Dieter Lattmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieter Lattmann (2006)

Dieter Lattmann (* 15. Februar 1926 in Potsdam) ist ein deutscher Schriftsteller und Politiker der SPD sowie Mitinitiator der Künstlersozialversicherung und Künstlersozialabgabe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieter Lattmann wurde als Sohn des Offiziers Hans Lattmann (1894–1980) geboren. Lattmanns Großvater war der völkische Politiker und Reichstagsabgeordnete Wilhelm Lattmann, zu seinen Onkeln zählte unter anderem der Offizier Martin Lattmann, eine der führenden Personen des Nationalkomitees Freies Deutschland. Dieter Lattmann wurde 1944 − in der Spätphase des Zweiten Weltkrieges − als Achtzehnjähriger zum Militärdienst eingezogen, jedoch bald wegen „Wehrkraftzersetzung“ degradiert.

Nach dem Krieg begann er zu schreiben, zunächst Zeitungsartikel. Von 1969 bis 1974 war er Mitbegründer und Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller, von 1972 bis 1980 Mitglied des Bundestages, wo er sich für die Künstlersozialversicherung einsetzte, für die SPD im Wahlkreis Kempten (Allgäu), von 1977 bis 1985 im Präsidium des Goethe-Institutes.

Dieter Lattmann tritt für die gewerkschaftliche Organisation von Schriftstellern ein und ist in der Friedensbewegung tätig. Die Einbindung der wirtschaftlichen Nutznießer von Dienstleistungen in die Altersvorsorgefinanzierung der rechtlich selbständigen Leistungserbringer (Künstler, Publizisten) durch die Künstlersozialabgabe geht maßgeblich auf Dieter Lattmann und Herbert Ehrenberg zurück.[1] Lattmanns literarische Werke sind vorzugsweise im Nachkriegsdeutschland angesiedelt. Seit 1967 ist er Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Dieter Lattmann lebt in München.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die gelenkige Generation, 1957.
  • Ein Mann mit Familie, 1962.
  • Mit einem deutschen Pass. Tagebuch einer Weltreise, 1964.
  • Zwischenrufe und andere Texte, 1967.
  • Schachpartie, 1968.
  • Die Einsamkeit des Politikers, 1977.
  • Die lieblose Republik - Aufzeichnungen aus Bonn am Rhein, 1981.
  • Die Brüder,1985.
  • Die verwerfliche Alte. Eine Geschichte aus unserer Zeit, 1991.
  • Jonas vor Potsdam, 1995.
  • Fernwanderweg, 2003.
  • Einigkeit der Einzelgänger, 2006.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Bleicher-Nagelsmann: Dieter Lattmann geb.1926. In: Vom Buchdruckerverband zur Einheitsgewerkschaft. 150 Jahre ver.di. Berlin 2016, S. 102–103.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Künstlersozialabgabe: Entstehung. kuenstlersozialabgabe.net. Abgerufen am 29. März 2017.