Die Füchsin: Dunkle Fährte

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Folge der Reihe Die Füchsin
TitelDunkle Fährte
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Odeon TV
Länge90 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
EinordnungFolge 1 (Liste)
Erstausstrahlung17. Dezember 2015 auf Das Erste
Stab
RegieSamira Radsi
DrehbuchRalf Kinder
nach einer Idee von Tim Krause
ProduktionAndrea Jedele
MusikDürbeck & Dohmen
KameraFrank Küpper
SchnittDora Vajda
Besetzung
Chronologie

Nachfolger →
Spur auf der Halde

Dunkle Fährte ist ein deutscher Fernsehfilm von Samira Radsi aus dem Jahr 2015. Es handelt sich um die erste Folge der ARD-Krimireihe Die Füchsin mit Lina Wendel und Karim Chérif in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anne Marie Fuchs stammt aus der DDR und trägt noch immer schwer an ihren Erinnerungen aus dieser Zeit. Sie hatte als Agentin für das MfS gearbeitet und dachte eigentlich, damit abgeschlossen zu haben – so gut das eben ging. Nun erhält sie von ihrem ehemaligen Kollegen und einstigen Ausbilder Olaf Ruhleben das Angebot, in seiner Sicherheitsfirma zu arbeiten. Obwohl sie eine feste Anstellung gut gebrauchen könnte, schlägt sie das Angebot aus.

Als eines Tages ihre Kaffeemaschine kaputt geht, an der sie sehr hängt, will sie das Teil reparieren lassen. Simone Papst, die Inhaberin eines Cafés, in dem sie sich ab und zu einfindet, empfiehlt ihr ihren Ehemann Youssef, der angeblich alles reparieren kann. Der gebürtige Araber möchte Anne am liebsten gleich ein neues Gerät verkaufen, da er von solchem Handel lebt. In seinem Laden wird Anne Zeugin eines Gesprächs, und sie erfährt, dass Simone sich um ihren Bruder Sorgen macht. Dessen bester Freund Marc wurde tot aufgefunden, er selbst ist spurlos verschwunden. Anne bietet ihre Hilfe an, Sebastian Papst zu finden, wenn sie als Gegenleistung dafür eine neue Kaffeemaschine erhält. Simone ist dies recht, und Anne schlägt vor, die Suche bei Sebastians Freundin zu beginnen. Youssef begleitet sie und fährt sie zum Haus, wo Sebastians Freundin zusammen mit anderen Hausbesetzern wohnt. Dort erhält sie einen Hinweis auf einen Mann, der Sebastian am Vortag kontaktiert hatte. Mit einigen Tricks kann sie die Identität dieses Mannes herausfinden. Es handelt sich um Alexander Groß, Mitarbeiter einer Securityfirma.

Zunächst deutet alles daraufhin, dass Groß sich über Marc Zugang in die Gruppe der Hausbesetzer verschaffen wollte. Um das sicher herauszufinden, bittet Anne ihren ständigen Begleiter Youssef, jemanden zu besorgen, der sich mit Computern gut auskennt und sich in den E-Mail-Account von Alexander Groß hacken kann. Kurzerhand rekrutiert er seine Nichte Saida, der das binnen zehn Minuten gelingt. Nun ist sich Fuchs sicher, dass Marc sich hatte kaufen lassen und in dem besetzten Haus Drogen versteckt hat, die die Polizei bei einer Razzia finden soll, womit der Besitzer eine Handhabe hätte, das Haus räumen zu lassen.

Doch wie es aussieht, war das nicht der einzige Job, für den sich Alexander Groß hatte einspannen lassen. Anne geht einen Schritt weiter und plant, in Sebastians Elternhaus eine Wanze zu platzieren. Da Youssef der Schwiegersohn der recht wohlhabenden Papst ist, gibt es keine Probleme, in dem Haus, das auffallend üppig mit Überwachungsanlagen geschützt ist, empfangen zu werden. Doch es schlägt den beiden eine übertriebene Reserviertheit der Bewohner entgegen. Als Youssef dann auch noch Anne als Privatdetektivin vorstellt, ist es mit der Freundlichkeit vorbei. Reinhard Papst erklärt, dass sie das nicht wünschen und es nicht nötig wäre, Sebastian zu suchen, weil er sie bereits angerufen hätte. Er sei ins Ausland geflüchtet, weil er seinen Freund im Streit und unter Alkoholeinfluss getötet hätte. Bevor Anne und Youssef den Rückzug antreten, können sie unbemerkt die Wanze im Wohnzimmer platzieren und auch in Erfahrung bringen, dass die üppige Sicherungsanlage von der Securityfirma eingebaut worden war, bei der Alexander Groß Teilhaber ist.

