Patenstadt

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In der Patenstadt Flensburg wurde 1955 im Stadtteil Mürwik bei Klosterholz eine Straße nach der Stadt Swinemünde, zu der die Patenschaft besteht, benannt

Eine Patenstadt übernimmt die Patenschaft für Flüchtlinge, Vertriebene, eine Volksgruppe, eine andere Stadt[1] oder auch von Produkten (wie Lebensmitteln, Lokomotiven, Schiffen usw.) sowie geografischen Landschaften, die der jeweiligen Patenstadt namentlich gewidmet werden. Wetzlar pflegt seit 1962 eine Patenschaft für das ostdeutsche Lied.[2] Auch die Wuppertaler Schwebebahn ist seit Sommer 2018 entsprechend verpartnert.

(Bei der Deutschen Bahn siehe Liste von ICE, bei der Lufthansa siehe hier.)

Wesentlich für den Begriff der Patenschaft ist im Gegensatz zur Städtepartnerschaft die einseitig übernommene „Fürsorgeverpflichtung“ der Patenstadt. Vereinzelt finden sich auch Patenschaften anderer Körperschaften als Gemeinden, nämlich im Bereich der Kirche, so das Erzbistum München und Freising mit der katholischen Kirche in Ecuador. Das Bistum Eichstätt ist seit 1975 in Burundi/Afrika engagiert.[3]

Zahlreiche Patenschaften entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg[4] oder nach Umweltkatastrophen.[5]

Patenschaften deutscher Gebietskörperschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mögliche Gebietskörperschaften, die Patenschaften übernehmen können, sind Landkreise und Gemeinden.

Dies geschah in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg häufig, indem westdeutsche Körperschaften Patenschaften für die Bewohner der damaligen Landkreise in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, im Sudetenland oder in der DDR übernahmen. Sogar Autobahnrastplätze erhielten auf Initiative von Hans-Christoph Seebohm entsprechende Namen.[6] Verschiedene Gemeinden betonen hier ihre Patenschaft für die im neuen Wohnort lebenden Bewohner bzw. deren dortige Kultureinrichtungen; andere stellen die Patenschaft mit der Herkunftsregion bzw. -gemeinde heraus. Letztere Art der Patenschaft war, zumindest zum Zeitpunkt der Patenschaftserklärung während des Kalten Krieges, fast immer einseitig. Wetzlar kümmert sich auch um Afrika, konkret um Dori (Burkina Faso).[7] Einzelne Patenschaftserklärungen wurden später wieder rückgängig gemacht (1989 die Patenschaft des Wetteraukreises in Hessen über den Heimatkreis Tepl-Petschau im Sudetenland); aus anderen Patenschaften entstanden seit Ende des Kalten Krieges Städtepartnerschaften.

In seltenen Fällen wurde bereits nach dem Ersten Weltkrieg von Patenschaft gesprochen.[8][9]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Artikel Patenschaften
  2. Patenschaft für das ostdeutsche Lied, abgerufen am 30. Dezember 2020
  3. Burundi auf Bistum-Eichstaett.de Abgerufen am 3. Januar 2021
  4. Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Artikel Patenschaften
  5. Definition Patenschaft (Memento vom 26. März 2011 im Internet Archive)
  6. Claudia Pinl: Warthe im Westerwald. Erinnerungskultur an westdeutschen Autobahn-Parkplätzen (PDF). digitale-kulturanthropologie.de. Abgerufen am 25. Februar 2019.
  7. Patenschaft
  8. Thomas Siemon:Erinnerung an Stallupönen - 100 Jahre Patenschaft im damaligen Ostpreußen HNA 31. Mai 2015
  9. Klaipėda auf Mannheim.de Abgerufen am 28. November 2020