Impaktglas

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Libysches Wüstenglas, ein Impaktglas
Flädle aus dem Suevit im Nördlinger Ries

Als Impaktglas bezeichnet man ein natürliches Glas, das beim Einschlag („Impakt“) eines großen Meteoriten gebildet wird. Durch den Einschlag wird Gestein am Ort des Einschlags aufgeschmolzen. Diese Schmelze erstarrt danach zu einem natürlichen Glas.

Impaktgläser sind aus vielen irdischen Meteoritenkratern bekannt, wo sie unregelmäßig verteilt im jeweiligen Krater oder in dessen näherer Umgebung gefunden werden. In Impaktgläsern können häufig auch Spuren des Impaktors, sowie Einschlüsse von Hochdruckmineralen wie Coesit nachgewiesen werden. Dadurch unterscheiden sie sich von den Tektiten: Diese Gläser, die ebenfalls beim Einschlag großer Meteoriten entstehen, werden bis zu einige hundert Kilometer vom Einschlagsort weggeschleudert, sind weitgehend frei von Einschlüssen, und konnten nur bei einigen wenigen Kratern nachgewiesen werden.

Bei einem Meteoriteneinschlag können auch diaplektische Gläser gebildet werden. Im Gegensatz zu den Impaktgläsern entstehen diese aber nicht durch Aufschmelzen des Muttergesteins, sondern durch die Einwirkung der vom Einschlag ausgehenden Schockwelle.

Bekannte Vertreter der Impaktgläser sind das Libysche Wüstenglas oder die als „Flädle“ bezeichneten Glasbomben, die im Suevit des Nördlinger Ries eingelagert sind.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Vinx: Gesteinsbestimmung im Gelände. München (Elsevier) 2005 ISBN 3-8274-1513-6
  • Johannes Baier: Zur Herkunft und Bedeutung der Ries-Auswurfprodukte für den Impakt-Mechanismus. In: Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins. 91, 2009, S. 9–29, doi:10.1127/jmogv/91/2009/9.