Diaplektisches Glas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Diaplektisches Glas bildet sich, wenn die Gitterstruktur eines Kristalls durch extreme Drücke in Form von Schockwellen zerstört wird, ohne dass eine flüssige Phase durchlaufen wird.

Derartige Schockwellen können z. B. bei einem sehr großen Meteoriteneinschlag entstehen. Aber auch unterirdische Atombombenversuche können Diaplektisches Glas erzeugen (siehe auch: Metamorphose (Geologie)). Dieses Verhalten steht im Gegensatz zur Entstehung von herkömmlichem Glas, das erschmolzen wird. Als Resultat ergibt sich ebenfalls ein amorpher Körper, der jedoch nicht durch Schmelzen und Erstarrung entstanden ist.

Diaplektische Gläser können zum Beispiel in der Umgebung von Meteoritenkratern wie dem Nördlinger Ries gefunden werden, wo vor etwa 15 Millionen Jahren ein extraterrestrischer Körper einschlug. Sie gelten als eine besondere Art der Impaktgläser, die aus einer Stoßwellen-Metamorphose hervorgehen,[1] werden von diesen und den Tektiten aber unterschieden. Die anderen Impaktschmelzgläser entstehen zwar auch bei großen Einschlägen, sind aber durch Aufschmelzen und schnelles Abkühlen von Gesteinsmaterial wie herkömmliche Gesteinsgläser entstanden.

Diaplektisches Glas kann z.B. aus Quarzkristallen oder Feldspäten entstehen – dies sind Maskelynite.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roland Vinx:Gesteinsbestimmung im Gelände. München (Elesevier) 2005, S. 33

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfhard Wimmenauer: Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine. Enke, Stuttgart 1985, ISBN 3-432-94671-6