Diskussion:Sprachgebrauch in der DDR

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Initiativstrafe[Quelltext bearbeiten]

@Rote4132:@Rita2008: "Initiativstrafe von 1970" - das interessiert mich nun doch. Wo kann man das nachlesen? -- Glückauf! Markscheider Disk 11:32, 9. Mär. 2021 (CET)[Beantworten]

Zum Beispiel in diesem Büchelchen. Gruß,--Rote4132 (Diskussion) 13:11, 9. Mär. 2021 (CET)[Beantworten]
Das ist aber eine Quelle aus dem Jahr 2012 (Ich kenne es nicht, könnte ja sein, daß in dem Büchlein weitere Quellen aufgeführt sind). Mir persönlich ist der Begriff erst hier im Artikel untergekommen. -- Glückauf! Markscheider Disk 13:25, 9. Mär. 2021 (CET)[Beantworten]
Und ich kenne ihn seit meiner Lehrzeit, und die war 1977 bis 1980.--Rote4132 (Diskussion) 13:27, 9. Mär. 2021 (CET)[Beantworten]
Meine von 80-82. Und nu? -- Glückauf! Markscheider Disk 13:57, 9. Mär. 2021 (CET)[Beantworten]
Und welche Quelle besagt, dass es den Begriff nicht auch im Westen gab? Eigentlich ist es doch selten, dass Begriffe aus dem Osten in den Westen (hier Münster) gewandert sind, eher ist es umgekehrt. --Rita2008(Diskussion) 17:37, 9. Mär. 2021 (CET)[Beantworten]
Recht hat er ja, genaue Quellenlage einzufordern.
Dazu folgendes, ich habe da in den letzten Stunden meine Erinnerungen sortiert, gibt es wahrscheinlich nur eine Möglichkeit:
Eine der die Kabarettlandschaft in Ostdeutschland umstürzendste Kabarett-Aufführung in der Dresdner Herkuleskeule war "Bürger, schützt Eure Anlagen", Premiere 1980. In in dieser gibt es das "Lied von den Initiatiefen" - und in dem wurde 1980 die "Strafe für die Initiative" erstmals gebraucht.
Die in youtube - unter Verletzung des Urheberrechts, soweit erkennbar - eingestellte "weichgespülte" Fassung, zwar als "Veranstaltungsmitschnitt" deklariert, aber eben sechs Jahre viel später gegenüber der Urfassung aufgenommen - und vor handverlesenem Publikum aufgenommen: Eh nö.
Verehrte Kollegin: Bitte immer Christian Morgenstern dringend beachten: "Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf." (Die unmögliche Tatsache)
Gern noch als Service: in dem angegebenen Link ab Minute 10:54 --Rote4132 (Diskussion) 00:11, 10. Mär. 2021 (CET)[Beantworten]
Das will ich ja gern alles einsehen, aber macht die Verwendung in einem Kabarettprogramm zum Sprachgebrauch in der DDR? Da sind wir doch direkt bei der Jahresendflügelfigur. -- Glückauf! Markscheider Disk 07:34, 10. Mär. 2021 (CET)[Beantworten]
Die Jahresendflügelfigur ist ziemlich genau erforscht, Erfinder war der Satiriker Ernst Röhl, der dieses erstmals im EULENSPIEGEL (übrigens ein reichlich dürrer WP-Artikel dazu, bedenkt man, welche Reich- und Tragweite diese Zeitschrift hatte) verwendete. Seine Behauptung, er habe dies auf einem Berliner Weihnachtsmarkt gesehen, kann zwar nicht widerlegt werden (kann ja auch ein Pappschildchen eines Verkäufers in der Auslage gewesen sein, der da irgendwie ironisch reagierte), gleichwohl gibt es bis heute keinen Nachweis, dass er tatsächlich "offiziell" war. 2 * seriöse Literatur zum Thema (von 2007 und 2014) gibt es zu den Nachforschungen - und eine mehr oder minder offizielle Verwendung ist bis heute unbelegt; außer Geschwätz und Hörensagen gibt es außerhalb der Linie Röhl - EULENSPIEGEL - Sprachgebrauch nichts.
Anders hier: Die Verwendung kann belegt werden (ich habe das Textbuch von "Bürger, schützt Eure Anlagen" von Peter Ensikat und Wolfgang Schaller, das es sogar gedruckt(!) gab, leider "verschmissen", heißt, nach zahlreichen Umzügen schmort es wohl in einer der unausgepackten Umzugskisten) und das Programm wurde landauf-landab von Amateurkabaretts, teilweise nur in Auszügen, nachaufgeführt: Es waren die begehrtesten Programmtexte der 1980er-Jahre (heißt 1980 bis etwa 1985/1986).
Und Gisela Grube, die ja den Text auf die Bühne brachte, war eine derartige "Ausnahmeerscheinung" in der DDR-Kabarettlandschaft (ihre jahrelange künstlerische Leitung des katholischen(!) Kabaretts(!!) Die Dekanahtlosen - in der DDR (!!!), wohlgemerkt - vergaßen so ziemlich alle in ihren Nachrufen auf sie), die man sich heute kaum mehr vorstellen kann.--Rote4132 (Diskussion) 23:26, 12. Mär. 2021 (CET)[Beantworten]

