Die Lügen der Sieger

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Filmdaten
OriginaltitelDie Lügen der Sieger
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2014
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieChristoph Hochhäusler
DrehbuchUlrich Peltzer
ProduktionBettina Brokemper
MusikBenedikt Schiefer
KameraReinhold Vorschneider
SchnittStefan Stabenow
Besetzung
Christoph Hochhäusler, Florian David Fitz und Lilith Stangenberg auf der Premiere von „Die Lügen der Sieger“, am 8. Juni 2015, in der Lichtburg Essen

Die Lügen der Sieger ist ein deutscher Spielfilm des Regisseurs Christoph Hochhäusler aus dem Jahr 2014. Er hatte am 8. Juni 2015 in Essen Premiere und lief am 18. Juni 2015 in den deutschen Kinos an. Der Titel bezieht sich auf einen Vers von Lawrence Ferlinghetti, in dem es heißt „Geschichte wird gemacht aus den Lügen der Sieger“.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fabian Groys ist erfolgreicher Enthüllungsjournalist bei dem (fiktiven) Berliner Nachrichtenmagazin Die Woche und zudem spielsüchtig. Sein Chef teilt ihm die neue Praktikantin Nadja zu. Um sie zu beschäftigen, setzt Groys sie auf den Fall eines Mannes an, der sich in ein Löwengehege gestürzt hat und dort ums Leben gekommen ist. Sie findet heraus, dass der Mann bei der Entsorgungsfirma Kuros gearbeitet hat und dort giftigen Substanzen ausgesetzt gewesen war. Als Groys und Nadja im Ruhrgebiet recherchieren, finden sie heraus, dass der Arbeiter nach und nach sein Gedächtnis verloren hatte. Auch ein anderer Mitarbeiter der Schmelze des Unternehmens hatte gesundheitliche Probleme.

Eine Berliner PR-Agentur hat von der TT-Holding – die Muttergesellschaft von Kuros – den Auftrag erhalten, die bundesdeutsche Gesetzgebung so zu beeinflussen, dass bestimmte giftige Stoffe weniger restriktiv überwacht werden. Dazu sprechen sie mit dem zuständigen Minister Delbrück.

Groys und Nadja stellen bei ihren weiteren Arbeiten fest, dass die Kuros-Mitarbeiter zuvor für die Bundeswehr in Afghanistan gewesen sind. Sie sind jedoch dabei falschen Informationen aufgesessen, die ihnen die Agentur untergeschoben hat. Diese hat auch eine Schauspielerin engagiert, die die Freundin des zweiten Arbeiters gespielt hat. Außerdem hat die Agentur Groys Büro- und Privat-Rechner „gehackt“. Dennoch schreiben die beiden eine Story, die vom Chefredakteur als Titelstory ausgewählt wird.

Als Groys die Krankenakte eines betroffenen Arbeiters zugespielt wird und der Hacker der Agentur dies bemerkt, entschließen sich die Mitarbeiter der Agentur, dort anzusetzen, wo es richtig wehtut: bei Groys Diabetes. Sie hacken sein Blutzucker-Messgerät, sodass es falsche Werte anzeigt und er sich eine Überdosis Insulin spritzt.

Im Fernsehen wird die Abstimmung im Bundestag über die Risikostoffe gezeigt. In der Agentur werden die TT-Akten eingepackt und es wird mit Sekt angestoßen.

Inzwischen hat Groys herausgefunden, dass seine Story auf falschen Informationen beruht. Sein Chefredakteur lehnt es ab, dies öffentlich zu machen und beurlaubt Groys für zwei Wochen. Nadja hat derweil eine Stelle in Hamburg erhalten. Sie vermisst ihn bereits.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Höbel urteilte im Spiegel, Regisseur Hochhäusler interessiere sich nur minimal für die realistische Wiedergabe des Journalistenalltags, der Gangstergeschäfte und der Politikerumtriebe im Deutschland des Jahres 2015. „Die Lügen der Sieger“ sei der Film eines Fabulierers, nicht der eines Dokumentaristen. Abschließend lobte er „verblüffend schöne Bilder“ des Films.[2]

Als deutschen Polit-Thriller, der den Namen auch verdiene, beschrieb Oliver Kaever den Film für Spiegel Online. Hochhäusler verlasse mit ihm „endgültig den Hinterhof der Berliner Schule und sucht das breite Publikum“.[3]

Peter Körte bemängelte in der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass dem Film „trotz herausragender Bildsprache und analytischer Substanz“ die entscheidenden Emotionen fehlten.[4]

In der Zeit zeigte sich Katja Nicodemus begeistert von der Arbeit des Kameramanns Reinhold Vorschneider und über die „rhythmische Montage“ von Stefan Stabenow. Die beiden Hauptfiguren kritisierte sie hingegen als „Leerstellen“: „In ihrer stereotypen Anlage – cooler Profi, ehrgeiziger Hüpfer – entwickeln sie zu wenig Eigenwillen.“[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Die Lügen der Sieger. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Januar 2015 (PDF; Prüf­nummer: 149 525 K).
  2. Wolfgang Höbel: Berliner Gangsterschule. In: Der Spiegel, 25/2015, 16. Juni 2015, S. 132.
  3. Oliver Kaever: „Die Lügen der Sieger“: Der beste deutsche Polit-Thriller seit Jahren. In: Spiegel Online vom 17. Juni 2015, abgerufen am 9. Juli 2015
  4. Peter Körte: Was erzählen sie uns nicht? faz.net vom 17. Juni 2015, abgerufen am 9. Juli 2015
  5. Katja Nicodemus: Im Visier der Macht. In: Die Zeit, 25/2015 vom 18. Juni 2015 (Onlinefassung vom 18. Juni 2015, abgerufen am 9. Juli 2015)