Durch einen Trick sichert sich Anne die Aufmerksamkeit der Polizei, da sie über Youssef glauben machen kann, dass Familie Papst wüsste, wo sich ihr Sohn aufhält und ihm über Anne Geld zum Leben zukommen lassen würde. So ist sie sich sicher, dass der ermittelnde Kommissar Eisner sie überwachen wird, und begibt sich mit Youssef noch einmal zu dessen Schwiegereltern. Anhand des seltsamen Verhaltens und auch dem Gebaren des angeblichen Zimmermädchens Justina ist Anne sich sicher, dass die Familie überwacht wird und Ingo Bethke, der Mitinhaber der Securityfirma, dahinter steckt. Durch die Wanze konnte Anne ein Telefonat mitverfolgen, in dem Reinhard Papst von seiner Bank fünf Millionen Euro zu sich nach Hause angefordert hatte. Anne ist klar, dass Sebastian entführt und sein Freund getötet wurde. Da sie das alles Sebastians Eltern so erzählt, schaltet sich nun tatsächlich Bethke per Telefon ein. Er fordert, dass Anne ihm das Lösegeld überbringen soll und dass seine Komplizin Justina sie dabei begleitet. In Bethkes Firma angekommen, erfolgt der Zugriff des SEK, was Anne sich auch so vorgestellt hatte. Bethke schweigt allerdings über den Aufenthaltsort von Sebastian. Diesen kann Anne unter Mithilfe von Saida ermitteln, die kurzerhand Bethkes Überwachungskameras anzapft und so das Versteck entdecken kann. Kommissar Eisner spricht Anne daraufhin seine Anerkennung über ihr Ermittlungsgeschick aus, ermahnt sie allerdings auch, zukünftig solche Arbeit der Polizei zu überlassen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anne Maria Fuchs berichtet ihren Auftraggebern über ihre Vergangenheit. Sie hatte sich von MfS 1983 als „Kundschafter des Friedens“ anlernen lassen, weil sie meinte aktiv etwas für den Frieden tun zu wollen und dem NATO-Doppelbeschluss und seinen Auswirkungen entgegen zutreten. Nachdem sie ihre Arbeit nicht so verrichten konnte, wie sie sich das gedacht hatte, stieg sie nach wenigen Jahren aus und ließ sich von der BRD freikaufen.

In Rückblenden wird angedeutet, dass das MfS sie schikanierte, als sie bekannt gab dort auszusteigen. Um sie zum Umdenken zu bewegen hatte man sogar ihren kleinen Sohn entführt, was sie bis heute nicht verwunden hat, und sie versucht die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft zu ziehen.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Die Füchsin – Dunkle Fährte am Donnerstag, 17. Dezember 2015 um 20:15 Uhr im Ersten erreichte 4,30 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 13,8 Prozent.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Gehringer von tittelbach.tv meinte: Man sollte „es dem Film nachsehen, dass es in dem ziemlich konventionellen Fall […] an Logik und Spannung hapert,“ denn das „unaufgeregte, nuancenreiche Spiel [der] strengen ‚Füchsin‘, die weibliche Reize eher versteckt und nur ganz gezielt einsetzt, ist […] eine Klasse für sich.“ Allerdings wird „das Düsseldorfer Rhein-Panorama […] in verschiedenen Variationen derart häufig bemüht, als habe der städtische Verkehrsverein seine Finger im Spiel gehabt.“[1]

Die Frankfurter Neue Presse schrieb: „‚Die Füchsin – Dunkle Fährte’ hat einen klaren Pluspunkt: Lina Wendel, die ihrer verhärmten Agentin mit zurückhaltenden Gesten und sparsamer Mimik auf feine Art eine gewisse Undurchdringlichkeit verleihen kann.“ Ansonsten ist die Handlung selber „zusammenkonstruiert“ und „gelegentlich versucht sich der Dialog in Pointen, die ähnlich mühsam zusammengeschustert sind wie der ganze Rest“, dem Film etwas Witziges zu verleihen.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Thomas Gehringer: Lina Wendel, Karim Cherif, Samira Radsi. Ein Mal Agentin, immer Agentin?! Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 2. März 2017.
  2. "Die Füchsin": Schwacher Auftakt bei fnp.de, abgerufen am 3. März 2017.