Domleschg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Domleschg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Blick über das Domleschg Richtung Süden
Domleschg Richtung Norden
Domleschg Richtung Süden
Domleschg, Blick vom Crap Carschenna oberhalb Sils im Domleschg

Das Domleschg (rätoromanisch Tumleastga) ist die östliche Seite des Tales zwischen Thusis und Rothenbrunnen im Schweizer Kanton Graubünden. Die westliche Talseite heisst Heinzenberg, wird jedoch hin und wieder auch zum Domleschg gezählt. Politisch gehören die Ortschaften rechts des Hinterrheines zum Kreis Domleschg.

Politische Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Domleschg liegen folgende Gemeinden und Ortschaften:

Gemeinde Domleschg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den 1. Januar 2015 wurde die Gründung einer Gemeinde mit dem Namen Domleschg beschlossen. Sie besteht aus den ehemaligen Gemeinden Almens, Paspels, Pratval, Rodels und Tomils.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus dem Schams (rätoromanisch Val Schons) kommende Hinterrhein nimmt auf seiner rechten Seite die Albula auf. Dann fliesst er weitgehend kanalisiert nach Reichenau, wo er mit dem Vorderrhein zusammentrifft. Die Talschaft besteht aus einer breiten Talsohle, umgeben von hohen Bergen. Daher wurde der Hinterrhein im 19. Jahrhundert kanalisiert und besitzt nur zwischen Rothenbrunnen und dem Zusammenfluss mit dem Vorderrhein bei Reichenau sein natürliches Aussehen.

Vegetation und Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Domleschg wird auch als der «Obstgarten Graubündens» bezeichnet. Im Tal werden 120 Apfel- und 30 Birnensorten angebaut.

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flur- und Ortsnamen deuten darauf hin, dass die ursprüngliche Sprache der Gegend das Rätoromanische und hier das sutselvische Idiom ist. Von Fürstenau und Sils ausgehend verbreitete sich das Deutsche seit dem 19. Jahrhundert über das ganze Domleschg, und seit den 1990er Jahren sind alle Gemeinden mehrheitlich deutschsprachig. Die kleine romanische Minderheit konzentriert sich hauptsächlich auf die Bergdörfer Scheid und Feldis.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Domleschg verlaufen die Autobahn A13 und eine Bahnlinie der Rhätischen Bahn. Die Feinverteilung erfolgt durch Postauto Graubünden.

Burgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner verkehrspolitisch wichtigen Lage als Durchgangsweg zu den Alpenpässen Splügen, San Bernardino und Julier entwickelte sich die Talschaft Domleschg zu einer der burgenreichsten Regionen der Schweiz. Von Norden nach Süden sind das Hochjuvalt und Innerjuvalt in Rothenbrunnen, das Schloss Ortenstein in Tumegl/Tomils, die Burg Hasensprung in Pratval, in Paspels die Burgen Alt-Süns und Neu-Süns, in Pratval das Schloss Rietberg, in Präz am Heinzenberg die Burg Heinzenberg, in Sils das Schloss Baldenstein und die Burgen Campell, Ehrenfels, Hohenrätien sowie Obertagstein oberhalb Thusis.

Die Burgen werden erschlossen durch den Burgenpfad Domleschg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Plasch Barandun: Das Domleschg – La Tumgleastga. Chur 2005, ISBN 3-905342-26-X.
  • Mathias Kundert: Der Sprachwechsel im Domleschg und am Heinzenberg, Chur 2007, ISBN 9783856373405.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 46° 45′ 2″ N, 9° 25′ 59″ O; CH1903: 752383 / 179658