Bärenvotze[Quelltext bearbeiten]

Wurde die Pelzmütze tatsächlich Bärenvotze genannt, bzw. so geschrieben? Müsste es nicht richtigerweise Bärenfotze heißen, oder waren die Begrüßungsgeldtouristen sogar dafür zu blöd? --2003:C1:671D:BA42:8C5B:6925:F3BC:DD36 11:56, 26. Jun. 2021 (CEST)[Beantworten]

Ja. Nein. Nein. -- Glückauf! Markscheider Disk 12:11, 26. Jun. 2021 (CEST)[Beantworten]
Die Pelzmütze wurde tatsächlich “Bärenfotze“ genannt. Allerdings wurde der Begriff wohl nur mündlich gebraucht. Geschrieben wird es natürlich mit “f“. Was sollen die Beleidigungen als “Begrüßungsgeldtouristen“ und zu blöd? (nicht signierter Beitrag von 2.247.249.209 (Diskussion) 13:07, 8. Jul. 2021 (CEST))[Beantworten]
Ja, aber auch BV, ausgesprochen BeVo. Damals habe ich mir um solche Details keine Gedanken gemacht, das war eben so. Evtl. gab es einen Bezug oder gewollten Anklang an Besonderes Vorkommnis, wurde ja auch - und hier offiziell als BV abgekürzt. -- Glückauf! Markscheider Disk 13:19, 8. Jul. 2021 (CEST)[Beantworten]
Kann die übliche Ausdrucksform „BeVo“ bestätigen, möglicherweise gleichzeitig anzügliche Anspielung auf einen Uniformhersteller BeVo für die Wehrmacht. Weiß ich auch nicht genau, wo das herkam, fiel mir aber früher schon auf. (nicht signierter Beitrag von LS (Diskussion | Beiträge) 18:53, 14. Jan. 2022 (CET))[Beantworten]
Und ich bestätige gern die Blödheit der IP 2003:C1:671D:BA42:8C5B:6925:F3BC:DD36 und setze sie "ins Quadrat". So sieht die deutsche Einheit im Jahr 32 aus: Nach Status der GeoIP ist sie im Raum Leipzig zu verorten. Und der Schreiberling ist demzufolge wohl selbst "Begrüßungsgeldtourist" gewesen.--Rote4132 (Diskussion) 23:11, 14. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]
PS: (Teil-)Löschung wegen Verstoß gegen WP:DISK? Grüße,--Rote4132 (Diskussion) 23:11, 14. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]

sorbisch[Quelltext bearbeiten]

Ich weiß nicht, ob das Bescherkind als ursprünglich sorbische Bezeichnung hierher gehört, da ja nur regional gebräuchlich. --Rita2008 (Diskussion) 19:17, 16. Dez. 2021 (CET)[Beantworten]

„Bescherkind“ ist kein DDR-spezifisches Wort, d. h. es ist weder zu DDR-Zeiten entstanden, noch hat es seine Bedeutung erst in dieser Zeit erhalten.
„Bescherkind“ ist ein nur regional bekanntes Wort, vergleichbar z. B. mit dem halleschenkleechen“.
Mit einem wikigerechten Beleg, wonach „Bescherkind“ in Lexik und Stilistik ausschließlich oder besonders in der DDR dort als ein Begriff der Alltagssprache üblich oder als staatlich definiert bzw. mittels subtilem Anpassungsdruck („Empfehlungen“) bis 1990 gebräuchlich war, kann „Bescherkind“ wieder in die Liste.--Gloser (Diskussion) 19:49, 16. Dez. 2021 (CET)[Beantworten]

DDR-Sprachgebrauch[Quelltext bearbeiten]

Da sind aber reichlich Sachen dabei, die kein besonderer DDR Sprachgebrauch sind. z.B.: "Wendehals", "schau", "Pappe" für Führerschein, "Vitamin-B2" für Beziehung (das hab ich sogar mal rausgenommen) sind alles Dinge, die auch in der Vorwende-BRD in der gleichen Bedeutung verwendet wurden. --192.166.198.53 01:06, 12. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]

Wohnraumlenkung[Quelltext bearbeiten]

Zunächst setze ich die erneute Revertierung von Kollegen Benutzer:Gloser erneut zurück. Ihm ist offensichtlich entgangen, dass meine Bearbeitung auch weitere "DDR-Begriffe" betrifft.

