schurken jagen. Hans Zippert im Gespräch mit Christine Watty. In: Deutschlandradio Kultur vom 1. April 2016, abgerufen am 2. April 2016.
  41. Kroatiens zehn Top-Sehenswürdigkeiten - Trogir: Die Altstadt-Insel, Focus.de, abgerufen am 10. April 2016
  42. Genschers Geburtstagssause: Retro-Party mit gelben Pullundern, Spiegel Online vom 22. März 2013, abgerufen am 2. April 2016
  43. Der Genscherismus wird fehlen, Jürgen Trittin in zeit.online vom 2. April 2016, abgerufen am 10. April 2016
  44. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 25, Nr. 43, 9. März 1973.
  45. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  46. Pressemitteilung zur Verleihung (Memento vom 23. Oktober 2014 im Internet Archive), abgerufen am 20. November 2010 (tschechisch)
  47. Mitteilung zur Ordensverleihung (lettisch; PDF; 3,2 MB)
  48. president.ee
  49. Mercator-Professur 2009: Dr. Peter Scholl-Latour. Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen, 6. November 2009.
  50. Ex-Außenminister Genscher erhält Apollonia-Preis. WAZ.de.
  51. Europaschulpreisträger Genscher betont die Bedeutung der Jugend für das Zusammenwachsen Europas. Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland, abgerufen am 22. Oktober 2012.
  52. Annette Bauer: Hans-Dietrich Genscher erhält Viadrina-Preis. idw Informationsdienst Wissenschaft, 4. Februar 2013, abgerufen am 5. Februar 2012.