Dmitri Alexandrowitsch Bilenkin

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Dmitri Alexandrowitsch Bilenkin (russisch Дмитрий Александрович Биленкин; * 21. September 1933 in Moskau; † 28. Juli 1987 ebenda) war ein sowjetischer Geochemiker und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Bilenkin studierte Geologie an der Moskauer Staatlichen Universität und arbeitete anschließend 1958/59 als Geochemiker in Sibirien und Zentralasien. Ab 1959 schrieb er journalistische und populärwissenschaftliche Texte für die Komsomolskaja Prawda, dann für die Zeitschrift Wokrug Sweta (Вокруг света), deren Wissenschaftsredakteur er später war. Bereits 1958 veröffentlichte er in der Zeitschrift Technika – molodjoschi (Техника – молодёжи) seine erste Science-Fiction-Kurzgeschichte, der zahlreiche weitere folgten, die er in Anthologien und in Zeitschriften wie der Komsomolskaja Prawda, der Pionerskaja Prawda (Пионерская правда) und dem Uralski Sledopyt (Уральский следопыт) publizierte. Ab 1967 erschienen auch mehrere Sammelbände seiner Kurzgeschichten und mehrere populärwissenschaftliche Bücher (u. a. Der Streit über den rätselhaften Planeten, 1969, und Der Weg des Denkens)[1].

Hauptthemen seiner geradlinig erzählten Geschichten waren anfangs technologische Gedankenexperimente und der Kontakt mit außerirdischen Zivilisationen; in den 1970ern und 1980ern beschäftigte er sich zunehmend mit Fragen der Ökologie. Mit dem von 1967 bis 1985 veröffentlichten Polynow-Zyklus (gesammelt erschienen 1987) schuf er zudem eine der ersten sowjetischen Space Operas.

Außerdem schrieb Bilenkin unter dem gemeinsamen Pseudonym Pawel Bagrjak mit seinen Schriftstellerkollegen Pawel Bunin, Waleri Agranowski, Jaroslaw Golowanow, Wiktor Komarow und Wladimir Gubarew von 1966 bis 1972 drei Kriminalromane und mehrere Kurzgeschichten. Zwei dieser Geschichten wurden später verfilmt: Der Abtrünnige (Отступник, 1987, Regie: Waleri Rubintschik) und Фирма приключений (1991, Regie: Igor Wosnessenski).

Nach einem 1983 erlittenen Herzinfarkt kämpfte Bilenkin mit gesundheitlichen Problemen und starb schließlich im Alter von 53 Jahren während eines chirurgischen Eingriffs. Er gilt als einer der wichtigsten sowjetischen Science-Fiction-Autoren. Seine Werke wurden unter anderem ins Englische, Französische und Deutsche übersetzt. Postum erhielt er 1988 bei der Aelita-Preisverleihung den Iwan-Jefremow-Preis.

Werke[Bearbeiten]

Kurzgeschichtensammlungen:

  • Марсианский прибой: Повести и рассказы (= Marsbrandung). Molodaja Gwardija, Moskau 1967/1968
  • Ночь контрабандой (= Geschmuggelte Nacht). Molodaja Gwardija, Moskau 1971
  • Проверка на разумность (= Intelligenztest). Molodaja Gwardija, Moskau 1974
  • Снега Олимпа (= Schnee des Olympus). Molodaja Gwardija, Moskau 1980
  • Лицо в толпе (= Gesicht in der Masse). Molodaja Gwardija, Moskau 1985
  • Сила сильных (= Die Stärke der Starken). „Detskaja Literatura“, Moskau 1986
  • Приключения Полынова (= Die Abenteuer Polynows). „Snanije“, Moskau 1987

Auswahlbände auf Deutsch und Englisch:

  • Hannelore Menke (Hrsg.): Der Intelligenztest. Volk und Welt, Berlin 1978
  • Theodore Sturgeon (Hrsg.): The uncertainty principle. Macmillan, New York 1978, ISBN 0-02-510770-4.
    • deutsche Ausgabe (aus dem Englischen übersetzt): Das Unsicherheits-Prinzip. Heyne, München 1984, ISBN 3-453-31012-8.
  • Hannelore Menke (Hrsg.): Die unsichtbare Waffe. Volk und Welt, Berlin 1987, ISBN 3-353-00141-7.

In Anthologien:

  • Was nicht war. in: Das elektronische Glück. Phantastische Erzählungen aus der Sowjetunion, Hg. Reinhard Fischer, Das Neue Berlin, Berlin (DDR) 1982, 1988[2]

als Pawel Bagrjak

  • Kidnapped für den Mars. Eine phantastische Kriminalgeschichte. Verlag Neues Leben, 1991, Deutsch von Günter Jäniche. ISBN 3-355-01025-1

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Alexander Fjodorow: Gespräch mit Dmitri Bilenkin, in: Sowjetliteratur (38) 1986, Heft 12, S. 112
  2. weitere Autoren: Gennadi Gor: Der elektronische Melmoth; Olga Larionowa: Der Überläufer; Ilja Warschawski: Jane; ders.: Die Flucht; Wladimir Firsow: Deine Hände sind wie der Wind; Rimma Kasakowa: Das Experiment; Viktor Kolupajew: Das verschiedenfarbige Glück; Alexander Shitinski: Arsik