Sachlich zu Wohnraumlenkung: Der Kollege meint, das "Wohnraumlenkung" kein DDR-typischer Begriff im Sinne des Artikels sei, dies ja auch seit 1937 praktiziert werde und in den "AlBuLä" ja auch bekannt sei.

Dem ist folgendes entgegenzuhalten:

  • "Wohnraumlenkung" - oder korrekt: "Staatliche Wohnraumlenkung" - beherrschte das Leben sämtlicher DDR-Bürger vom Beginn ihres Lebens (als Baby gewährte es seinen Eltern einen besonderen Anspruch) und selbst die "Wessis", die 1990/1991 (zum Teil auch noch 1992) eine Wohnung erhalten wollten, hatten diese der "staatlichen Wohnraumlenkung" (nach 1990 etwas "demokratisierte Begriffe") für die "Abteilungen" bei den "Räten der Kreise und Gemeinden" "zu verdanken".
  • "Seit 1937" - jein. Die "Wohnraumlenkung" - besser: "staatliche Wohnraumlenkung" - betraf nicht mehr allgemein "Mietverhältnisse", sondern regelte in der DDR auch (unter dem Deckmantel der Weitergeltung von 1937, was aber in der DDR nie kommuniziert wurde), die "Deckelung der Miethöhe auf dem Niveau von 1937" - was genügend private Eigentümer in den Ruin trieb und einen (faktischen) "Zwangsverkauf an den Staat" bedeutete, was mit den damaligen Mitteln auch extensiv betrieben wurde ("Erbausschlagung" als das probateste Mittel), die Akquirirung "konspirativer Wohnungen" und die Zuweisung von Wohnungen ausgewiesener Personen an Dritte.
  • Mit dem letzten Punkt habe ich einen völlig offenen und auch in der Forschung mir nicht bekannten, aber offensichtlichen Punkt anzusprechen: "Plünderung der Wohnung".
  • Der DDR-Bürger war "Bittsteller": Die "staatliche Wohnraumlenkung" kannte zwar mehrere Kriterien für eine "bevorzugte Zuweisung", wie eben Heirat, Kinder - usw.: Am ziemlich straff organisierten System änderte sich gar nichts. Parteikader wurden bevorzugt, die Stasi bekam ihre "konspirativen Wohnungen", die (teilweise) auferlegten "Untermietverhältnisse" in den 1940er Jahren wurden erst ab den 1970ern gelockert. Dass sich gleichwohl in dem System genügend Leute "bedient" haben, ist nachweisbar, in Dresden wurden rund um den Altmarkt schätzungsweise >40 % der neu gebauten Wohnungen - entgegen der öffentlich gemachten Linie - an Parteikader vergeben.
  • Die "staatliche Wohnraumlenkung" führte den Unterzeichner zu einem Kuriosum: Dem dafür zuständigen "Wohnraumlenker", einem Genossen B., konnte, auch durch eigene Aktivitäten, 1989 nachgewiesen werden, dass er ihm zugeteilte Neubauwohnungen, die ausdrücklich "Opfern des Naziregimes" (also VdN) vorbehalten waren, nota bene gegen Geld (der Verfasser hat tatsächlich einen nachweisbaren Korruptionsfall in der DDR miterlebt- und auch dessen Erledigung) an Menschen vergab, die nachweislich erst nach 1945 geboren wurden.
  • Oder die "Untervermietung", die als so eine Art "Beiwerk" ausgegliedert, wie das die damalige TU Dresden handhabte - unwürdig, kann man historisch in Rückschau darstellen (ob man dazu Belege noch findet, ich bezweifle es - aber als Junge stand ich ratlos da, es ging um meine Patentante, die eigentlich, mit 70 Jahren, einfach nur in ihrer eigenen Wohnung allein sein wollte).

Ich habe wenig Lust, das alles noch weiter auszubreiten, aber Kollege Gloser ist nach eigener Angabe Historiker und kann demzufolge gern einen diesbezüglichen Artikel Wohnraumlenkung kreiiern, ich stehe da gern beratend zur Verfügung: Seine Belegforderung geht an der Sache gänzlich vorbei, da der Eintrag nur ein "Schlaglicht", wie sehr dieses Thema in der DDR ein ernstes und allbeherrschendes - aber gleichzeitig öffentlich totgeschwiegenes - Thema war. Und das hat sachlich - gebe ich zu - mit 1937 zu tun. "Sprachgebrauch der DDR" war es allerdings permanent. Dass hier weitergehender "Forschungsbedarf" für den Historiker ist, habe ich explizit dargestellt. Eintrag von Kollegen Gloser deshalb revertiert, es sind nur "Schlaglichter" - wie man einen expliziten WP:Artikel anlegt, dafür habe ich gerade eine "Grobstruktur" vorgelegt.

Viele Grüße,--Rote4132 (Diskussion) 02:19, 15. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]