Guttentag

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Guttentag
Dobrodzień
Wappen der Gemeinde Guttentag
Guttentag Dobrodzień (Polen)
Guttentag Dobrodzień
Guttentag
Dobrodzień
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Oleski
Gmina: Guttentag
Fläche: 19,46 km²
Geographische Lage: 50° 44′ N, 18° 27′ OKoordinaten: 50° 43′ 40″ N, 18° 26′ 40″ O
Einwohner: 3754 (31. Dez. 2016)
Postleitzahl: 46-380
Telefonvorwahl: (+48) 34
Kfz-Kennzeichen: OOL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: OppelnCzęstochowa
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Einwohner:
Verwaltung
Webpräsenz: www.dobrodzien.pl



Guttentag (polnisch Dobrodzień [dɔˈbrɔʥɛɲ]) ist eine Kleinstadt im Powiat Oleski in der Woiwodschaft Opole in Polen, westlich von Częstochowa (Tschenstochau). Die Stadt ist Hauptort der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit rund 10.000 Einwohnern, die seit 2009 offiziell zweisprachig ist (Polnisch und Deutsch).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guttentag liegt ca. 35 Kilometer östlich der Woiwodschaftshauptstadt Oppeln. Die Kreisstadt Olesno (deutsch Rosenberg O.S.) liegt 15 Kilometer nördlich der Kleinstadt. Durch Guttentag verlaufen die überörtlichen Straßen Droga krajowa 46 und Droga wojewódzka 901.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus am Marktplatz
Marktplatz mit St. Magdalena - Kirche
Schrotholzkirche St. Valentin
Maria-Heimsuchung-Kirche
Brücke aus dem 17. Jahrhundert im Stadtpark

Von den Anfängen der Geschichte des Ortes kann man ab etwa 1163 sprechen, als das Gebiet als Teil des Herzogtums Oppeln nachgewiesen ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Dobrosin stammt aus dem Jahre 1279. Für 1300 ist die Namensform Dobradin überliefert. Nach dem Aussterben der piastischen Herzogslinie im Jahre 1327 kamen das gesamte Oppelner Land und die Stadt Guttentag durch Erbfolgerecht an Böhmen. Das Stadtrecht erhielt Dobradin 1384 nach Magdeburger Recht. Aus dieser Zeit stammt auch das Wappen der Stadt, das in den wesentlichen Zügen auch heute noch besteht. Mit Böhmen ging die Stadt 1526 an Habsburg über. 1574 wurde der Ort als Dobrodzin erwähnt und 1636 tauchte Guttentag auf.

Nach der endgültigen Entscheidung in den Schlesischen Kriegen, 1742 zum Nachteil der Habsburger, wurde Guttentag Teil Preußens und 1816 dem Kreis Lublinitz im schlesischen Regierungsbezirk Oppeln zugeordnet und diente neben der Stadt Lublinitz auch als Garnisonsort für die preussische Armee. Am Pfingstmontag des Jahres 1846 wütete ein verheerendes Feuer in Guttentag, das zahlreiche Gebäude zerstörte. Auch die Pfarrkirche wurde ein Opfer der Flammen.

Der Anschluss an das Schienennetz erfolgte 1913 durch die neu angelegte Kleinbahnstrecke zum Eisenbahnknotenpunkt Vossowska. In der Volksabstimmung in Oberschlesien 1921 über die weitere staatliche Zugehörigkeit wurden in Guttentag 1664 Stimmen (79,5 %) für den Verbleib bei Deutschland und 430 Stimmen (20,5 %) für den Anschluss an Polen abgegeben.[1] Auch wenn der gesamte Stimmkreis Lublinitz mit knapper Mehrheit für Deutschland gestimmt hatte, fiel der größte Teil an Polen; Guttentag blieb dagegen deutsch und wurde darauf Kreisstadt eines neuen Landkreises Guttentag. Im Rahmen dieser Neugliederung wurde der Ort Mischline in den neuen Landkreis eingegliedert.

1939 war die Umgebung der Stadt Aufmarschgebiet der Deutschen Truppen unter General Reichenbach für den Polenfeldzug. Das Ende des Zweiten Weltkrieges begann für Guttentag am 21. Januar, als die Rote Armee die Stadt unter mehrstündigen Beschuss nahm und danach eroberte. Durch Beschluss der Sowjetischen Kommandantur wurde am 15. April 1945 der Ort mit seinen kaum 1050 verbliebenen Einwohnern unter polnische Verwaltung gestellt. Ein Jahr später lebten bereits wieder 3.277 Menschen in der Stadt. Am 12. Oktober 1947 wurde die wiederaufgebaute Schule eröffnet. Mit dem Inkrafttreten der Friedensregelung des Zwei-plus-Vier-Vertrags im Jahr 1991 endete die polnische Verwaltung des Ortes und der Ort wurde Teil Polens. Dies war allerdings bereits zuvor mit dem Görlitzer Abkommen bzw. dem Warschauer und dem Moskauer Vertrag von den deutschen Einzelstaaten bestätigt worden.

Vor allem in den ländlichen Teilen der Gemeinde konnte sich eine starke deutsche Minderheit halten, der laut der letzten polnischen Volkszählung von 2002 25,3 % der Gemeindebevölkerung angehören, weitere 6,4 % bezeichneten sich als „Schlesier“.[2] Am 4. Juli 2008 wurden in der Gemeinde zusätzliche amtliche deutsche Ortsnamen und am 13. Mai 2009 Deutsch als zweite Amtssprache eingeführt. Am 9. November 2009 wurden in Guttentag sowie in weiteren 24 Ortsteilen zweisprachige Ortstafeln aufgestellt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St.-Magdalena-Kirche, erbaut 1851–1854
  • Schrotholzkirche St. Valentin, erbaut 1630
  • Mariä-Heimsuchung-Kirche, erbaut 1847–1851
  • Ring mit neoklassizistischem Rathaus
  • Neoklassizistisches Schloss Guttentag, 1848 erbaut[3]
  • Jüdischer Friedhof
  • Steinbrücke, erbaut 1610
  • Stadtpark

Gemeinde Guttentag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guttentag ist Hauptort der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde, die auf einer Fläche von 162,84 km² etwa 10.000 Einwohner beherbergt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt in der linken Spalte eine weiße Rose auf rotem Grund. In der rechten Spalte befindet sich ein halber goldener oberschlesischer Adler auf blauem Grund.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haan (Deutschland) seit 1957 als Patenschaft, seit 1. Mai 2004 als offizielle Partnerschaft.
  • Tschortkiw (Ukraine)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guttentag war Endpunkt der Bahnstrecke Fosowskie–Dobrodzień. Im Gemeindegebiet liegen ferner die Bahnhöfe Pluder/Pludry (Bahnstrecke Kielce–Fosowskie) und Mischline/Myślina (Bahnstrecke Kędzierzyn-Koźle–Kluczbork), die aber beide nicht mehr bedient werden.

Jüdischer Friedhof: vermauerte Grabsteine

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Guttentag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/home.arcor.de; abgerufen am 14. Oktober 2009
  2. Vgl. Die Zahlen der Volkszählung 2002 (Memento vom 26. März 2009 im Internet Archive); abgerufen am 4. April 2008
  3. Schloss Guttentag