Didier Ratsiraka

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Didier Ratsiraka (* 4. November 1936 in Vatomandry) war von 1975 bis 1993 und von 1997 bis 2002 Präsident von Madagaskar.

Biografie[Bearbeiten]

Ratsiraka war von 1972 bis 1975 Außenminister unter Gabriel Ramanantsoa. Auch als „Roter Admiral“ bekannt, kam er 1975 durch einen Putsch an die Macht, errichtete im darauffolgenden Jahr eine sozialistische Regierung und gründete die Partei Vorhut der Madagassischen Revolution (FNDR). Im Jahre 1989 änderte er den Namen seiner Partei in Andry sy Rihana Enti-Manavotra an'i Madagasikara (AREMA; Säule und Fundament für das Heil Madagaskars). Als er in den Wahlen 1993 gegen Albert Zafy verlor, endete seine autokratische Regierung. Zafy wurde 1996 des Amtes enthoben und Ratsiraka erreichte sein politisches Comeback im Frühjahr 1997, als er die Präsidentschaftswahlen für AREMA gegen Zafy und Premierminister Norbert Ratsirahonana gewann.

Zu den Wahlen 2001 war er aber immer unbeliebter geworden und verlor sehr knapp gegen Marc Ravalomanana. Eine Stichwahl sollte endgültig entscheiden, wurde aber abgesagt, da Ravalomanana nachweisen konnte, dass er über 50 % der Stimmen erhalten hatte. Ratsiraka wollte seine Niederlage trotzdem nicht anerkennen. Gegen Ende Februar hatte Ravalomanana die Kontrolle über die Hauptstadt Antananarivo, die schon immer seine Basis war, aber Ratsiraka kontrollierte den Großteil der Provinzen. Innerhalb weniger Monate hatte jedoch Ravalomanana die Oberhand in einem Kampf gewonnen und nachdem Ratsiraka die Unterstützung in vielen Provinzen verlor, floh er am 5. Juli aus dem Land. Ratsiraka lebt heute im französischen Exil in Neuilly-sur-Seine bei Paris.

Ratsiraka kehrte am 24. November 2011 erstmals aus seinem Exil nach Madagaskar zurück, um „gemeinsam an einer Lösung der Krise zu arbeiten“.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Madagassischer Ex-Präsident kehrt aus Exil zurück; AFP-Meldung vom 24. November 2011.